Magdeburg l An 13 von 17 Spieltagen führten die ehemaligen Zweitliga-Kegler aus Lemsdorf die Verbandsliga-Tabelle an. Ausgerechnet am vorletzten Spieltag kassierte die Mannschaft um Gerhard Piekacz mit 3:5-Mannschaftspunkten die erste Heimniederlage und machte so Germania Schafstädt (22:12 Punkte) zum neuen Spitzenreiter. Daran änderte auch die Tagesbestleistung von Steffen Blumtritt mit 564 Holz nichts.

Gedränge an Tabellenspitze

Bereits während der gesamten Saison geht es an der Tabellenspitze unheimlich spannend zu. Auch vor dem morgigen letzten Spieltag können sich noch drei der zehn Teams Titelhoffnungen machen. Neben Tabellenführer Schafstädt und dem MSV 90 (21:13) auch noch Blau-Weiß Elsnigk (20:14). Die Lemsdorfer müssen am Sonnabend bei Blau-Weiß Könnern ran. Der Gegner steht bereits als Absteiger fest, muss gemeinsam mit Schlusslicht Romonta Stedten runter.

Trotzdem bleibt ein wenig Unsicherheit beim MSV. „Wir kennen die dortige Bahn überhaupt nicht. Sie ist für uns sportliches Neuland“, sagt Spieler Dirk Hecht. „Natürlich wollen wir gewinnen, haben Platz eins aber nicht mehr selbst in der Hand.“ Dafür müsste Schafstädt bei Grün-Weiß Langendorf verlieren.

Deren Bahn kennt Hecht wiederum aus dem Effeff, wechselte er doch vor Jahren von den Grün-Weißen zum MSV 90 an die Elbe. Damals waren die Lemsdorfer noch in der 2. Bundesliga, 200 Wurf, unterwegs. Nach dem Zwangsabstieg in die Verbandsliga sind sie auf 120 Wurf umgestiegen.

MSV 90 will nicht aufsteigen

Doch selbst wenn die Magdeburger die Tabellenführung zurückerobern und doch noch Landesmeister werden sollten, ihr Aufstiegsrecht würden sie nicht wahrnehmen. Das teilten sie Staffelleiter Parick Jahn bereits vor längerer Zeit mit. „Zum einen fehlen uns die personellen Möglichkeiten, zum anderen können wir uns das finanziell nicht leisten“, erklärt Hecht.

Nach Könnern fahren sie am Sonnabend zwar mit acht Aktiven, doch fielen in der Vergangenheit immer mal ein, zwei Spieler aus verschiedenen Gründen aus. Dass sie finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, zeigt der Umstand, dass die MSV-Kegler ihre Fahrtkosten für Auswärtsspiele aus eigener Tasche zahlen. Selbst für einen neuen Drucker zur Wettkampfauswertung fehlen die benötigten 750 Euro. Auch die Vier-Bahnen-Anlage der Classic-Kegler an der Bodestraße wäre wohl nicht zweitligatauglich. „Wir haben noch eine gegossene Bahn, bräuchten aber eine segmentierte, bei der die Einzelteile zusammengeschraubt werden“, sagt Hecht.

So liebäugeln die Kegler aus Lemsdorf noch mit dem Titelgewinn, aber eine Welt würde auch nicht zusammenbrechen, wenn am Ende Platz zwei oder drei herauskäme. Dennoch wird Dirk Hecht morgen immer mit einem Auge in Richtung zu seinen Ex-Kameraden in Langendorf schauen und den Live-Ticker, den es auch für die Classic-Kegler gibt, verfolgen.

Fusion mit FSV?

Egal, wie die Saison endet, die Mannschaft will auch in der kommenden Saison zusammenbleiben. Hecht: „Wir sind ein verschworener Haufen, treffen alle Entscheidungen einstimmig.“ Doch da auch künftig kaum mit frischem Blut zu rechnen ist, überlegen die MSV-Kegler, eine Fusion mit den Kegelfreunden vom Fermersleber SV einzugehen.