Magdeburg l Am Ende der Saison mussten die Einzelteile von der Piste gekratzt werden. So viel Schrott wurde in den beiden Wertungsrennen am vergangenen Wochenende auf dem Hockenheimring produziert. Jeweils vier der 18 Piloten sind gar nicht mehr ins Ziel gekommen. Dominique Schaak hatte indes aufgepasst, er ist eher defensiv dem Titelkampf in der DTM Trophy, einer Serie im Rahmen des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM), gefolgt. Und damit den Unfällen aus der Spur gegangen. Nur zu einem Platz in den Top Ten und damit in den Punkten hatte es in den beiden halbstündigen Läufen nicht ganz gereicht. Schaak wurde einmal Elfter und einmal Zwölfter. „Für mich war der Saisonabschluss letztlich nicht ganz zufriedenstellend“, sagte der Magdeburger aus dem Racing-One-Team. „Mir hat an diesem Wochenende irgendwie der Speed gefehlt.“

Speed ist im Motorsport allgemein ein ganz gutes Stichwort, und im Fall von Dominique Schaak im Speziellen außerdem. Denn mit Vollspeed ist er in diese Trophy gerauscht. Mitten in der Saison. Nach nur zwei der obligatorischen acht Testtage, die ein Pilot vor der ersten grünen Ampel des Jahres absolviert. Er selbst hatte im September seinen Platz im ADAC GT Germany geräumt – und fuhr nur wenige Tage später eben in jener Trophy. Mit Erfolg. „Es war nicht zu erwarten, dass ich gleich so konstant auf Top-Ten-Kurs fahre“, so Schaak. Das hat auch seine Sponsoren und die Teamverantwortlichen gefreut. Letztere haben ihm gleich das Vertrauen für die kommende Saison ausgesprochen. Auch in der Hoffnung, dass es dann regelmäßig in die Top Ten gehen wird.

Bester auf der Geraden

Davon ist Schaak nach diesem kurzen Saisoneinsatz mit nur sechs Rennen bei drei Veranstaltungen auf dem Nürburgring, in Zolder (Belgien) und eben in Hockenheim überzeugt. Warum? „Meine Konkurrenz ist keine Laufkundschaft, das sind sehr erfahrene und sehr gute Piloten. Und ich konnte mit ihnen sehr gut mithalten“, betont der 30-Jährige. Und verweist zum Beispiel auf den Argentinier Jose Maria Lopez (37), einem dreifachen Tourenwagen-Weltmeister. Den Belgier Nico Verdonck (35), der bei vielen Langstrecken-Rennen aufs Podium gefahren und auch im ADAC GT Masters gestartet ist. Oder auf Peter Terting (36), der serienübergreifend erfolgreich durch die Laufbahn gerauscht ist.

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Um mit diesen Herren mitzuhalten, dazu gehört nicht nur ein 550 PS starker Audi R8, der es zuletzt in Hockenheim auf 256 Kilometer pro Stunde in der Spitze brachte: „Neben meinem Teamkollegen Lucas Mauron habe ich immer den schnellsten Speed auf der Geraden erzielt“, berichtet Schaak nicht ohne Stolz. Nur in den Kurven verliert der Bolide aus dem Ingolstädter Werk zuweilen gegen die Wagen der Gegnerschaft einige Meter.

Sprungbrett für die DTM

Um mit diesen Herren mitzuhalten, gehört außerdem das fahrerische Talent, welches Schaak nach 22 Jahren im Motorsport, angefangen im Kart in der Arena Oschersleben, stetig weiterentwickelt hat. Und das ihn in die DTM Trophy geführt hat. „Ich bin rundum zufrieden mit meiner Saison“, sagt Schaak, der in Zolder einen Wertungspunkt gesammelt hat für seinen 21. Platz im Gesamtklassement. „Jetzt gilt es, die Leistung zu stablisieren, um in der nächsten Saison konstant in die Top Ten zu fahren.“

Zumal die Trophy im neuen Jahr auch eine Sprungbrett in die DTM sein soll, sagt Schaak. Der Sprung ins Masters wäre für den 1,74 Meter großen und 67 Kilo leichten Magdeburger „nach so vielen Höhen und Tiefen in meiner Karriere“ in gewisser Weise ein Lohn für seine schier unendliche Geduld.

40 Prozent des Budgets sicher

Die neue Saison will aber auch gut vorbereitet werden. Nach einem festgelegten Plan. Schaak geht ins Fitnessstudio, Schaak hat zudem einen persönlichen Trainer, mit dem er sich vor allem die Ausdauer holt, „um die Konzentration bis zum Ziel halten zu können“, berichtet er. Und er muss sein Jahresbudget von 120 000 Euro absichern. „40 Prozent meiner Sponsoren haben ihren Vertrag bereits verlängert“, berichtet Schaak. „Alle anderen haben ebenfalls ihre Zusage gegeben, aber wegen der Corona-Pandemie ist noch nicht klar, wie viel sie geben können.“

Mehr wäre jedenfalls gut, um vielleicht Starts in anderen Serien in den Fokus zu nehmen. Um sich irgendwann, „in sechs oder sieben Jahren“, den Traum vom legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans zu erfüllen. Zunächst aber freut sich Dominique Schaak auf ein weiteres Jahr in der DTM Trophy, die im Normalfall allein wegen der Resonanz auf die DTM-Hauptserie von mehr als 50 000 Fans in den Arenen verfolgt wird. Dominique Schaak sagt: „Das ist eine riesige Plattform für mich.“ Auf der er stets im Fokus bleibt.