Magdeburg l Plötzlich Stillstand. Und verwunderte Blicke. Nicht nur von den Fans. Auch von den Spielerinnen und dem Trainerstab. Die Anzeigetafel gab im Sachsen-Anhalt-Liga-Duell des TuS 1860 Magdeburg-Neustadt am Sonntag gegen den HC Burgenland II den Geist auf. Gut zehn Minuten war das Spiel unterbrochen.

Doch die technische Panne blieb der einzige Makel an diesem Tag. Danach lief es für die Neustädterinnen beim 31:27 (15:10)-Erfolg hervorragend. „Zu 100 Prozent zufrieden“ war Coach Wolfgang Matzat. „Besser konnte es für uns nach der langen Pause nicht laufen. Wir haben das Spiel von Beginn an bestimmt.“

Technik bringt TuS aus dem Konzept

Was das 5:0 (8.) untermauerte. Doch die anschließenden technischen Probleme in der Sporthalle Nachtweide brachten den TuS etwas aus dem Konzept, den Gegner wiederum auf 5:8 heran (17.). Doch die Reserve des Mitteldeutschen Oberligisten kam nicht wirklich gefährlich heran. Weil die Matzat-Sieben „ruhig geblieben“ war. Mit einer starken Deckung, wenig technischen Fehlern und guten Kontern über die zweite Welle. „Die gute Torhüterleistung von Karen Breitkopf war sehr hilfreich. Sie hat die Bälle schnell rausgeholt und die Gegenangriffe eingeleitet“, lobte Matzat.

Entscheidend war die Phase vor und nach der Pause, als sich die Gastgeberinnen von 13:10 (28.) auf 19:10 (34.) absetzten. Dass es zum Ende doch noch einmal knapper wurde – für Matzat geschenkt. Denn sein Team hatte „ein paar Gänge zurückgeschaltet.“ Zudem vertraute er auch Spielerinnen der zweiten Garde. Die auch überzeugten, denn der Trainer betonte die „mannschaftliche Geschlossenheit“.

Wesslowski springt ein

Jenny Friese (neun Tore) avancierte einmal mehr zur besten Werferin. Und als sie in Manndeckung genommen wurde, riss Leonie Wesslowski „das Spiel an sich. Sie hat das sehr gut gemacht“, so Matzat, der aber festhielt: „Auch die beiden sind nur so gut wie ihre Nebenleute.“

HSV legt Blitzstart hin

Einen Sprung in der Tabelle machten die HSV-Frauen, die mit einem 31:23 (16:9) gegen die SG Lok Schönebeck am Gegner vorbei und als neuer Zweiter an den TuS heranrückten.

Der deutliche Sieg zum Jahresstart bringt dem jungen Team weiteren Auftrieb. Zumal ein Erfolg gegen Lok nicht selbstverständlich ist. Doch Trainer Harry Jahns hatte eine simple Erklärung: „Wir hatten einfach die bessere Abwehr und die besseren Torhüter.“

In allen Mannschaftsteilen top

Wie TuS erwischte auch der HSV einen Start nach Maß. Und das im doppelten Sinne. Nicht nur mit den zwei Punkten im neuen Jahr. Auch mit frühen Toren im Spiel. 7:1 hieß es nach gut elf Minuten. „In der Anfangsphase waren wir sehr stark, haben alle unseren Chancen reingehauen“, freute sich Jahns. Und hinten? Da blockte entweder die Abwehr stark oder Torhüterin Samantha Bambynek hatte noch einen Finger am Ball.

Seinen Frauen gab die klare Führung die nötige Sicherheit. „Sie haben konzentriert weitergespielt“ und die sich bietenden Freiräume ausgenutzt, weil Lok immer mehr ins Risiko ging. Was dem HSV zwischenzeitlich eine 13-Treffer-Führung und Lucie Müller elf Tore einbrachten.

Starke HSV-Rückraum-Reihe

Ein Lob gab es von Jahns für die gesamte Rückraum-Reihe. „Lucies elf Tore müssen ja auch vorbereitet werden. Da hat vor allem Katharina Schmidt-Bremme sehr gut gearbeitet.“

TuS 1860 Magdeburg: Breitkopf, Baake - Witte, L. Haegebarth 4, Iganiciuk, Müller, Wesslowski 6, Heine 5, Jura, Matthei 4, J. Haegebarth 2, Friese 9, Schlecht 1

 

HSV: Pape, Weyer, Bambynek - Schmidt-Bremme 3, Mrutzek 1, Müller 11, Jahns 5, Titsch 2, von Wangelin, Falkenberg, Geue 1, Sill-Beust 8