Magdeburg l Zunächst feierte er sein Bundesliga-Debüt für den SC Magdeburg. Anschließend ging es ins Saarland zur deutschen U-19-Nationalmannschaft. In Merzig stand das Turnier um den traditionellen Sparkassen-Cup statt. Neben Reimann standen mit Lukas Diedrich und Yannick Danneberg zwei weitere SCM-Talente im Aufgebot der Mannschaft von Trainer Erik Wudke.

Nach der Endspielniederlage zwölf Monate zuvor gegen Island dominierte die DHB-Auswahl das dreitägige Turnier diesmal mit Ausnahme der anfänglichen Überraschungsniederlage gegen Tschechien.

Hallo-Wach-Effekt

Das 22:24 zum Auftakt wirkte offenbar wie ein Hallo-Wach-Effekt. In den weiteren Vorrundenbegegnungen gegen Finnland (29:8) und die Schweiz (37:16) gewann der EM-Sechste genauso im Spaziergang wie im Halbfinale gegen Dänemark (44:26) sowie im Endspiel gegen Tschechien (41:23).

Diesen Sieg wollte Wudtke nicht als Revanche für die Auftaktniederlage verstanden wissen: „Es ging für uns um den Turniersieg anstatt um Revanche. Ich habe der Mannschaft vor der Partie nur gesagt, dass man ein Endspiel nicht spielt, sondern gewinnt. Das Team hat die richtige Antwort gefunden und das in der Analyse Erarbeitete sehr schnell umgesetzt.“

Reimann defensiv bester Außenspieler

Vor allem Reimann, der sich die Position auf Linksaußen mit DHB-Debütant Alexander Pfeifer (Großwallstadt) teilte, heimste nach dem Turnier Lob vom Bundestrainer ein. „Er ist defensiv der beste Außenspieler unserer Mannschaft, hat allerdings nicht die große Sprungkraft und kann in Sachen Athletik noch zulegen, was er aber mit seiner Schläue kompensiert.“

Doch auch Danneberg und Diedrich hatten ihren Anteil am Erfolg der deutschen Mannschaft, die aus einer großartigen Deckung heraus auf das Tempo drückte.

Dass die DHB-Sieben im Schnitt nur 19,4 Gegentreffer pro Partie kassierte, war auch der Verdienst von Schlussmann Diedrich, der genauso wie sein Flensburger Kollege Johannes Jepsen seine Klasse zeigte.

Qual der Wahl auf der Torhüterposition

„Unsere Torhüter haben sehr gut gehalten“, lobte Wudtke seine Schlussmänner und spricht bereits jetzt von der „Qual der Wahl“, wenn mit Diedrich, Jepsen und Finn Zecher, der aufgrund Diedrichs Verletzung im Sommer bei der Europameisterschaft in Kroatien im deutschen Kader stand, alle drei Kandidaten fit sind. Über Diedrich sagt Wudtke: „Lukas hat eine starke Technik und ist auch als Persönlichkeit wichtig für die Mannschaft.“

Danneberg war sowohl in Kroatien wie in Merzig dabei. Auch der 2,02-Meter-Hüne aus dem linken Rückraum hat starke Konkurrenz, zum Beispiel den Rhein-Neckar-Löwen Phillip Ahouansou. „Yannicks Wurfkraft ist bekannt, aber er muss mehr Aggressivität auf dem Feld ausstrahlen. Das ist eine Hürde für einen weiteren Entwicklungsschritt, weil eine aggressive Spielweise nicht seinem Naturell entspricht. Es wird interessant zu beobachten sein, ob er in diese Rolle hineinschlüpfen kann“, macht Wudtke klar, was er vom Halblinken erwartet.

Auch Schikora bleibt eine Option

Im vorläufigen Aufgebot für den Sparkassen-Cup stand auch der trickreiche SCM-Rechtsaußen Paul Schikora, den eine Bänderverletzung am Fuß daran hinderte, den guten Eindruck vom vorangegangenen Lehrgang bestätigen zu können. Wudtke, der den Kreis seiner im Fokus stehenden Spieler auf 28 beziffert, räumt ihm weitere Chancen ein: „Paul bleibt eine Option für uns.“