Magdeburg l Der Parkettboden knarkst, Bremsen zischen, zwei Fahrräder krachen ineinander. Die Sporthalle am Gneisenauring in Neu Olvenstedt war am Sonntag fest in der Hand der Radballer, die dort ihre ursprünglich für April angesetzte Landesmeisterschaft nachholten. Im Fokus standen dabei die Lokalmatadoren des Post SV, der mit zwei Vertretungen zum Heimturnier angetreten war.

Dabei zeigte insbesondere die erste Mannschaft um Tim Fahlberg und Matthias Gollos ihre Qualität, beendete ihr letztes gemeinsames Turnier als Landesmeister. „Für uns als Duo war das ein idealer Abschluss“, freute sich Gollos folglich. Bis zum abschließenden Triumph war es für das Zweigespann ein hartes Stück Arbeit, wenngleich der Einstieg mit 5:1 bzw. 7:2-Erfolgen über die Post-Zweite und Lostau sehr positiv verlief. Doch warnte Gollos schon da: „Das sind nicht die direkten Kontrahenten um den Titel“ – und sollte damit Recht behalten. Es folgte eine bittere 4:8-Pleite gegen Zeitz I, die in der Gewissheit resultierte: „Jetzt mussten wir gegen Tollwitz gewinnen.“

Postler auch gegen Tollwitz siegreich

Eben jene Tollwitzer waren bis zu diesem Zeitpunkt nicht nur durch das Turnier marschiert, sondern hatten sich drei Wochen zuvor schon mit dem Landespokalsieg als Favoriten aufgetan. Das Post-Gespann um Torhüter Gollos, der einst selbst in Tollwitz mit dem Radballsport begann, sollte sich an diesem Tag aber als unüberwindbare Hürde erweisen. Im regulären Duell setzten sich die Postler mit 3:2 durch, was später am Nachmittag noch zu einem Kuriosum führen sollte. Weil sowohl Post I als auch Tollwitz nach Beendigung der Runde bei vier Siegen und einer Niederlage standen, musste ein erneutes Aufeinandertreffen im Entscheidungsspiel her.

Wieder kam es zu einem rassigen Duell gegen spielstarke und ehrgeizige Gegner, wieder mit besserem Ende für die Magdeburger. „Das war ein Spiel auf Messers Schneide. Tollwitz hat geführt, wir haben ausgeglichen und uns dann ins Viermeterschießen gerettet“, erklärte Gollos. In jenem war der Schlussmann zweimal zur Stelle, so dass zwei Post-Treffer vom Punkt für die Entscheidung zum erneuten 3:2-Endstand sorgten. „Natürlich ist das ein überragendes Gefühl, wenn man so ein dramatisches Finale gewinnt“, so Gollos.

Neue Saison, neue Teams

Viel mehr als ein „Siegerbierchen“ war bei den anschließenden Feierlichkeiten jedoch nicht möglich, weil Teamkollege Fahlberg später noch zur Nachtschicht musste. In jener Arbeit im Schichtsystem ist es auch begründet, dass sich das frisch gekrönte Landesmeister-Zweigespann nach einer gemeinsamen Saison wieder trennt. Wenn am 14. November wiederum in Magdeburg der Startschuss zur Oberliga-Spielzeit fällt, wird Fahlberg ins hintere Glied rücken und gemeinsam mit Aron Zufelde die neue Reserve bilden.

Am Sonntag noch fuhren notdürftig Uwe Labahn und Eik Frahm als zweite Vertretung des Post SV auf, konnten bei der Landesmeisterschaft allerdings keinen Punktgewinn verbuchen. Trotzdem freute sich der erst 19-jährige Frahm über die vielen neuen Eindrücke beim qualitativ hochwertig besetzten Finalturnier. „Wir sind aushilfsweise angetreten, wollten Spaß haben und den hatten wir“, erklärte der junge Torwart trotz des Schlussrangs positiv gestimmt.

Aufstieg in Liga zwei

Für die erste Mannschaft des Post SV, die künftig wieder aus Gollos und seinem ehemaligen Zweitliga-Teampartner Ronny Sievers besteht, zählt auch nach der dritten Landesmeisterschaft nach 2008 und 2009 nur das Siegen. „Unser Ziel ist es, in die 2. Bundesliga zurückzukehren“, nimmt Gollos kein Blatt vor den Mund. „Um an den Aufstiegsspielen teilzunehmen, müssen wir mindestens Zweiter werden, Zeitz oder Tollwitz hinter uns lassen.“