Magdeburg l Eine 26:29-Niederlage bei der HSG Ostsee, davor ein 22:24 gegen den Oranienburger HC – den Youngsters des SC Magdeburg droht ein denkbar schlechter Jahresausstand. Umso mehr ist das Team von Trainer Vanja Radic am Sonnabend (19 Uhr) in der Hermann-Gieseler-Halle gegen die Mecklenburger Stiere aus Schwerin gefordert.

Torwart Lukas Diedrich ist jedenfalls voller Tatendrang. „Ein Sieg wäre unheimlich wichtig, weil man dann mit einem ganz anderen Gefühl das Jahr beendet“, erklärt der 19-Jährige. Und mit den Schwerinern haben die grün-roten Talente auch noch eine spezielle Rechnung offen. Im Hinspiel lagen die Magdeburger zur Pause schon mit 21:13 vorn – und spielten am Ende nur 32:32.

Kurioses Hinspiel

„An dieses verrückte Spiel kann ich mich auch noch sehr gut erinnern“, sagt Diedrich. „Wir haben damals eine überragende erste Halbzeit gespielt und nach der Pause das Spiel komplett aus der Hand gegeben. Kurz vor Schluss lagen wir dann sogar noch mit zwei Toren hinten und mussten froh sein, überhaupt noch einen Punkt geholt zu haben. Bei einer Acht-Tore-Führung darf das aber nicht passieren.“

Ein Spielverlauf, der aber in dieser Saison das Problem bei den Youngsters gut widerspiegelt. Diedrich: „Wir sind einfach nicht konstant genug. Wenn wir alles auf die Platte bringen, können wir es jeder Mannschaft schwermachen. Wenn nicht, bekommen wir auch gegen jedes Team unsere Probleme.“

Viele Verletzungssorgen

Erschwerend hinzu kamen auch die ständigen Personalsorgen. „Wir hatten immer wieder mit Ausfällen zu kämpfen. Ich weiß gar nicht, wann wir uns mal mit unserer kompletten Mannschaft auf ein Spiel vorbereiten und es dann auch bestreiten konnten. Durch Verletzungen fehlten manchmal sogar auf bestimmten Positionen die gelernten Spieler und wir mussten improvisieren. Dann wird es natürlich umso schwieriger, gegen gestandene Männerteams zu bestehen.“

Und die Verletzungssorgen reißen nicht ab. Gegen Schwerin fällt Rückraumspieler Hannes Bransche (Bänderriss im rechten Sprunggelenk) definitiv aus, hinter Spielmacher Oskar Schöll steht ein Fragezeichen. Dafür kann Linksaußen Justus Kluge, der zuletzt erkrankt war, wieder auf der Platte helfen.

Höhen und Tiefen bei Diedrich

Höhen und Tiefen durchlebte Diedrich zwischen den Pfosten auch selbst. Trainer Vanja Radic meint: „Was Lukas für eine Qualität hat, wissen wir alle. Das hat er bei uns über viele Jahre gezeigt, im Sommer hat er mit der deutschen U  19 eine Riesen-WM gespielt. Weil danach aber gleich die Saison begann, hatte er kaum Pause und ist da auch mal in ein kleines Loch gefallen. Das ist aber völlig normal.“

Was den Torwart der deutschen U-21-Nationalmannschaft trotzdem ärgert. „Ich bin sehr selbstkritisch und weiß deshalb auch genau, dass es schon einige Spiele gab, in denen ich der Mannschaft nicht so helfen konnte“, erklärt Diedrich.

Spagat auf Torhüter-Position

Obwohl er beim Deutschen Handballbund sogar zum Elitekader gehört, ist er bei den Youngsters nicht automatisch als Nummer eins gesetzt, sondern wechselt sich im Tor mit seinen Teamkollegen Janik Patzwaldt und Niclas Behrendt ab. Diedrich: „Darin sehe ich aber kein Problem. Wir sind eine Ausbildungsmannschaft. Und um sich weiter zu entwickeln, muss jeder auf seine Spielanteile kommen. Diesen Spagat muss unser Trainer machen. Das ist völlig normal.“