Magdeburg (msü/hm) l Euphorisch waren die Herren des MSV Börde im Spätsommer 2018 als Aufsteiger in der Mitteldeutschen Feldhockey-Oberliga an den Start gegangen. Doch 14  Spiele später waren die Stadtfelder mit null Punkten und 5:118 Toren abgeschlagener Tabellenletzter. Nun ist klar: Die Kata-strophen-Saison endete nicht nur mit dem Abstieg, sondern gleich im Komplettrückzug.

Nur noch in der Halle

Die Stadtfelder werden künftig nicht mehr am Spielbetrieb auf dem Feld teilnehmen. In der neuen Saison werden sie nur noch in der Halle spielen. „Eigentlich hatten wir schon für die neue Saison gemeldet, doch nach der desaströsen Rückrunde und den immer größer werdenden personellen Problemen mussten wir die Reißleine ziehen“, erklärt Thomas Reggelin.

Abteilungsleiter half selbst als Spieler aus

Der 67-Jährige ist nicht nur Abteilungsleiter beim MSV Börde, sondern auch langjähriger Präsident des Landeshockey-Verbandes. Dass er in der abgelaufenen Saison selbst noch als Spieler aushalf, beschreibt die Situation beim MSV Börde nur zu gut. „In den zurückliegenden Jahren wurden immer mehr Studierende in das Team eingebaut. Die waren sportlich oftmals ganz stark, doch konnte man nie richtig mit ihnen planen. Sie kamen erst zu Semesterbeginn im Herbst nach Magdeburg und dann zu uns, mussten oft kurzfristig zu den Spielen absagen.“

Dass Hockey nach wie vor eine von Akademikern geprägte Sportart ist, merken die Börde-Verantwortlichen auch am eigenen Nachwuchs. Reggelin: „Wir hatten und haben durchaus vielversprechenden Nachwuchs. Doch wenn die Jungs das Abitur gemacht haben, sind sie weg, gehen zum Studium. Darum waren wir auf Zugezogene angewiesen, doch der Prozess bekam eine zu große Eigendynamik.“

Erfolgreiche Zeiten bei Börde und Lok

Mit dem Rückzug geht fürs Erste eine lange Ära an der Elbe zu Ende. Schon 1949 bei Gründung des MSV Börde wurde auf rotem Sand an der Harsdorfer Straße erfolgreich Hockey gespielt, die Damen wurden in den 1950er Jahren dreimal DDR-Meister. Die Herren wechselten bald zum ESV Lok in den Stadtpark, landeten zwischen 1970 und 1976 stets unter den besten drei in der DDR. Mit Errichtung des ersten Kunstrasenplatzes in der Elbestadt an der Harsdorfer Straße 1992 kehrten sie zum MSV Börde zurück.

Jetzt ist erst einmal Schluss. Aber Reggelin und seine Mitstreiter geben nicht auf. Momantan habe der MSV so viel Nachwuchs wie noch nie. Der Hockey-Chef optimistisch: „2020 melden wir wieder eine Feldhockey-Mannschaft an.“