Magdeburg l Um den womöglich schmerzlichsten Moment in dieser Saison schnell abzuhaken, musste Wilhelm Block folgende und erste Frage beantworten: Hat die Wasserball-Union Magdeburg (WUM) noch die Chance auf den Meistertitel in der 2. Liga Ost? Block hat kurz überlegt und dann mit ziemlicher Überzeugung referiert: „Das wird sehr schwer werden. Aus eigener Kraft geht es sowieso nicht mehr. Dazu müssten wir Plauen im Heimspiel schlagen und auf einen weiteren Ausrutscher des Tabellenführers hoffen. Aber Plauen ist Bundesliga-Absteiger und hat hochkarätige Spieler im Team. Wenn sie weiterhin so stark spielen wie bisher, dann gehen sie im nächsten Jahr auch wieder hoch.“

Zu dieser Erkenntnis ist Wilhelm, genannt Willi, Block spätestens am 15. Dezember gekommen. Im direkten Duell in Plauen. Dort also, wo die Akteure mit einem vereinseigenen Wagen vorfahren. Dort, wo die finanzielle Vereinswelt offenbar besser aufgestellt ist als in Magdeburg. Mit 20:9 gewann der Gastgeber gegen die WUM. Und Block, der Magdeburger Center, hatte früh in dieser Partie erkannt, „dass wir an diesem Tag keine Chance hatten“. Er ergänzt: „Trotzdem waren wir enttäuscht, weil wir das Spiel gewinnen wollten.“

WUM bei Nachwuchsarbeit gefordert

Der Unterschied zwischen Plauen und der WUM sind allerdings nicht allein die Hochkaräter, die mit einer gnadenlosen Präzision den Ball und damit ihre Gegner versenken. Der Unterschied liegt in der Breite des Kaders im Allgmeinen. „Wir haben viele Jahre eine Nachwuchsarbeit verschlafen“, erklärt 1,94-Meter-Mann Block. Und kann das am eigenen Beispiel erklären: „Als ich anfing mit Wasserball, waren 30 oder 40 Kinder dabei, geblieben sind aber nur Lukas Schulle und ich.“

Block war auch der Letzte, der als Leistungssportler seines Sports die Sportschule besuchte, nachdem er sich erst im Ringen und im Fußball probiert hatte. Aber erst der Wasserball hatte es ihm angetan, weshalb er als Schüler gemeinsam mit Schulle für die U 17 und die U 19 der Wasserfreunde Spandau und parallel dazu für den Magdeburger Zweitligisten um Punkte kämpfte. „Das war damals ein voller Zeitplan für uns. Jeden Mittwoch sind wir zum Training nach Berlin gefahren, am Wochenende waren wir in ganz Deutschland unterwegs. Das war sehr anstrengend, aber es hat auch viel Spaß gemacht“, berichtet der 22-Jährige.

Block will 2021 nach Titel greifen

Block hat also schon immer viel in den Wasserball investiert. Und deshalb sagt er: „Irgendwann möchte ich dafür auch mal belohnt werden.“ Irgendwann im Jahre 2021 womöglich. Wenn die WUM nach dem Titel greifen und den Aufstieg realisieren will. Das ist zumindest das Ziel des Wilhelm Block: „Ich will erstklassig spielen, das sage ich auch jedem.“ 2021 wäre dafür ein gutes Jahr: Denn dann möchte er auch sein duales Bachelor-Studium zum Bauingenieur beenden. „Aber ich denke, ich werde gleich mein Masters dranhängen“, erklärt Block.

In dieser Saison, die mit dem Heimspiel am 4. Januar (18 Uhr) gegen den OSC Potsdam II weitergeht, mag Block jedenfalls nicht mehr vom Titel reden. „Unser Ziel ist die Vizemeisterschaft, dass wir keine weiteren Spiele verlieren, dass wir uns für die bisherigen Niederlagen erfolgreich revanchieren“, erklärt Block, der bislang 13 Treffer markierte. Bester Werfer der WUM ist derweil Lukas Schulle mit 18 Toren.

Der weitere Verlauf steht also im Zeichen der Revanche. Und dass diese junge Mannschaft weiter an Erfahrung sammelt, um in der folgenden Serie für den Sprung ins Oberhaus bereit zu sein. Und dass sie auf ihrem Weg dann eines nicht erleben muss: einen schmerzlichen Moment.