Magdeburg l Kurz vor dem ersten Aufschlag wird auch das Adrenalin von Marko Schulz aus dem USC-Trainerduo mit Dennis Raab ganz leicht auf den Explosionspegel springen. Über die Vorbereitung, die Herausforderung der neuen Serie in der dritten Volleyball-Liga und den Stammsechser sprach die Volksstimme mit dem 38-jährigen Coach.

Volksstimme: Marko Schulz, ist Ihre Mannschaft bereit für die dritte Liga?

Marko Schulz: Das wollen wir hoffen. Wir haben in den vergangenen Wochen viel gearbeitet, haben viele Testspiele bestritten. Ich glaube sogar, das ist eine der intensivsten Saisonvorbereitungen beim USC gewesen. Und ich denke, alle sind gut drauf.

Sie haben vor allem einen der größten Kader mit 16 Spielern, den der USC wohl jemals hatte. Wie schwer wird es sein, alle qualitativ guten Akteure einzusetzen?

Das wird die Herausforderung in dieser Saison werden, da bin ich mir sicher. Wir werden sicherlich nicht zu jedem Spieltag mit der vollen Besetzung antreten können, weil es für viele in erster Linie ein Hobby ist. Weil man immer mit Ausfällen aus unterschiedlichen Gründen rechnen muss. Das wird sich also im Laufe der Saison ausgleichen. Wir haben in dieser Woche in einer Mannschaftssitzung auch erklärt, wie die Einsatzzeiten verteilt werden, um erfolgreich zu sein. Wir wollen eben kein Freizeitvolleyball spielen, sondern mindestens die dritte Liga halten. Deshalb wird es auch jeder Spieler verstehen, wenn er nicht so viele Einsatzzeiten im Laufe der Saison erhält.

Mit Toni Wenzlaff konnten Sie in der Endphase der Vorbereitung noch einen Diagonalangreifer vom VC Olympia Berlin gewinnen. Welche Rolle wird oder kann er spielen?

In seiner Karriere hat er bislang im Mittelblock und im Diagonalangriff gespielt. Er macht einen sehr, sehr guten Eindruck, ist technisch sehr gut ausgebildet und hat das Spiel verstanden. Das macht die Ausbildung beim VCO natürlich auch für uns Gold wert. Bei uns wird er auf der Diagonalposition auf jeden Fall seine Spielanteile bekommen.

Nach den Eindrücken der Vorbereitung: Wird die dritte Liga ein Abenteuer oder eine solide Angelegenheit für den USC?

Das ist schwer zu sagen: Wir hatten mit den Dessau Volleys, CV Mitteldeutscheland und SC Potsdam drei Drittligisten im Test. Das waren immer ordentliche Leistungen von uns, aber Punktspiele sind etwas anderes. Als Abenteuer würde ich die neue Saison nicht bezeichnen. Es wird wichtig sein, gut in die Serie zu starten. Dann schauen wir von Spiel zu Spiel.

Sie sind mit Ihren 38 Jahren lange dabei, spüren Sie sowas wie Nervosität oder sind Sie als Lehrer der Coole von der Schule?

(lacht) Naja, dritte Liga ist für mich auch Neuland, sowohl als Spieler als auch als Trainer. Als ich noch aktiv war, gab es diese Liga nicht. Als Trainer habe ich sie ebenfalls noch nicht absolviert. Am Ende ist es eben Volleyball. Ich weiß, wohin wir wollen. Aber natürlich, werde ich auch nervös sein bei den Spielen, da bin ich sicherlich nicht der Coole. Wichtig wird es sein, dass wir das der Mannschaft nicht zeigen. Aber mit Dennis Raab habe ich natürlich einen erfahrenen Assistenten auf der Bank, der nicht nur super Hinweise gibt, sondern der auch mal die richtigen Worte für mich findet, wenn ich zu sehr unter Spannung stehe.

Wie wird denn der Startsechser zum Saisonauftakt beim CV Mitteldeutschland aussehen?

Gesetzt sind in jedem Fall Tom Heidecke auf Zuspiel, Cedrik Moede und Christoph Liebsch auf Außen und Sören Schipper als Libero, weil Philipp Grau nicht dabei sein wird. Auf der Diagonalposition werden Tim Lautenschläger oder Toni Wenzlaff beginnen. Und in der Mitte haben wir mit Lennard Roßmy, Christian Ihle, Andreas Kusnezov oder Bennet Drebenstedt mehrere gute Spieler, da müssen wir uns keine Gedanken machen.

Sören Schipper ist mit seinen 19 Jahren ein sehr junger Libero, was auch immer die Gefahr birgt, dass er schnell mit sich unzufrieden ist, wenn ihm Fehler unterlaufen. Ein Punktspiel setzt ihn womöglich zusätzlich unter Druck. Wie kann das Team ihn unterstützen?

Zunächst einmal haben wir Sören in dieser Saison erst fest auf die Liberoposition gestellt. Und dafür macht er seine Sache sehr ordentlich, gerade in der Annahme. Und wenn wir ihm dann zwei sichere Annahmespieler zur Seite stellen, wird es auch wenige Probleme geben. Klar, die Drucksituation hat man nur im Wettkampf. Es ist auch schwierig, sie in der Vorbereitung zu simulieren. Aber als Team sind wir in der Lage, ihn aufzufangen und zu unterstützen.

Ist es eigentlich gut, zum Saisonstart gegen einen Kontrahenten anzutreten, den man nun schon in der Vorbereitung erlebt hat?

Das ist eine gute Frage. Das werden wir am Sonnabend sehen. Es war eigentlich nicht der Plan in der Vorbereitung, gegen den CVM oder auch gegen die Dessau Volleys zu spielen. Das hat sich erst aufgrund der Corona-Krise so ergeben. Wir haben jedenfalls keine Angst vor der Begegnung, aber wir wissen, dass es eine Herausforderung wird. Und der stellen wir uns gerne.