Magdeburg l Frank Kuhnert spielt in der vierten Mannschaft des TTC Börde Magdeburg an Nummer sechs. Und wenn alles nach Plan läuft für sein Team, dann steigt es in dieser Saison in die Landesliga auf. Jedenfalls führt der TTC mit drei Punkten Vorsprung auf Lok Stendal die Bezirksliga-Tabelle an. Und hat die Möglichkeit, an diesem Sonntag in der heimischen Halle an der Steinigstraße gegen die eigene fünfte Mannschaft die Bilanz auf der Habenseite zu erhöhen. Womöglich wird dann Frank Kuhnert allerdings fehlen. Der 59-Jährige, zugleich der Vereinsvorsitzende, fiebert nämlich mit der ersten Vertretung mit. Und das auch bei Auswärtsspielen gerne live und in Farbe. Auf den Oberligisten warten an diesem Wochenende gleich zwei Duelle in der Fremde: am Sonnabend bei Post SV Zeulenroda (18 Uhr), am Sonntag bei Dresden-Mitte (10 Uhr). „Das sind zwei richtungsweisende Spiele für uns“, sagt Kuhnert.

Denn in beiden geht es um nichts anderes als den Klassenerhalt für die Magdeburger (Rang sieben/8:12 Zähler), die zwei Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz haben. Und in beiden ruhen nicht zuletzt viele Hoffnungen auf der Rückhand des Ali-Serdar Gözü-büyük. Nach dem Wiederaufstieg in der vergangenen Saison hatte sich der TTC entschieden, den 30-jährigen Berliner als Nummer eins zu verpflichten – und inzwischen hat sich Gözübüyük auch als Volltreffer erwiesen. „Zu Beginn der Saison hat er noch einige Punkte liegenlassen“, erklärt Kuhnert. „Aber inzwischen hat er uns auch Spiele gerettet.“

Vieles hängt von der Tagesform ab

Allein ein Akteur kann natürlich nicht den Klassenerhalt retten. Wenngleich Angriffsspieler Gözübüyük über „eine unwahrscheinlich starke Rückhand“ verfügt, beschreibt Kuhnert nur eine der Stärken seiner Nummer eins. Es bedarf auch auf anderen Positionen zumindest einer gewissen Konstanz an der Platte. Aber wie in vielen Sportarten ist auch beim Tischtennis „vieles tagesformabhängig“, sagt Kuhnert, der deshalb in den anstehenden Begegnungen auf die beste aller Tagesformen seiner Mannschaft hofft.

Zumindest hat sie ihre Leistung in der Vorrunde und zu den wichtigen Duellen immer gebracht. Auch beim 9:4 gegen Zeulenroda, dem derzeitigen Tabellenachten (6:14), und beim 8:8 gegen Dresden-Mitte (5./8:10). An diesem Wochenende muss Börde allerdings auf die heimischen Fans verzichten. „20, 30 Zuschauern kommen immer zu unseren Heimspielen“, berichtet Kuhnert. Das waren freilich einst schon mehr. Wie noch in der Saison 2006/2007, als der TTC Börde erstmals den Sprung in die Oberliga schaffte, als bis zu 150 Besucher die Auftritte des Teams verfolgten.

Wichtige Duelle gewinnen

Solch eine Kulisse haben damals schon Jens Köhler, die Nummer zwei, und Richard Köhler, die Nummer drei, genossen. Beide stehen übrigens in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis zueinander. Zum ersten Sechser gehören außerdem Andreas Mühlfeld, seines Zeichens ein dreimaliger DDR-Meister, an Position fünf sowie Marin Kostadinov (2) und Jonas Schüttig (6).

Sie sollen wie in der Hinrunde wieder ihre Hausaufgaben machen. Oder wie Kuhnert mit dem Blick aufs Wochenende erklärt: „Unser Minimalziel ist es, zwei Punkte aus beiden Spielen mitzubringen.“