Magdeburg l Da die Hallen-Stadtmeisterschaften, vom Stadtfachverband schon vorsorglich nur Bestenermittlung genannt, nicht wie gefordert nach den Futsal-Regeln ausgetragen wurden, dürfen die Nachwuchs-Stadtmeister 2018 nicht an den Endrunden des Landesverbandes teilnehmen (Volksstimme berichtete).

Futsal soll nach dem Willen der Fifa und des DFB den bislang praktizierten Hallenfußball ablösen, weil er das körperlose, technisch-versierte Spiel fördert (wichtigste Regeln siehe Infokasten rechts).

Allerdings erfordert das Spiel nach Futsal-Regeln auch einen höheren Zeitaufwand und mehr Manpower, wie Jörg Vaupel, Vorsitzender des Jugendausschusses des Fußball-Stadtfachverbandes Magdeburg, findet: „Beim Futsal verlängert sich die Spieldauer immens, so dass wir praktisch noch mehr Hallenzeiten benötigen. Zwei Minuten Futsal dauern aufgrund der Unterbrechungen länger als zehn Minuten Hallenfußball.“

Begrenzte Hallen-Kapazitäten

Die Hallenkapazitäten in der Landeshauptstadt sind aber jetzt schon begrenzt.

Auch beim personellen Aufwand sieht Vaupel völlig neue Anforderungen, die derzeit nicht gestemmt werden können: „Benötigt werden pro Spiel drei Schiedsrichter, dazu noch mal drei Kampfrichter/Zeitnehmer. Wir haben aktuell nur drei ausgebildete Futsal-Schiedsrichter.“

Lutz Rachholz, beim Landesverband verantwortlich für den Jugendfußball, sieht das Ganze nicht so problematisch, verweist darauf, dass bis auf Magdeburg und das Jerichower Land mittlerweile in allen Kreisen nach den Futsal-Regeln gespielt wird: „Wir haben dem Jugendausschuss des Stadtfachverbandes für dieses Jahr erneut den in der Vergangenheit praktizierten Kompromiss vorgeschlagen, nämlich zumindest mit einem Futsalball zu spielen. Das wurde abgelehnt. Warum, weiß ich nicht. Der Zwang, nach Futsal-Regeln zu spielen, wird noch größer, weil ja die Kreis- und Stadtmeister dann auf Landes- oder sogar NOFV-Ebene weiterspielen.“

Leidtragende sind auf alle Fälle die Nachwuchs-Kicker.