Magdeburg l Horst Keppler, Vorsitzender der Drittliga-Spielkommission des Deutschen Handball-Bundes, kam in den letzten Tagen und Wochen nicht nur angesichts der hochsommerlichen Temperaturen ins Schwitzen, galt es doch nach dem coronabedingten Saisonabbruch die Staffeln neu einzuteilen und Spielpläne zu erstellen. Da es keine Absteiger, wohl aber Aufsteiger gab, umfassen die vier Staffeln nun je 18 statt 16 Mannschaften, wurde der geografische Zuschnitt verändert.

„Bedingt durch die Geografie wird keine optimale und allseits zufriedenstellende Einteilung möglich sein“, erklärte Keppler dem Online-Portal „handball-world“.

Gegner aus sieben Bundesländern

In der Staffel Nord-Ost spielen neben Teams aus Schleswig-Holstein (unter anderem Aufsteiger HSG Eider Harde), Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern (u. a. Aufsteiger Stralsunder HV), Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt (u. a. Aufsteiger HC Burgenland) und Niedersachsen (u. a. Aufsteiger MTV Braunschweig) auch der SC DHfK Leipzig II aus Sachsen, der wie der Northeimer HC aus der Staffel Mitte hinzukam.

Weiter dabei sind die eigentlichen Absteiger Barmbeck und HSG Ostsee, während Staffelsieger Dessau-Roßlauer HV nun in der 2. Bundesliga antritt. Der Vorjahresdritte TuS Vinnhorst, der HSV Hannover (8.) und Burgwedel (14.) wechselten in die Staffel Nord-West.

Staffeleinteilung ist ein Kompromiss

Die Staffeleinteilung stelle nach Meinung der Verbandsverantwortlichen den bestmöglichen Kompromiss dar, findet aber nicht nur Zustimmung. So hätten sich vor allem kleinere Vereine künftig fünf Staffeln gewünscht, um weniger Spieltage und Reise-Kilometer zu haben.

Dazu hat der neue Youngsters-Trainer Stephan „Apollo“ Just eine klare Auffassung: „Größere Ligen mit mehr Spielen gab es ja auch schon in der 1. und 2. Bundesliga, jetzt haben wir das in der 3. Liga durch die Corona-Pandemie. Es ist natürlich immer ein Stück weit mehr Aufwand, mehr Organisation, und da die Saison auch noch einen Monat später anfängt, ist alles ein bisschen komprimierter. Aber im Endeffekt können wir es nicht großartig beeinflussen und müssen es nehmen, wie es ist, und das Beste daraus machen.“

Fünfte Staffel mit Für und Wider

Eine fünfte Staffel habe ein Für und Wider, so Just. Zwar hätte man weniger Spiele und kürzere Wege, aber auch das Problem der Aufstiegs- und Abstiegsrelegation. „Darum glaube ich, dass es so ganz vernünftig ist. Es wird ein größerer Aufwand werden, aber letztlich haben alle die gleichen Karten. Natürlich hätte ich gern gegen mehr Mannschaften aus Hannover gespielt, dafür haben wir jetzt den SC DHfK II dabei.“

Auch zur kommenden Gegnerschaft und den Favoriten in der Staffel Nord-Ost hat Magdeburgs Trainer Just eine Meinung: „Ich denke schon, dass Rostock weiter darauf aus ist, wieder aufzusteigen. Es gibt sicherlich dazu wie in den letzten Jahren weitere Mannschaften wie Altenholz, die oben ein Wort mitsprechen wollen und auch das Potenzial dazu haben.“

Mehrere Aufstiegsfavoriten

Zudem sieht der neue Magdeburger Trainer auch, „das Hildesheim immer sehr engagiert war, sich jetzt etwas umstrukturiert und Gelder aktiviert hat. Und Potsdam ist eine Mannschaft, die durchaus vermeintliche Favoriten ärgern kann, aber auch eine Mannschaft, die in den letzten Jahren in ‚Muss-Spielen‘ Punkte liegen ließ. Das kann man sich natürlich bei nur einem Aufstiegsplatz, wenn man wirklich hoch will, nicht allzu oft erlauben. Und schon gar nicht gegen vermeintlich schwächere Mannschaften.“

Zu den Ambitionen der Youngsters, die als zweite Mannschaft ähnlich wie im Profifußball nicht aufstiegsberechtigt ist, sagt Just: „Natürlich wollen wir, egal ob wir aufsteigen dürfen oder nicht, unsere Spiele gewinnen. Wenn wir unser Hauptaugenmerk, das auf der Entwicklung individuell und in Kleingruppen liegt, im Blick haben, und da alle einen guten Job machen, dann stellt sich der Erfolg automatisch ein. Nicht immer, aber immer öfter. Dann können wir auch eine gute Saison spielen, mit attraktivem, interessantem Handball.“

Mannschaften zur Weißglut bringen

Der Übungsleiter ergänzt: „Wir können Mannschaften ärgern, zur Weißglut bringen, die unbedingt oben sein wollen. Klar, wollen wir die Saison so gut wie möglich abschließen, aber der Tabellenplatz ist dabei nach hinten raus nicht so interessant.“ Mit dem Abstieg will aber auch Just von Anfang an nichts zu tun haben.

Sport ohne Zuschauer wie jetzt zu Corona-Zeiten ist auch für Just neu, aber notwendig: „Auch wenn einige Banner mit der Aufschrift ,Meine Gesundheit, meine Entscheidung´ in die Luft halten. Hier geht es nicht nur um die eigene Gesundheit, hier geht es um die Gesundheit von allen Menschen. Da muss man denn auch mal ein Stück weit Kompromisse eingehen“, hält er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg.