Magdeburg l Kurz vor dem Spiel musste Marcus Mähnert noch einmal zum Handy greifen, ein Anruf von Luca Rudolph erreichte den Trainer des Fußball-Landesligisten MSV Börde. Kein Anruf, den sich Mähnert und seine personell dezimierte Mannschaft gewünscht hatten. Rudolph musste am Freitagabend arbeitsbedingt passen. Jammern wollte der Coach deshalb nicht, am Ende des Saisoneröffnungspiels gegen den MSC Preussen durfte er sogar jubeln.

Frühe Führung

Gejubelt hatte er mit seiner Mannschaft ja schon nach drei Minuten, als die Gäste noch den Tiefschlaf pflegten und Patrick Kreutzer von der Strafraumgrenze Keeper Steven Ebeling mit einem schönen Schlenzer überlistete. Dass diese Führung dauerhaft Bestand hatte, lag nicht zuletzt an der starken und kompakten Defensivarbeit des MSV – umsichtig dirigiert von Philipp Müller. Preussen erarbeitete sich zwar mehr Ballbesitz, konnte spielerisch aber kaum Akzente setzen. Zumal die Mannschaft von Trainer Torsten Marks die Bewegung ohne Ball beinahe vernachlässigte.

Marks war entsprechend bedient: „Börde war uns heute läuferisch in allen Belangen überlegen. Ich bin maßlos enttäuscht von unserem Auftritt. Alles, was wir uns vorgenommen hatten, haben wir nicht im Ansatz umgesetzt.“ Mähnert begründete: „Wir wollten aus der Erfahrung der Pokal-Niederlage heraus die Räume enger halten. Wie das aber geklappt hat, war wirklich stark. Das war taktisch brillant.“

Gäste nutzen Chancen nicht

Marks konnten auch die positiven Momente nicht trösten. Denn vier gute Preussen-Chancen in der ersten Hälfte musste der MSV zulassen: Ein Volleyschuss von Dennis Ritter ging über das Tor. Ein Schuss von Steve Röhl wurde abgeblockt (20.), ein Kopfball von Tom Kupke rettete Benjamin Lohse auf der Linie (21.). Und Patrice Goudou traf freistehend das Außennetz (42.). Die Gastgeber indes warteten auf die Chance zum schnellen Umkehrspiel und hatten damit auch zweimal beinahe Erfolg: Falko Maß nahm aus der Distanz Maß und traf die Latte (22.), den Schuss von Leo Lipowski lenkte Ebeling an den Pfosten, im Nachsetzen traf Kreutzer das Außennetz (30.).

Witt trifft zum 3:0

So kalt erwischt wie in der ersten Hälfte wurde Preussen auch nach dem Wechsel: Diesmal traf Bennet Flöter präzise und aus elf Metern zum 2:0 (54.). Und wieder suchte Preussen nach einem Rhythmus, den die Mannschaft an diesem Abend einfach nicht finden sollte. Der Ball wurde weiterhin zu oft quer, aber zu wenig steil gepasst – und prompt verloren. Börde blieb die kompakte Einheit und wurde selbst bei gelegentlichen Kontern gefährlich – wie in der 55. Minute, als Ebeling glänzend gegen Kreutzer parierte. Für den Schlusspunkt sorgte der eingewechselte Simon Witt nach einem Konter (90.).

MSV Börde: R. Leonhardt – Schüßler, Kolodziej, Müller, Flöter (68. Witt), Lohse, Wesemeier, Maß, Lange, Kreutzer (71. M. Leonhardt), Lipowski MSC Preussen: Ebeling – Kupke, Preuss, Appel (60. Kagelmann), Bimenyimana, Dethlefsen (46. Zoll), Schock, Röhl, Saager, Goudou, Ritter (71. Liebold). Schiedsrichter: Michael Damke (Gardelegen). Zuschauer: 200. Tore: 1:0 Kreutzer (3.). 2:0 Flöter (54.), 3:0 Witt (90.)