Magdeburg l Es sind intensive Wochen gerade für die Schwimmer des SC Magdeburg. Vorige Woche Start in Norwegen, an diesem Freitag geht es für die Freiwasser-Fraktion um Finnia Wunram, Florian Wellbrock und Rob Muffels zum Weltcup nach Abu Dhabi.

So sieht ein Terminkalender aus, wenn man es als Sportler in die Weltspitze geschafft hat. Und deshalb stehen auch gleich drei Schwimmer des SCM in diesem Jahr auf der Kandidatenliste für die Wahl zu Magdeburgs Sportler des Jahres.

Die Volksstimme hat in einer Vorauswahl vier Frauen, drei Männer und drei Mannschaften für herausragende Leistungen im Jahr 2018 nominiert. Bis zum 17. November können alle Leser der Volksstimme und User von volksstimme.de ihre Stimme abgeben.

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Am 22. November werden die Sieger der Publikumswahl offiziell gekürt. Dies geschieht im Rahmen der großen Sportlerehrung der Stadt Magdeburg in der Johanniskirche.

Die nominierten Männer

• Rob Muffels

Der 23-Jährige ist der Erste aus der Riege der SCM-Freiwasser-Schwimmer. Bei den Europameisterschaften im August in Glasgow gewann er über 10 Kilometer Bronze. „Das war ein Taktikrennen mit einem ziemlich spannenden Endspurt“, sagte Muffels später. Nach knapp zwei Stunden im Wasser des Loch Lomond fehlten ihm gerade einmal 5,5 Sekunden zu Gold, er lag aber auch nur eine Sekunde vor Rang vier. Genau den hatte er zuvor bereits über die halbe Distanz erreicht.

• Yul Oeltze

Der 25-Jährige ist einer von zwei Titelverteidigern auf der Liste. Im Vorjahr gewann er den Titel „Sportler des Jahres“ in der Stadt. War er im Vorjahr für seine Titelgewinne bei EM und WM im Zweier-Canadier nominiert, gelangen ihm in diesem Jahr beide Titelverteidigungen.

Anfang Juni setzte er sich gemeinsam mit Peter Kretschmer bei den kontinentalen Meisterschaften vor Rumänien und Spanien durch. Im August folgten die Welttitelkämpfen in Portugal; 3:38,207 Minuten über 1000 Meter, der Sieg vor Kuba und Russland – und die zweite Titelverteidigung.

• Florian Wellbrock

Der 21-Jährige ist der Shootingstar des Jahres. Stand er im Vorjahr noch nicht einmal auf der Kandidatenliste, hat er sich inzwischen zum größten deutschen Schwimm-Hoffnungsträger entwickelt.

Grund dafür sind die Europameisterschaften in Glasgow. Jenes denkwürdige Finalrennen über 1500 Meter. Wellbrock gewann nicht nur, er pulverisierte auch seinen eigenen deutschen Rekord um 4,5 Sekunden. Den hatte Wellbrock übrigens auch im Jahr 2018 aufgestellt. Im April in Stockholm unterbot er er die 27 Jahre alte Bestmarke von Jörg Hoffmann um fast zehn Sekunden.

Zwei deutsche Rekorde, ein EM-Titel – da geht fast unter, dass Florian Wellbrock in Glasgow auch noch Bronze über 800 Meter gewann. Irgendwie überflüssig zu erwähnen: natürlich mit deutschem Rekord.

Die nominierten Frauen

• Jasmin Fritz

Die 22-Jährige Kanutin vom SC Magdeburg war 2018 die Frau der knappen Entscheidungen. Seit Mai sitzt Fritz mit der Dresdnerin Steffi Kriegerstein in einem Boot. Im Juni feierte das Duo bereits sein erstes internationales Edelmetall. In Belgrad gab es Bronze im Zweier-Kajak über 500 Meter. Das Besondere: Das Duo war auf die Tausendstelsekunde genau zeitgleich mit den Konkurrentinnen aus Belgien. Da war das Ergebnis zwei Monate später bei der WM in Portugal fast schon eine „klare Nummer“. Wieder Bronze, diesmal aber 0,093 Sekunden vor den Französinnen.

