Magdeburg l Die Ausgangslage für das Halbfinal-Rückspiel um die deutsche Meisterschaft am kommenden Sonnabend könnte besser sein für die Elbestädter. Doch dem ersten Frust nach der unverhofften 25:27-Heimpleite folgte die schnelle Kampfansage.

Coach Bauer kennt Ursachen

„Wir wissen selbst, dass wir unglaublich viel Luft nach oben haben. Es geht jetzt darum, dass wir uns unter der Woche so vorbereiten, dass wir da hinfahren und mit drei Toren gewinnen. Das ist unser Ziel“, beschwor SCM-Coach Julian Bauer seine Jungs unmittelbar nach dem Spiel in der Kabine.

Titelverteidiger Magdeburg schaffte es nur in der Anfangsviertelstunde, den wurfgewaltigen Gästerückraum in Schach zu halten und auch die gefährlichen Anspiele an den Kreis zu unterbinden. In der 14. Minute führte der SCM vor den 350 Zuschauern, darunter eine Busladung Gästefans, mit 8:6, doch nach dem 8:8 kippte das Spiel.

Viele Fehler beim SCM

Technische Fehler und Ballverluste bremsten immer wieder das Angriffsspiel der Hausherren, die zudem mehrfach mit freien Würfen am überragenden Jannik Büde im Melsunger Kasten scheiterten. Auch ein Wechsel im SCM-Tor von Niclas Behrendt zu Jonas Wucherpfennig brachte in dieser Phase nichts. Unkonzentriertheiten in der Abwehr und fehlendes Wurfglück ließen die Nordhessen mehrfach mit drei Toren in Führung gehen.

Vor allem Ole Pregler (Nummer 23), der fünfmal traf und immer wieder sehenswert Lasse Hellmann (Nummer 30) am Kreis einsetzte, war nur schwer unter Kontrolle zu bringen. Hellmann wurde mit sechs Treffern bester Gästewerfer, brillierte dabei zehn Minuten vor Schluss mit einem tollen Rückhand-Tor (44. Minute).

Unterstützung war da

Über fehlende Unterstützung konnten sich die Elbestädter allerdings nicht beklagen. Die fast komplette A-Jugend und auch zahlreiche Youngsters-Spieler gaben gegen den lautstarken Gäste-Anhang alles. Rückraumakteur Dino Mustafic ließ dabei sogar seine grün-rote Tröte auf die Spielfläche fallen, die auf dem Parkett prompt in ihre Einzelteile auseinanderfiel.

„Es ging eigentlich nur darum, das Zentrum dichtzuhalten. Das haben wir heute nicht auf dem Niveau geschafft, wie wir es gebraucht hätten. Dabei war die Abwehr bisher immer unsere Stärke“, weiß SCM-Coach Bauer ganz genau, wo er für das Rückspiel ansetzen muss. Auch Jungprofi Justus Kluge, der mit einer Rassel im SCM-Fanblock saß, hofft auf eine Leistungssteigerung der Bauer-Truppe im Rückspiel: „Noch ist alles drin.“

SCM-Tore: Haeske 7, Haake 5/2, Uscins 5/2, Eberhardt 4, Eißing 2, Krömke 1, Möller 1