Magdeburg l Die obligatorischen Volleyball-Hymnen tragen die Titel „Hey, Hey“ und „Punkten, punkten“. Und je nach Lautstärke ihrer Intonation ist sich der Hörer schnell sicher, welche Stunde für den Chor geschlagen hat: laut hui, leise pfui (oder eben weniger hui). Am Sonntag schlug die Stunde grundsätzlich für die WSG Reform, aber sie schlug auch einen dritten Satz lang gegen den Regionalligisten. Als hätte jemand die Zeit des positiven Spiels angehalten. Oder als hätte die Müdigkeit im Kopf während eines ansonsten sehr aufgeweckten Auftritts wieder die Oberhand gewonnen.

Diese Schwächephase hat der Mannschaft von Trainer Frank Weißleder beim 3:1 gegen Bitterfeld-Wolfen nicht geschadet. Diesmal nicht. Nach zwei Niederlagen in Serie, „nach schlechten, aber auch unglücklichen Spielen“, so Weißleder, sind seine Damen wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Pünktlich vor Weihnachten, pünktlich zum ersten Rückrundenspieltag. „Wir hatten das Hinspiel in Bitterfeld verloren, nach der schlechtesten Leistung der bisherigen Saison. Von daher haben wir im Vergleich zur Hinrunde zwei Punkte gutgemacht“, rechnete der Coach vor.

Kommunikation stimmt

Drei Wochen Pause hat die WSG nun, drei Wochen Zeit, „sich zu besinnen“, sagte Weißleder. Das hat sie in gewisser Weise schon in der vergangenen Woche, gemeinsam. Und auch mal ohne Weißleder. „Es ist gut, wenn man als Trainer merkt, dass die Mannschaft auch ohne ihn redet“, meinte der Trainer. Dann weiß er: Die Kommunikation stimmt.

Und sie stimmte auch gegen Bitterfeld, zumindest war das die Regel auf dem Feld, die nur selten gebrochen wurde. Es stimmte vieles bei den „Reformerinnen“, aber nicht zuletzt stimmten die Schlagkraft von Angreiferin Constanze Spangenberg, die auch als beste Akteurin ihrer Mannschaft ausgezeichnet wurde, und der Mittelblock von Kathrin Lieberenz. Das waren jedenfalls die auffälligsten Stärken gegen einen jungen Gegner, der kaum die körperliche Macht hatte, dagegen anzukämpfen. Nicht in den Sätzen eins, zwei und vier, die die Gastgeberinnen mit 25:18, 25:18 und 25:10 für sich entschieden.

"Das Potenzial ist da"

Eine Macht war der junge Gegner aber im dritten Durchgang, eine Macht in der Feldabwehr und beim Aufschlag. Und Weißleder hatte bei seinen Damen eben wieder die Müdigkeit im Kopf erkannt: „In der Vergangenheit hatten wir immer die Möglichkeit gefunden, darauf zu reagieren.“ Zumindest reagierte sein Team diesmal nicht mit aller Konsequenz, weshalb es mit 21:25 den Verlust quittieren musste.

„Ich bin sehr glücklich, dass wir mit einem Sieg aus dem Jahr gegangen sind“, erklärte Coach Weißleder also, der sogleich noch auf die vergangenen Monate zurückblickte. „Wir haben den Tabellenführer geschlagen, wir haben gegen den Zweiten im Tie-Break verloren, das Potenzial ist also da“, betonte der 55-Jährige.

Mit 15 Punkten und Platz acht schließen die Magdeburgerinnen 2019 ab. Vielleicht reicht es zuweilen ja auch im neuen Jahr, mit Niederlagen umzugehen, wie sie es nach den beiden jüngsten getan haben: „Wir haben die Stärken bestärkt und die Schwächen weggelächelt“, berichtete Weißleder. Und am Ende die obligatorischen Volleyball-Hymnen am lautesten gesungen.