• Nina Krankemann

Im August erzählte Nina Krankemann im Gespräch mit der Volksstimme vom Verbot ihres Vaters, Löcher mit der Bohrmaschine zu bohren. Auf diese Weise sei ihr nämlich einmal ein ungewollter Durchbruch gelungen...

Dabei war 2018 das Jahr des geplanten und gewollten Durchbruchs. Im Einer-Kajak gewann die 23-Jährige im Juni in Belgrad über 1000 Meter EM-Gold. „Der größte Erfolg meiner Karriere“, sagte sie später. Nach drei Junioren-WM-Titeln der erste große Sieg bei den Erwachsenen. Das war auch die Final-Teilnahme im August bei der WM in Portugal, auch wenn es mit Platz vier nicht für eine Medaille reichte.

• Lea-Jasmin Riecke

Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine Punktlandung. Und um ein Haar wäre alles ganz anders gekommen. Gerade einmal als Zwölfte qualifizierte sie sich im Juni bei der U-20-WM der Leichtathleten in Tampere für das Finale im Weitsprung. Alles andere als ein Indiz für den großen Sprung. Doch genau der folgte: 6,51 Meter. Gold für die Sportlerin vom Mitteldeutschen SC: Und ein so hochkarätiger Titel, dass die 18-Jährige vor einigen Wochen bundesweit zu Deutschlands Juniorsportlerin des Jahres 2018 gewählt wurde.

• Finnia Wunram:

Geliebäugelt hatte die 22-Jährige mit einer Medaille. Dafür hat es bei der Schwimm-EM im Sommer in Glasgow aber nicht gereicht. Es wurde Platz fünf über 10 Kilometer. Im Marathon-Rennen über 25 Kilometer musste sie aussteigen.

Die Mannschaften

• 1. BC Magdeburg

Im Internet-Lexikon Wikipedia finden sich noch heute zwei Fotos, die jenen 21. Januar 2018 dokumentieren. Die Magdeburger Karambol-Billardspieler traten gegen Erlangen an, und dem Niederländer Dick Jaspers gelangen 40 Punkte in vier Aufnahmen. Weltrekord im Einzelschnitt!

Das Team um den holländischen Weltmeister – Jaspers gewann den Titel in diesem Jahr zum vieren Mal – gehört seit Jahren zur nationalen Spitze. Aktuell ist es Spitzenreiter der Dreiband-Bundesliga. Am Ende der abgelaufenen Saison stand ein vierter Platz zu Buche. Ein denkwürdiges Ergebnis, denn der BCM war im „Fotofinish“ der Saison tatsächlich punktgleich mit dem Meister BCC Witten.

• 1. FC Magdeburg

Manchmal reichen die blanken Zahlen, um etwas zu erklären: 85 Punkte holten die Fußballer in der abgelaufenen Drittliga-Saison. Es war das beste Ergebnis überhaupt seit Bestehen der 3. Liga.

Der Aufstieg in die 2. Liga löste Euphorie in der Stadt aus. Fast 346 000 Zuschauer strömten über die Saison hinweg in die MDCC-Arena, es war der mit Abstand größte Zuschauerzuspruch der Liga. Und auch wenn die erste Zweitliga-Saison der Vereinsgeschichte erwartungsgemäß schwierig verläuft, ist der Zuspruch der Fans ungebremst. Der Schnitt liegt mit über 21000 pro Spiel sogar noch höher als in der Vorsaison.

• SC Magdeburg

Es war ganz oft ganz knapp für die Handball-Profis des SCM. In der Bundesliga-Saison 2017/18 belegte das Team Rang vier, hinzu kamen die Teilnahmen an den Finalrunden im nationalen DHB-Pokal und im europäischen EHF-Cup.

In beiden Pokals war im Halbfinale Schluss, besonders ärgerlich im EHF-Cup, war der SCM doch sogar Gastgeber für die Finalrunde. Doch dort war mit dem Halbfinal-Aus gegen die Franzosen von Saint Raphael der Pokaltraum beendet. Wenigstens gelang ein Sieg im Spiel um Platz drei gegen Frish Auf Göppingen.

In der laufenden Saison sind die SCM-Handballer noch näher an die Bundesliga-Spitze herangerückt, das Team ist aktuell Tabellenzweiter hinter Meister SG Flensburg-Handewitt.

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