Magdeburg l Mit acht Toren zur Pause geführt und acht Sekunden vor Abpfiff den Ausgleich per Siebenmeter kassiert. Die SCM-Youngsters haben am Wochenende nur knapp einen Sieg in der dritten Liga verpasst. Bei den Mecklenburger Stieren aus Schwerin hieß es am Ende 32:32 (21:13).

Schon früh in der Partie war die Richtung für die Gastgeber aus Mecklenburg klar: Gegen den SCM II wird es heute richtig schwer. Das erste Tor markierte zwar Kevin Herbst von den Stieren, danach kam es für mehr als 40 Minuten nicht mehr zum Gleichstand, geschweige denn zur Führung aus Sicht der Gastgeber. Die junge Garde des SCM machte ihre Sache zu Beginn gut.

Das schnelle 1:1 durch Yannick Danneberg, der mit acht Treffern bester Werfer der Magdeburger an diesem Tag war, spielte in die Karten von Trainer Vanja Radic. „Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden. In der zweite Hälfte haben wir in den ersten zwanzig Minuten nur fünf Tore erzielt. Das hat uns dann das Spiel und den Sieg gekostet“, erklärt Radic. „Aber wie wir in den letzen zehn Minuten nochmal zurück in die Partie gefunden haben, war richtig geil.“

Starke erste Hälfte

Nach dem frühen Ausgleich ließ sich der SCM das Spiel in der ersten Hälfte nicht mehr aus der Hand nehmen. Nach fünf Minuten stand es 5:2, nach sieben Spielminuten musste das Trainerteam der Gastgeber um Joerg Bär und Mannhard Bech die erste Auszeit nehmen. Dies brachte den SCM II allerdings nicht aus der Ruhe.

Zwei Mal Yannick Danneberg und einmal Niklas Danowski trafen zum zwischenzeitlichen 6:11. „Wir haben gut gekontert und unsere Treffer in der Offensive gemacht. Wir hätten sogar noch mehr machen können. Ich schätze mal bis zu 30 Tore waren drin. Auch Niclas Behrendt, unser Torwart, war überragend“, so Radic nach dem Spiel.

Erneut war es wenig später dann Danneberg, der zwei Mal nacheinander aus sieben Metern traf (20. Spielminute). Das 16:9 war die Folge. Bis zur Halbzeit wurde diese Sieben-Tore-Führung gar noch auf acht Treffer ausgebaut. Mit 21:13 ging es in die Kabinen in der Sport- und Kongresshalle in Schwerin.

Halle ist ein Hexenkessel

Als Schiedsrichter Christian Dux dann zur zweiten Halbzeit anpfiff, folgte eine für den Trainer Radic unerklärliche Unsicherheit: „Die Halle war ein Hexenkessel. Das hat uns vielleicht beeindruckt und wir haben leichte Fehler gemacht. Das lief in der ersten Halbzeit gerade im Abschluss noch besser.“

Nach 40 Minuten waren die Schweriner Stiere dann langsam aber sicher dran am Unentschieden. Adam Papadopolus traf zum 20:23 für die Mecklenburger. Zwar konnte Oskar Schöll im Anschluss noch auf 26:23 für die Magdeburger Youngsters erhöhen, die drei Treffer zum Unentschieden waren dann in der 50. Minute passé. „Zu diesem Zeitpunkt waren wir nicht mehr richtig in der Partie. Ein paar Minuten haben wir sogar mit einem Treffer zurückgelegen. Danach sind wir aber nochmal sehr stark zurückgekommen“, analysierte Radic.

In der letzten Spielminute überschlugen sich dann die Ereignisse. Durch zwei hintereinanderfolgende Tore von Renars Uscins und Hannes Bransche schaffen die Youngsters das 32:31. „Ein unglaubliches Comeback von meinen Jungs. Da haben wir Nerven bewiesen. Leider haben wir dann einen unglücklichen Siebenmeter gegen uns bekommen. Acht Sekunden vor dem Ende. Da war die Enttäuschung direkt nach dem Spiel erstmal groß“, so Radic. Trotzdem ist er sich sicher, wenn ihn vor dem Spiel jemand gefragt hätte, ob er das Remis mitnehmen würde, hätter er ja gesagt. „Mit dem Spielverlauf ist das natürlich trotzdem ärgerlich.“