Magdeburg l Vorausgegangen war dem ein in einem denkwürdigen Finale hart erkämpfter 15:9-Sieg im Rückkampf gegen den KSV Salzgitter. In der Woche zuvor hatten die Magdeburger bereits den Hinkampf bei den Niedersachsen mit 17:14 gewonnen.

Etwa 400 Zuschauer fanden am Sonnabend den Weg in die altehrwürdige Sporthalle an der Bodestraße, die aufgrund bevorstehender Sanierungsarbeiten vorerst das letzte Mal Austragungsstätte für die Heimkämpfe der MSV-Ringer war. Doch das alte Gemäuer durfte noch einmal eine Sternstunde des Ringkampfsports erleben, war vielmehr ein Event-Tempel als eine biedere Sportstätte.

Fantastische Stimmung in der Halle

Professionelle Tanzdarbietungen und eine Laser- und Feuershow als Rahmenprogramm, ein Trommler, der ordentlich einheizte, und Fanfaren, die an Stadionatmosphäre erinnerten, und vor allem ein mitgehendes Publikum sorgten für fantastische Stimmung. Und diese wandelten die Ringer in Leistung um. Den Zuschauern boten sich Kämpfe, die an Spannung nichts offen ließen, und Emotionen, die auch schon mal kurz vorm Überkochen waren. All dies macht diesen Abend unvergesslich und zeigt, dass sich das Mannschaftsringen in der Landeshauptstadt mittlerweile zu einer gut besuchten und gefragten Sportveranstaltung etabliert hat.

Den Hauptgrund dafür liefern natürlich die Sportler, die sich im Mattenrund ihrem Gegner stellen und sich zum Teil völlig verausgaben. Der Finalgegner aus Niedersachsen hatten durch die Gaststart-Regel nahezu eine ganze Landesauswahl aus ihrem Bundesland auf die Beine gestellt, um in Magdeburg doch noch nach dem Titel greifen zu können.

Der Start verlief aus Sicht der Gäste auch verheißungsvoll, da deren Nachwuchstalent Lasse Schuldt den MSV-Ringer Martin Rößner vorzeitig bezwang. Doch danach brachten Christian Schurig, Same Mansouri, Sebastian Ecklebe und der wieder genesene Juri Baron mit ihren Siegen den MSV zurück in die Spur. Mit Ausnahme des Kampfes von Mansouri, der klar mit 16:2 nach Punkten gewann, standen alle anderen Duelle „Spitz auf Knopf“ und waren bis zur letzten Sekunde an Spannung kaum zu überbieten. Doch mit der lautstarken Unterstützung des Publikums gelang es, vielumjubelt die hart erkämpften Siegpunkte einzufahren. Da die Salzgitterer kurzfristig auf ihren 86-kg-Mann verzichten mussten und dadurch für MSV-Ringer Eduard Hochhalter keinen Gegner aufbieten konnten, führten die Magdeburger zwischenzeitlich mit 12:4.

Jahn liefert schönsten Kampf

Die Rechnerei begann, offenbarte aber, dass der Vorsprung bei noch drei ausstehenden Kämpfen nicht reichte. Aber nachdem Thomas Ferchland gegen den Spitzenringer der Gäste Islam Djabraolov nur eine Punktniederlage zuließ und Marco Gebhardt ebenfalls nur knapp verlor, war der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen und bei Trainern und Sportlern brachen die Dämme. Und im Wissen um den bereits erreichten Meistertitel war es Mathias Jahn vorbehalten, mit einer wahren Gala-Vorstellung im schönsten Kampf des Abends mit einem 14:6 Punktsieg über Ajub Usmanov einen würdevollen Schlusspunkt unter eine phänomenale Saison zu setzen. Das Trainergespann Thomas Dybiona und Bernd Heller verlor sich am Ende in Superlativen und wusste nicht so recht, wen es als Erstes in den Arm nehmen sollten. „Es fällt mir schwer, zu beschreiben, was mir meine Sportler, unsere vielen Helfer und Unterstützer und vor allem unser Publikum in der gesamten Saison über gegeben haben. Ich bin nur unglaublich stolz, als ein Teil dessen heute hier zu sein“, so Thomas Dybiona.