Magdeburg l Mit dem 3:1 (22, -14, 18, 24) am Sonnabend über den Burger VC setzte sich der MLV Einheit als aktuell Fünfter endgültig in der oberen Tabellenhälfte fest, sieben Punkte vor der USC-Zweiten. Schon eine Woche zuvor trotzten die Männer vom Kannenstieg in ihrem „Eispalast“ – in der Sporthalle herrschen zumeist nur um die 16 Grad – Spitzenreiter WSG Reform beim 2:3 einen Punkt ab.

Von der Leichtathletik zum Volleyball

Da konnte sich auch Jessica Schlehf freuen. Die mittlerweile 36-Jährige begann einst als Mittelstrecklerin und Dreispringerin beim MLV Einheit, ehe sie im Kannenstieg praktisch über die Straße hinweg von den Leichtathleten zu den Volleyballern wechselte. Als 18-Jährige trainierte sie zunächst die Jugend, war zugleich in der Vereinsjugend des MLV engagiert. Später coachte sie zunächst die Frauen, dann die Männer des MLV, spielte selbst bis vor kurzem noch in der Stadtoberliga.

„Ich wollte nicht mehr nur für mich allein sein im Training und Wettkampf, lieber etwas machen, wo mehr Leute sind. Mein damaliger Freund hat Volleyball gespielt. Ich habe mir das mal angeguckt, fand, das ist ein toller Sport“, beschreibt sie ihren Wechsel von der Tartanbahn in die Volleyballhalle. Zwischenzeitlich gab es auch mal einen Abstecher zum USC in die Regionalliga. Dort spielte auch ihr heutiger Mann Sebastian, der wie Fabian Duvigneau und Christian Sawatzki inzwischen Leistungsträger beim MLV ist.

Lob von Vereins-Boss Näther

„Solche Leute wie Jessica hat man immer gern im Verein“, sagt Detlef Näther, MLV-Vorsitzender seit Gründung des Vereins am 3. Mai 1990. Obwohl Jessica Schlehf, die ihren späteren Mann über den Volleyball kennenlernte, inzwischen Mutter ist und als Berufsschullehrerin täglich zwischen Magdeburg und Stendal pendelt, macht ihr die Übungsleitertätigkeit mit den MLV-Volleyballern Spaß.

„Die Jungs lassen sich schon was sagen“, beantwortet die Trainerin eine Frage nach ihrem Standing im Team, ergänzt augenzwinkernd: „Und wenn es mal nicht funktioniert, dürfen sie halt zehn Liegestütze machen. Das passt schon. Ich glaube sogar, dass ich es teilweise sogar etwas leichter habe, muss aber natürlich auch zeigen, dass ich es kann.“

Kein Freifahrtschein

Zu Hause wird praktisch kaum über Volleyball gesprochen. „Die Möglichkeit haben ja die anderen auch nicht. Ich möchte niemand bevorteilen oder benachteiligen“, so Jessica Schlehf, die auch mal ihren Gatten aus dem Spiel nimmt. Am Sonnabend bewies sie im umkämpften vierten Satz – in dem der MLV schon 12:3 führte, um am Ende 25:23 zu gewinnen – ein glückliches Händchen. In der Schlussphase brachte sie Ziolkowski. Die aufgrund eines Trommelfellrisses mit einer Badekappe auflaufende Nummer 13 machte sofort einen Aufschlagpunkt.

Die MLV-Trainerin ist mit sich und ihrem Team im Reinen, denkt noch lange nicht ans Aufhören: „Wir sind über die Jahre zusammengewachsen.“ So wundert es nicht, wenn nach Auswärtsspielen, vor allem natürlich nach Erfolgen, nicht zum Kannenstieg gefahren, sondern schon am Hasselbachplatz gehalten wird.