Berlin l Als die Talente des SC Magdeburg am Sonnabend in „Füchse Town“ in ihre Kabine marschierten, mussten sie an einer eindrucksvollen Bilder-Galerie vorbei. Im Kabinengang des Füchse-Trainingszentrums hängen die Fotos von den Berliner Nachwuchs-Teams, die seit 2010 in der A- und B-Jugend immer einen Meistertitel abräumten.

Auf ein aktuelles Meisterfoto in der A-Jugend können aber nun eher die Magdeburger hoffen. Denn die zogen am Sonnabend in der Tabelle der Nordost-Bundesliga durch einen starken 32:28-Sieg an den Berlinern vorbei. Die SCM-Jungs sind jetzt hinter Flensburg Zweiter und können aus eigener Kraft das Viertelfinale erreichen.

Als beim Stand von 29:26 die Uhr nur noch gute zwei Minuten anzeigte, begann die grün-rote Party schon. Zur Unterstützung waren auch die B- und C-Jugendlichen des SCM mit nach Berlin gereist und stimmten das Magdeburger Lied an. Nach der Schlusssirene gab es dann kein Halten mehr, die Talente hüpften ausgelassen auf der Platte herum. „Vom Kampf und Willen her war das heute überragend“, analysierte Trainer Fabian Metzner stolz. Während seine Jungs die Party in ihrer Kabine fortsetzten, musste er sich erst einmal außerhalb der Halle auf eine Bank setzen und tief durchatmen.

Metzner wird zum Fuchs

Bei der Spielvorbereitung wurde Metzner in taktischer Hinsicht zum Fuchs und zwang mit seinem System die Gastgeber zu vielen Würfen aus der Distanz. Metzner: „Wir wollten kompakt stehen, um die Füchse nicht zu nah an den Kreis zu lassen. Denn da finden sie mit ihrer individuellen Klasse immer eine Lücke. Aus der Distanz fehlen ihnen aber die richtigen Shooter.“

Metzner behielt Recht. Die Bälle, die aus der Ferne aufs SCM-Tor flogen, waren oft Beute für den überragenden Torwart Lukas Diedrich. Der 18-Jährige spielt normalerweise für die Youngsters in der 3. Liga. Genau wie Yannick Danneberg, der ebenfalls die A-Jugend verstärkte. Mit Renars Uscins könnte der beste Werfer (7 Tore) sogar auch noch B-Jugend spielen. Uscins: „Die Spiele bei den Füchsen sind immer besonders. Hier sieben Tore geworfen zu haben, ist deshalb nicht alltäglich.“

Größerer Wille entscheidet

Als es nach einer guten Viertelstunde 8:5 für die Füchse stand, sprach zunächst vieles gegen den SCM. Doch selbst ein erneuter Drei-Tore-Rückstand beim 11:14 (28.) brach den Willen der Gäste nicht. Und auch die verpasste Möglichkeit, beim Stand von 17:15 (37.) gleich dreimal, inklusive Siebenmeter, eine Drei-Tore-Führung verpasst zu haben, steckten die Magdeburger weg.

„Der SCM hat es in den entscheidenden Phasen mehr gewollt und deshalb verdient gewonnen“, stellt auch Füchse-Trainer Bob Hanning fest. Denn nachdem die Füchse nochmal 22:21 (49.) geführt hatten, gingen die SCM-Jungs endgültig auf Siegkurs. Yannick Danneberg: „Ich habe hier noch nie gewonnen. Und dabei standen die Vorzeichen für uns eigentlich gar nicht so gut, weil wir kaum in dieser Formation trainieren konnten. “

SCM: Diedrich (Patzwald) - Gehlert 2, Hoffmann 2, Haake 4, Uscins 7, Haeske 2, Schöll 5, Winter 1, Wucherpfennig 2, Eißing 2, Danneberg 5, Döbler Zeitstrafen: 2/4; Siebenmeter: 4/4 - 1/1. Schiedsrichter: Thomas Hörath / Timo Hofmann. Zuschauer: 260