Magdeburg l Am 31. Oktober 2020 rollte für die A-Junioren des SV Fortuna letztmalig der Ball. Zu Gast beim FC Mecklenburg Schwerin (2:3) verabschiedete sich die Mannschaft von Trainer Eicke Schiller ausgerechnet mit der schwächsten Saisonleistung in die verlängerte Winterpause. „Das nervt gewaltig“, denkt sich Mittelfeldspieler Ali Maarouf mit Blick auf den bisher letzten Auftritt, „die Niederlage war nämlich absolut unnötig“.

Positives Fazit

Doch kann eben jener „erster Ausrutscher“, wie Trainer Eicke Schiller die überraschende Pleite damals bezeichnete, das Gesamtbild des Aufsteigers nicht trüben. „Mit unserer bisherigen Saisonleistung können wir sehr zufrieden sein“, betont Maarouf, der damit nicht nur die reine Ausbeute von 14 Punkten aus neun Partien und den derzeit siebten Tabellenplatz meint. „Es ist vor allem die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, wie wir den Kampf in der Regionalliga angenommen haben“, sagt der 18-Jährige.

Einer von denen, die in dieser Kategorie bisher besonders glänzen konnten, ist eben Ali Maarouf. „Er kämpft immer bis zum Umfallen, hat sich seinen Platz in der Mannschaft erarbeitet und sich unverzichtbar gemacht“, lobt ihn Trainer Schiller. So verwundert es nicht, dass der Rotschopf in jedem Saisonspiel der Fortunen in der Startaufstellung stand.

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Allrounder Maarouf

Nur die Positionen, auf denen er zum Einsatz kommt, können durchaus variieren. „Eigentlich habe ich schon auf jeder Position gespielt“, erzählt Maarouf. Sinnbildlich dafür stehen allein die letzten beiden Jahre. Im FCM-Nachwuchs zuletzt in die Innenverteidigung gesteckt, sah ihn Fortuna-Coach Schiller hingegen als Stürmer. Mit 15  Torbeteiligungen in zwölf Partien zahlte Maarouf dieses Vertrauen prompt zurück.

Mittlerweile führten ihn die Überlegungen des Trainergespanns aber wieder defensiver. „Über die Zehnerposition bin ich auf die Acht, ins zentrale Mittelfeld, gerutscht“, erzählt er und ist mit dieser Entwicklung sehr zufrieden: „Im Zentrum, wenn ich sowohl nach vorne als auch nach hinten gefordert bin, gefällt es mir am besten.

Neue Rolle angenommen

Einhergehend mit der neuen Position hat Schiller ihn als Führungsspieler in die Pflicht genommen. „Wir haben ihm diese Rolle und Verantwortung zugeschoben, weil wir ihm das zugetraut haben“, erzählt der Coach. „Aus meiner aktiven Zeit weiß ich, was das bei einem Spieler bewirken kann. Bei Ali ist genau das eingetreten, nämlich, dass er diese Rolle sehr verantwortungsvoll erfüllt“, lobt Schiller.

Im Heimspiel gegen den SV Babelsberg trug er sogar die Kapitänsbinde am Arm.Ohnehin sieht der 43-Jährige einen „extremen Entwicklungs- und Reifeprozess“ im gebürtigen Burger: „Wie er sich in den letzten anderthalb Jahren gemacht hat, ist beeindruckend. Er ist ein Paradebeispiel, wie wichtig es für junge Spieler ist, dass sie auf Einsatzzeiten kommen.“

Ein anderes Gefühl am Schöppensteg

Dieses uneingeschränkte Vertrauen genoss Maarouf, der in der U 12 vom Burger BC zum FCM gewechselt war, im Nachwuchsleistungszentrum zuletzt nicht mehr. „Ich wurde in der zweiten B-Jugend-Mannschaft aufgefangen, aber es war klar, dass der Sprung zur U 19 für mich zu groß werden würde“, erzählt er. Darum folgte im Sommer  2019 der Wechsel an den Schöppensteg, den Maarouf kein bisschen bereut.

Schließlich konnte er sich dort den Traum von der Regio-nalliga erfüllen. „Das mit der Mannschaft erreicht zu haben, war ein grandioses Gefühl“, erzählt Maarouf, der nach seinem Abitur im Vorjahr inzwischen Wirtschaftsinformatik studiert. „Am meisten gefällt mir bei Fortuna das Miteinander. Das fühlt sich ganz anders an als beim FCM, wie eine große Familie.“

Dieses Teamgefühl vermisst er. „Gerne würde ich wieder mit den Jungs um Punkte kämpfen“, erzählt Maarouf, dem die letzten Monate im Nachwuchsbereich bevorstehen. Wie es danach weitergeht, weiß der Youngster noch nicht. „Eine Anfrage gab es vom Burger BC – von meinem älteren Bruder“, erzählt er lachend, „ich kann mir aber auch sehr gut vorstellen, bei Fortuna zu bleiben“.