Pitesti/Magdeburg l In jedem Wort waren gestern die Emotionen der Josefine Landt zu hören. „Ich weiß noch gar nicht, wohin mit mir“, teilte die Kanutin vom SC Magdeburg eine halbe Stunde nach ihrem Silbergewinn mit. Oder: „Ich bin völlig überwältigt.“ Von der Medaille, von dem finalen Rennen im Vierer-Kajak über 500 Meter bei der Weltmeisterschaft der Junioren und U 23 im rumänischen Pitesti. Im Gegensatz zur Juniorin haben sich am zweiten Tag der Titelkämpfe nicht alle Magdeburger Träume erfüllt: Moritz Florstedt im K1 über 1000 Meter wurde undankbarer Vierter. Julia Hergert (U 23) im K4 über 500 Meter belegte den sechsten Platz.

Erster Dank gilt der Familie

Landt bedankte sich sogleich erst bei ihrer Familie, ihren Eltern und ihrem Bruder, „die mir immer wieder aufhelfen, wenn ich gerade am Boden bin“. Was sie zuletzt ein wenig war, weil ihr ein zweiter WM-Start auf dem Speichersee Budeasa am Fluss Arges verwehrt wurde. Und sie bedankte sich bei ihrem Trainer Eckhard Leue, der „in den vergangenen Wochen wieder das Beste aus mir herausgeholt hat“, berichtete die Sportgymnasiastin, die bereits im vergangenen Jahr im K4 Silber bei der WM in Plovdiv (Bulgarien) gewonnen hatte.

Das Ergebnis in Pitesti war indes eindeutig. Mt Svenja Hardy, Wiebke Glamm und Katharina Diederchs erreichte sie nach 1:40,160 Minuten das Ziel – 2,09 Sekunden hinter den Ungarn, 0,9 Sekunden vor dem Boot aus Kanada. „Das war ein hartes Rennen bei Gegenwind“, erklärte Landt zu den Bedingungen und ergänzte: „Aber es wird auch ein unvergessliches bleiben.“

Florstedt verfehlt Bronze

Emotionen klangen auch bei Moritz Florstedt gestern durch. Allerdings kündeten sie nicht von Freude, sondern von Enttäuschung. Beim Sieg des Ungarn Andras Redl (3:43,493) im K1 über 1000 Meter verfehlte der Magdeburger den Bronzeplatz mit 3:47,621 Minuten um 0,695 Sekunden. „Nach einem Fehlstart bin ich nervös geworden“, resümierte der 17-jährige Schützling von Mark Zabel. „Ich bin das Rennen viel zu schnell angegangen und bin nach 500 Metern auch viel zu schnell festgegangen“, berichtete er. „Ich habe es mir einfach schlecht eingeteilt.“ Florstedt hat noch eine Medaillenchance im K4 über 500 Meter.

Die hat auch Julia Hergert im K1 über jene Distanz. Im K4 (500 m) blieb die 20-Jährige mit Katinka Hofmann, Marie Thielemann und Xenia Jost indes chancenlos: Mit 1:41,583 Minuten verpasste das Boot beim Sieg der Polinnen das Podest um 2,805 Sekunden.