Magdeburg l Trotz des 34:25-Derbysieges der A-Jugend kürzlich gegen den BSV 93 kam bei SCM-Handballer Dino Mustafic keine richtige Freude auf. Der hochveranlagte Halblinke steuerte nur drei Tore bei, wurde nach einer Viertelstunde durch Lucas Hooggard ersetzt und kam erst in der Schlussviertelstunde zurück, ohne groß aufzufallen.

„Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe. Zuletzt habe ich nicht so viele Spielanteile gehabt. Ich habe zwar immer gefragt, wieso, weshalb, warum. Ich gebe mir auch immer viel Mühe beim Training, doch so richtig läuft es zurzeit nicht“, sagt das Talent.

Dabei könnte er gerade jetzt so richtig durchstarten. Ende Oktober wurde der gebürtige Coburger 17, darf jetzt auch bei den Männern spielen. Im Spiel der SCM-Youngsters in Hildesheim kam Dino Mustafic zu einem ersten Kurzeinsatz, war auch beim 25:25 im Drittligaspiel am Wochenende beim HSV Hannover dabei, blieb aber auch da ohne Tor.

Reserven in Abwehrarbeit

„Ich muss besser in der Abwehr sein“, kommt es wie aus der Pistole geschossen, wenn der Neu-Magdeburger auf seine Reserven im Spiel angesprochen wird. „Ich versuche, immer daran zu arbeiten”, erklärt Mustafic, der seine Stärken so beschreibt: „Ich habe ein gutes Auge für den Kreis wie für den freien Mann. Auch habe ich einen harten Wurf, Schlagwürfe mache ich gern. Im Eins gegen eins bin ich, glaube ich, ganz gut.“

Im Sommer wechselte der Rechtshänder vom HSC 2000 Coburg an die Elbe. Seine Eltern stammen aus Slowenien, darum hat der SCM-Handballer auch einen slowenischen Pass. Der Vater war Handballprofi, die zwei Jahre ältere Schwester Sara spielt auch Handball, war bis zu einer schweren Handverletzung deutsche U-18-Auswahlspielerin.

Da war der sportliche Weg praktisch vorgezeichnet. Als Dino sechs Jahre alt war, hat ihn das Handballfieber erwischt. „Ich war schon damals relativ groß gewachsen, aber auch ein wenig pummelig, begann auf halbrechts. Später war ich meist körperlich überlegen, dank des guten Essens von Mama”, erinnert sich der aktuell 1,89 Meter lange Rückraumspieler.

Praktikum beim Sponsor

Sein Talent führte Dino Mustafic in die bayerische Landesauswahl, in der er ähnlich wie der heutige Youngsters-Kapitän Max Neuhaus durch den SCM gesichtet wurde. Beim Länderpokal in Berlin wurden Nachwuchsleiter Yves Grafenhorst und Trainer Felix Eckert auf Mustafic aufmerksam, sprachen ihn an. Vanja Radic lud den Bayern nach Magdeburg ein, machte ihm den Wechsel zum SCM schmackhaft.

Derzeit konzentriert sich das SCM-Talent, das den Realschulabschluss in der Tasche hat und in Cracau allein in einer kleinen Wohnung lebt, fast ausschließlich auf den Handball: „Allerdings werde ich bald ein Praktikum als Zerspaner bei einem SCM-Sponsor machen, möchte ja auch mein erstes eigenes Geld verdienen.“

Vorbild Bezjak

Große Augen bekommt Dino Mustafic heute noch, wenn er von den ersten Eindrücken beim SCM spricht: „Beim Probetraining war ich im Bundesligateam unter Herrn Wiegert dabei.“ Auch während der kürzlichen Länderspielpause trainierte er oben mit, versucht so viel wie möglich aufzusaugen.

Sein Vorbild ist Marko Bezjak, der SCM-Regisseur mit der Trikotnummer 25. „Der ist ein cleverer Spieler, zu ihm sehe ich auf“, sagt Mustafic über den Slowenen, der ihn auch schon mal zur Seite genommen und Tipps gegeben hat. Mustafic will dazulernen und sich beim SC Magdeburg durchsetzen, weiß, dass Männerhandball noch einmal eine ganz andere Nummer ist als die Spiele im Nachwuchs.

„Das ist körperlich ein Riesenunterschied. Ich bin gerade 17 geworden, kann jetzt gegen Männer spielen. Das kann mir viel helfen. Ich sammele so gut es geht Erfahrungen und mache immer das Beste daraus, versuche mich zu beweisen. Egal, ob Jugend oder Männer, ich versuche immer, 100 Prozent zu geben“, träumt er seinen Traum vom Profi.