Magdeburg l Während zahlreiche Mannschaften in Sachsen-Anhalt zum Punktspielstart in Landesliga und -klasse aufgrund der Einschulungen auf Spieler verzichten mussten, ließ sich Arminia-Keeper Marcus Klebe davon nicht abhalten. Der 29-Jährige wurde beim 3:0-Auftaktsieg der Buckauer im Stadtderby beim SV Fortuna II einer der beiden großen Matchwinner.

Keine Zeit für übliche Rituale

„Er hat wieder einmal ein Superspiel gemacht. Zur Pause durften wir uns schon bei Marcus bedanken, dass wir nicht mit 0:3 zurücklagen“, sprach auch Trainer Thomas Tietz ein Sonderlob an seinen Schlussmann aus. Dieser zeigte sich selbst etwas überrascht: „Normalerweise habe ich mir an Spieltagen eine gewisses Ritual zurechtgelegt, das ich quasi vor jedem Spiel wiederhole. Durch die Einschulung konnte ich das diesmal natürlich nicht. Komischerweise habe ich aber schon bei der Erwärmung gemerkt, dass ich einen guten Tag habe“, erklärt der Torhüter.

Diesmal sahen Klebes Spielvorbereitungen am Samstagmorgen die letzten Besorgungen für die Feierlichkeiten, die Einschulung seines Sohnes Marlon in Ottersleben sowie die Fete im Garten der Schwiegereltern vor: „Da schwirrte das Spiel schon ständig im Kopf herum.“

Im Anzug zum Schöppensteg

Dann ging es für den Familienvater noch im Anzug gestriegelt zum Schöppensteg. „Ich bin ja froh, dass mir der Trainer das eigentlich fällige Strafgeld für die fehlende Teamkleidung erlassen hat“, berichtet der treue Klebe lachend. Gelohnt hat sich der Trubel allemal: „Als ich zurück bei der Feier war und die frohe Botschaft übermittelte, dass wir gewonnen und ich die Null gehalten habe, freuten sich alle.“

Vor allem Gattin Judith, mit der Klebe am Mittag noch im Stress auseinanderging: „Man muss mal klar festhalten, dass sie den ganzen Trouble mit der Einschulung, der Organisation der Feier und unseren drei Kids hatte. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie mir immer den Rücken freihält und dass die Kinder für mein Hobby solch ein Verständnis zeigen. Wenn die Familie das nicht unterstützen würde, wäre das gar nicht möglich.“

Im Sommer 2017 kam der damals 27-jährige Marcus Klebe ohne große Erwartungen vom Kreisligisten Osterweddinger SV zur Arminia. „Ich hatte nach neun Jahren keine Lust mehr auf den Dorffußball. In Osterweddingen hatte ich zwar eine tolle Zeit, aber ich habe nach einer neuen Herausforderung gesucht“, erklärte der Torhüter im April dem Volksstimme-Reporter seinen Wechsel zum Landesklassisten SV Arminia.

Posselt: Vom Strand auf den Platz

Voller Action war der Sonnabend auch für den zweiten Matchwinner der Partie.Offensiv-Wirbelwind Philip Posselt wachte morgens noch im Familien-Urlaub am bulgarischen Goldstrand auf, landete erst kurz vor 14 Uhr in Berlin, flog dann förmlich über die Autobahn, um pünktlich zur zweiten Hälfte um 16 Uhr eingewechselt zu werden. Nur sieben Minuten brauchte er auf dem Platz, um die bis dato zu harmlosen Arminen in Front zu bringen, ehe er kurz vor dem Spielende zur Vorentscheidung durch David Berlin auflegte.

Turbo-Posselt anschließend glücklich: „Ich freue mich einfach, dass sich der Stress gelohnt hat, ich der Mannschaft so doch noch helfen konnte und wir mit einem wichtigen Dreier in die Saison starten.“