Magdeburg l Dass die A-Jugend des SC Magdeburg wieder im Rennen um die deutsche Meisterschaft ist, hat das Team auch Lukas Diedrich zu verdanken. Was der Torwart am vergangenen Sonnabend beim 32:28-Sieg in Berlin bei den Füchsen hielt, war überragend.

Erst Flensborg, dann Flensburg

Und an diesem Wochenende steht für Diedrich sogar ein wichtiger Doppelpack auf dem Programm. Am Sonnabend soll er in der 3. Liga das Tor der Youngsters gegen Schlusslicht Flensborg hüten und am Sonntag dann mit der A-Jugend nach Flensburg fahren. Zwei Siege wären für den gestern 19 Jahre alt gewordenen Torwart das perfekte nachträgliche Geschenk.

Alles in eigener Hand

Auch die Welt der SCM-Talente wäre in Ordnung. Während die Youngsters mit zwei Punkten einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt machen würden, hätte die A-Jugend mit einem weiteren Sieg das Ticket für die Viertelfinal-Runde in der Meisterschaft so gut wie sicher. „Durch den Sieg in Berlin haben wir wieder alles in eigener Hand. Aber Flensburg ist nicht umsonst Tabellenführer im Nordosten. Das wird wieder ein hartes Stück Arbeit“, schaut Diedrich trotzdem mit hoffnungsvollem Blick in Richtung Norden.

Für ihn war der Sieg bei den Füchsen auch persönlich eine große Genugtuung. Letzte Saison hatte er die Finalspiele gegen die Berliner verpasst, weil er sich zuvor im Viertelfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen einen Meniskusriss zuzog.

Aus Hildesheim zum SCM

Vor vier Jahren kam das Torwarttalent aus Hildesheim zum Nachwuchs des SCM und ist auch in der deutschen U-19-Nationalmannschaft eine feste Größe. Trainer Fabian Metzner lobt: „Ein absolutes Vorbild für alle. Wenn man ihm einen Vier-Wochen-Plan geben würde, erfüllt er auch das kleinste Detail. So ehrgeizig und gewissenhaft ist er. Für die Mannschaft ist er in den Spielen damit ein ganz wichtiger Leader.“

Fußball war zu langweilig

Auch bei den Füchsen ärgerte er sich fast über jedes Gegentor und verpasste Chancen seiner Vorderleute. Und der Papa schmunzelte auf der Tribüne. „Als kleiner Junge war es ihm beim Fußball zu langweilig. Deshalb ist er zum Handball. Und weil er die Action liebt, ist er da ganz schnell ins Tor gekommen“, verriet Hans-Georg Diedrich die ersten Handballschritte seines Sohnes bei der HSG Rhumetal. Zu den Heimspielen und Spitzenspielen seines Sohnes kommt der Papa die rund 200 Kilometer aus Lindau im Südharz auch immer angereist. Normalerweise steht sein Filius bei den Youngsters im Tor. Metzner: „Zur A-Jugend holen wir ihn nur bei den Spitzenspielen. Denn in der 3. Liga können wir ihn viel besser fördern.“

Vorbilder Fritz und Schmidt

Entdeckt haben ihn die Magdeburger einst bei einem Probetraining. Diedrich: „Als das Angebot kam, musste ich nicht lange überlegen. Magdeburg hat eine große Handballtradition. Da ist man schon stolz, wenn man hier spielen kann.“ Neben dem ehemaligen Flensburger Mattias Andersson sind schließlich auch zwei ehemalige Magdeburger seine Torwart-Idole. Diedrich: „Henning Fritz war für mich einer der Helden beim WM-Sieg 2007. Ich war damals zwar erst sechs Jahre alt. Aber an das Halbfinale und Finale und die ganz Euphorie im Land kann ich mich trotzdem noch sehr gut erinnern. Und wegen Wieland Schmidt trage ich natürlich auch die Rückennummer 12.“

Erst Abi, dann Profi

Völlig klar, dass er neben seinem Abitur auch eine Profi-Karriere anstrebt. Diedrich: „Ich will eines Tages in der Bundesliga spielen.“ Das Talent hat er auf jeden Fall dafür. Davon ist auch Bob Hanning, Trainer der Füchse-A-Jugend und Vizepräsident des Handballbundes, überzeugt. Hanning: „Mit ihm haben die Magdeburger einen richtig guten Jungen im Tor.“