Magdeburg l Der Vizepräsident des Schwimmverbandes Sachsen-Anhalt ist nicht traurig darüber, seinen deutschen Rekord für Zwölfjährige verloren zu haben. „Nach 15 Jahren wurde es ja mal Zeit“, sagte Johannes Kelle. Im Dezember 2002 schwamm er für den SC Magdeburg die 200 Meter Lagen in 2:21,19 Minuten. Am Freitag hat Nils Wille diese Zeit getoppt.

Erst gewann der SCM-Schützling von Dagmar Hase in 2:18,31 Minuten, danach holte sich der deutsche Mehrkampfmeister 2017 seine Goldmedaille ab. "Mich freut umso mehr, dass es ein Magdeburger geschafft hat", erklärte Kelle. Wille erzielte bei den Jahrgangsmeisterschaften in Berlin damit drei nationale Bestmarken, was selbst auf der Facebook-Seite der Meisterschaften mit diesem Kommentar gewürdigt wurde: "Was für eine unglaubliche Leistung." Zugleich krönte er die starke Gesamtleistung der Hase-Athleten: Kiran Winkler gewann Silber und Ole Martin Bronze.

Auch der ältere Nachwuchs trumpfte am letzten Tag auf: Gold für Elena Backhaus (400 m Freistil) und Miriam Schulze (50 m Rücken), Silber für Emily Feldvoss, Marius Zobel (je 400 m Freistil), Lukas Märtens (50 m Rücken) und Paul Nitschke sowie Bronze für Emely Kopp (je 100 m Schmetterling). Damit hat der SCM 37 Medaillen gesammelt. „Die Meisterschaften waren für uns äußerst erfolgreich“, resümierte Trainer Stefan Döbler. "In allen Trainingsgruppen hat sich die harte Arbeit ausgezahlt. Zum Saisonhöhepunkt erzielten beinahe alle Athleten durchweg Bestzeiten."

Was Döbler besonders freute: Nach einem Titelgewinn im Vorjahr sicherten sie die Magdeburger allein elf in den vergangenen fünf Meisterschaftstagen. "Da macht auch für uns Trainer eine stressige Woche richtig viel Spaß", sagte er lächelnd. Zum Abschluss hatte neben Elena Backhaus (Jahrgang 2003), die erstmals die 400 Meter Freistil unter 4:30 Minuten schwamm (4:27,50), auch Miriam Schulze ihren goldenen Moment, nachdem die 15-Jährige seit Februar krankheitsbedingt nicht eine Woche durchtrainieren konnte. Über 50 Meter Rücken gewann sie in 29,43 Sekunden, blieb erstmals unter der 30-Sekunden-Marke. "Den Titel hat sie gewollt, das hat man ihr angesehen. Und das hat sie durchgezogen", freute sich Döbler.

Ergebnisse

Ergebnisse, 400 m Freistil, Mädchen, Jg. 2004: 4. Leonie Märtens 4:34,94 min. (Bestzeit/BZ); Jg. 2003: 1. Elena Backhaus 4:27,50 (BZ); Jg. 2001: 2. Emily Charlotte Feldvoss 4:21,67; Jungen, Jg. 1999: 2. Marius Zobel 3:59,00 (BZ); Junioren: 6. Paul Nitschke 3:59,63 (BZ)

200 m Brust, Mädchen, Jg. 1999: 4. Valeriya Möhring 2:37,12 (BZ), 6. Laura Kelsch 2:40,08 (BZ); Jungen, Jg. 2001: 6. Kevin Rusu 2:28,57 (BZ); Junioren: 4. Sebastian Bolenz 2:19,44 (BZ)

100 m Schmetterling, Mädchen, Jg. 2004: 3. Emely Kopp 1:04,22 (BZ); Jg. 2003: 5. Elena Backhaus 1:06,27; Jg. 2000: 8. Charlie Sue Rieffenberg 1:03,95; Jungen, Junioren: 2. Paul Nitschke 55,47 sec.

50 m Rücken, Mädchen, Jg. 2001: 1. Miriam Schulze 29,43 (BZ); Jungen, Jg. 2001: 2. Lukas Märtens 27,26 (BZ); Jg. 2000: 5. Paul Gärtner 26,80 (BZ)

Mehrkampf Jungen (Schmetterling/2004), Endstand nach fünf Disziplinen: 2. Kiran Winkler 2827 Punkte; 6. Johannes Schneider 2161; (Rücken/2004): 3. Ole Martin 2544; (Rücken/2005): 1. Nils Wille 3067

Mehrkampf Mädchen (Freistil/2005): 6. Henriette Thiele 2541; (Rücken/2005): 9. Ashley Hildebrand 2781