Brandenburg l Die Brüder Bott haben zu ihren Magdeburger Wasserball-Zeiten zuweilen irre Geschichten geschrieben. Aber das ist inzwischen lange her. Daniel Bott, der sechs Jahre ältere, hat mit dem Sport nichts mehr zu tun. Christopher Bott ist inzwischen Brandenburger. Und als dieser in der sechsten Saison Trainer der SGW.

Der 34-Jährige, Ehemann von Lisa, Vater von Michel, schrieb am Sonnabend wiederum eine Erfolgsgeschichte. Keine irre, eine grundsolide. Und zugleich eine sehr traurige für die WUM. Die Magdeburger verloren in der 2. Liga Ost nämlich mit 10:14 (3:4, 2:3, 3:2, 2:5). Was Keeper Marc Böer entsprechend enttäuscht zurückließ: „Die Niederlage allein ist es nicht, was mich stört. Sondern die Art und Weise, wie wir verloren haben.“

"Nicht fit im Kopf"

Bott wiederum hatte dafür einen Grund schnell gefunden: „Ich denke, den Magdeburgern haben die Diskussionen mit den Schiedrichtern das Genick gebrochen.“ Durchaus berechtigte Diskussionen übrigens, wenn ein Ellenbogencheck ungestraft bleibt, wenn die gesamte Mannschaft eine Strafe kassiert, obwohl ein Brandenburger von der Fantribüne hinter der WUM-Ersatzbank geblökt hatte. Wilhelm Block, der Center, kassierte wie auch Böer eine „Rolle“ (Rote Karte) wegen Reklamierens. Es lief alles, wirklich alles gegen die Magdeburger. Auch im Wasser: „Die Jungs waren nicht fit im Kopf“, meinte Böer. „Wir wussten, was und wie Brandenburg spielt. Deshalb gab es klare Aufgaben, die allerdings nicht umgesetzt wurden.“

So blieb der herrliche Heber aus der Distanz von Lukas Schulle (1:2) eine Ausnahme in einem schlechten Spiel. Im Angriff kam kaum ein Pass zur Hand. In der Abwehr mussten die Magdeburger immer wieder nach Hinausstellungen in Unterzahl Gegentreffer hinnehmen. Es war Schlussmann Marco Schoder zu verdanken, dass es zur Pause nur 5:7 stand. „Wir hätten die Partie schon in der Halbzeit klarmachen müssen“, meinte Bott.

Führung verpasst

So blieb es aber eng, so wurde es immer hektischer in allen Aktionen. Nach dem 7:7 durch Tom Hagendorf und dem 8:8 durch Jos Schermer verpasste es die WUM, zum zweiten Mal in dieser Partie in Führung zu gehen. Und im letzten Viertel brach das komplette System zusammen, Brandenburg konterte erfolgreich zum klaren Sieg. Neben Hagendorf (3) und Schermer trafen Block (2), Schulle (2) und Lindner (2) für die Gäste.

Böer, der an diesem Tag an der Seite von Detlef Klotzsch die Mannschaft betreute, musste erst eine oder sogar zwei Nächte über diese Partie schlafen. „Ich muss darüber nachdenken, was wir Positives aus der Niederlage mitnehmen können.“ Viel ist es nicht. Böer: „Hätte jeder annähernd auf dem Niveau gespielt, auf dem er spielen kann, wäre das alles nicht passiert.“

Ebenso wie das Niveau fehlte krankheitsbedingt Moritz Lehnert. Ein Leistungsträger. Und ein Akteur, der vielleicht ein Zeichen hätte setzen können. „Es war keiner im Wasser, der Sicherheit geben konnte“, resümierte Böer. Der 27-Jährige hofft nun für das Heimspiel am kommenden Sonnabend, dass die WUM wieder eine Erfolgsgeschichte schreiben kann.