Magdeburg l Eine gelungene Premiere feierte am Sonnabend der Landesverband Radsport Sachsen-Anhalt (LVR) mit der Austragung des ersten e-Cycling-Nachwuchscups. Mehr als 60 Mädchen und Jungen hatten sich im Vorfeld für den digitalen Rennrad-Wettbewerb angemeldet. Sie kamen nicht nur aus Sachsen-Anhalt, sondern auch aus Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen und sogar Bayern. Digital braucht es keine weiten Anreisen, digital spielt die Entfernung keine Rolle.

Mit Smart-Trainern online duellieren

Stattdessen braucht es einen Smart-Trainer, in dem das Rad eingespannt wird – und schon kann das virtuelle Rennen losgehen. Dann heißt es: kräftig in die Pedale treten. Der Smart-Trainer erfasst die erbrachte Wattzahl genau, rechnet diese unter Berücksichtigung des Körpergewichts in den Antrieb um. Mittels der Online-Plattform „Zwift“ werden die Leistungen der einzelnen Fahrerinnen und Fahrer dann der jeweiligen Altersklasse entsprechend zu einem virtuellen Rennen zusammengetragen und digital ersichtlich gemacht.

Insgesamt sechs dieser Nachwuchs-Wettkämpfe hat der LVR am Sonnabend ausgerichtet, in fünf davon trennten Sieger und Zweitplatzierten bei der Zielankunft nur wenige Sekunden. Auch das abschließende offene Rennen ohne Altersbegrenzung wurde ein enger Schlagabtausch, bei dem Matthias Bertram und Arne Wellna (beide Magdeburg Cyclists) die 36,4 Kilometer in exakt 53.06 Minuten absolviert hatten. Letzten Endes triumphierte Bertram beim Magdeburger Doppelsieg haarscharf.

Zwei Sieger aus Sachsen-Anhalt

Im Nachwuchs gingen die Siegertrophäen hingegen zumeist auf weitere Reisen. Einzig bei der weiblichen U15 konnte mit Tina Rücker (RSV Osterweddingen) eine regionale Fahrerin das Feld bestimmen. Zudem siegte der Dessauer Valentino Bidmon bei der männlichen U-17-Konkurrenz.

Auch fernab der Radsportszene wurde der innovative Nachwuchscup mit viel Wohlwollen verfolgt. „Ich finde das ganz spannend, was der Radsportverband da auf die Beine gestellt hat. Es ist toll, dass sich so ein Verband auf digitale Spuren begibt und etwas für seine Sportlerinnen und Sportler im Nachwuchsbereich organisiert“, erklärte Axel Schmidt, Vizepräsident der Leistungssportentwicklung im LSB Sachsen-Anhalt.

Ein Modell mit Zukunft

Auch DOSB-Präsident Alfons Hörmann sieht die Verknüpfung von Rad- und E-Sport positiv. „Wenn Digitalisierung dazu führt, dass Sport aktiv getrieben wird, dann ist das im DOSB herzlich willkommen“, so der 60-Jährige. „Es ist insbesondere in der Pandemie eine schöne Chance, sich miteinander zu messen, wenn es schon nicht im unmittelbaren Kontakt nebeneinander möglich ist.“

Das sieht auch Schmidt so: „Wenn man sich anschaut, welche Ziele mit dem Projekt verbunden sind, dann könnte es ein Musterbeispiel werden, wie man Sport im Allgemeinen auch unter Coronabedingungen neu organisieren kann.“