Magdeburg l Ausgerechnet der Ex. Ausgerechnet Daniel Zoll. Über 100 Mal war der Linksfuß des MSC Preussen in Landes- bzw. Verbandsliga für den Stadtkonkurrenten MSV Börde aufgelaufen. Er war es, der dem Landesliga-Derby die entscheidende Wende gab.

Denn früh sah es danach aus, dass Börde, der Verbandsliga-Absteiger, drei Punkte aus dem Stadtduell entführen könnte. Die Gäste starteten furios. 6:0-Ecken waren ein Indiz der Überlegenheit, die sich dank Eric Backhoff dann in der 30. Minute auch in einer Führung niederschlug.

Preussen bäumen sich auf

Doch bäumten sich die Preussen mehr und mehr auf. Und das galt auch für Daniel Zoll. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit scheiterte er zunächst mit einem Freistoß aus 20 Metern an Robert Leonhardt im Börde-Tor. Doch bei der anschließenden Ecke gelang ihm ein kleiner Geniestreich. Er verwandelte direkt!

„Eigentlich wollte ich den Ball scharf hereinbringen, aber durch den Wind kam er dann irgendwie aufs Tor“, erklärte der defensive Mittelfeldspieler seinen kuriosen Treffer. Und er gab zu: „So war es eigentlich nicht gewollt.“

Nach der Pause drehten die Gastgeber die Partie. Patrick Appel (71.) und Florian Dethlefsen (84.) trafen, bei beiden Toren lieferte Daniel Trinh die Vorarbeit. „Das war ein packendes Spiel, in dem sich sicherlich beide den Sieg verdient gehabt hätten“, resümierte Daniel Zoll. „Wir hatten da das glücklichere Händchen.“ Und weiter: „Es hat richtig Spaß gemacht, gegen die alten Kollegen zu spielen. Natürlich ist es schade, wenn sie jetzt traurig sind, aber so ist das im Fußball nun einmal.“

Von Trauer keine Spur

Von Trauer war MSV-Coach Marcus Mähnert allerdings weit entfernt: „Grundsätzlich bin ich nicht unzufrieden mit unserem Spiel. Wir haben viel mehr Aktivität gezeigt als zuletzt, haben die Partie über weite Strecken bestimmt. Am Ende fehlte nur ein wenig die Cleverness, die hatte uns Preussen voraus.“ Sein Gegenüber Marko Fiedler bemängelte derweil fehlende Laufbereitschaft in Hälfte eins und lobte die „sehr viel bessere zweite Hälfte, in der vor allem der Wille gezeigt wurde“.

Die Preussen bleiben damit auf Tuchfühlung zum Aufstiegsplatz, sind Dritter der Landesliga, punktgleich mit Spitzenreiter Wernigerode. Für Daniel Zoll eine Bestätigung seines Wechsels. „Ich hab die sportliche Her-ausforderung gesucht. Ich glaube, dass wir mit den Preussen eher wieder die Chance haben, in die Verbandsliga aufzusteigen. Daher habe ich mich im Sommer für den Wechsel entschieden“, erklärte der 26-Jährige.

MSC Preussen: Willner – Appel, Kupke, Bimenyimana, Windelband, Zoll, Preuss, Dolch (41. Goudou), Trinh, Dethlefsen (86. Böning), Liebold (89. St. Ebeling)

 MSV Börde: Leonhardt – Liedtke, Heise, Lange, Backoff (52. Rackwitz), Witt, Flöter, Wesemeier, Maß (85. Sommer), Heinemann, Lohse

Tore: 0:1 Backoff (30.), 1:1 Zoll (45.), 2:1 Appel (71.), 3:1 Dethlefsen (84.)