Magdeburg l Lukas Schulle, Kapitän der Wasserball Union Magdeburg (WUM), hat es prophezeit: „Wir wollen und wir werden gewinnen.“ Es war eine gewagte Vorab-Prognose, denn am Samstag reiste niemand Geringeres als der SC Wedding, Bundesliga-Absteiger, ins Dynamo-Bad. Doch Schulle hat recht behalten – auch weil er selbst mit sieben Toren maßgeblich zum Erfolg der Magdeburger beigetragen hat. Der 22-Jährige stellt hingegen etwas anderes in den Vordergrund: „Wir haben gemeinsam bis zur Schlusssirene gekämpft und das ist es, was uns derzeit ausmacht. Deshalb konnten wir das Spiel für uns entscheiden“, ist sich Schulle sicher.

WUM ohne drei Stammspieler

Und die Mannschaft war ja auch wieder einmal gefordert. Allein, weil mit Nikolai und Viktor Mijokovic sowie Pavle Japaridze erneut drei Stammspieler fehlten und deren Ausfall kompensiert werden musste.

Der WUM gelang das gut. Vor 150 Zuschauern setzten sie sich im ersten Viertel mit 4:1 ab – es trafen Wilhelm Block und dreimal Schulle. Dabei halfen auch: Ein super aufgelegter Marc Böer im WUM-Tor sowie ein Magdeburger Abwehrbollwerk, in dem einer für den anderen kämpfte.

WUM verwirft Strafwurf

Im zweiten Spielabschnitt nahm dann die Spannung zu. Beide Teams ließen nun teils beste Gelegenheiten liegen. So setzte Schulle einen 5-m-Strafwurf an den Pfosten. Da machten es die Gäste besser, trafen doppelt zum 4:3-Anschluss. Zwar erhöhte der an diesem Tag überragende Kapitän erneut auf 5:3, doch quasi im Gegenzug kamen die Gäste per Strafwurf wieder heran.

Ausgerechnet in dieser Phase musste Center-Verteidiger Tom Hagendorf nach drei persönlichen Fehlern aus dem Becken. Ein herber Verlust für die WUM. Doch das Team zeigte abermals eine große Moral. Erneut war es Schulle, dem das 6:4 vorbehalten war. Mit dieser Zwei-Tore-Führung ging es in die Halbzeit.

Und danach wurde es dramatisch. Schulle brachte die WUM zwar erst mit 7:5 in Front, doch die Gäste wurden stärker und stärker, erzielten mit zwei schnellen Toren den 7:7-Ausgleich. Eine erneute Magdeburger Führung durch Duncan Händel egalisierte Wedding erneut – nur um zum ersten Mal mit 9:8 selbst in Führung zu gehen.

WUM erzielt entscheidendes Tor

Zu diesem Zeitpunkt schanden auf beiden Seiten die Kräfte, immer wieder schlichen sich leichte Fehler ein. Ein Überzahlspiel nutzte der an diesem Tag glänzend aufgelegte Schulle zum umjubelten 9:9-Ausgleich. Moritz Lehnert war es, der die Magdeburger wieder mit 10:9 in Führung warf. Doch im Becken ging es munter weiter rauf und runter. Die Berliner fackelten nicht lange, trafen zum 10:10.

Aber auf den Kapitän der WUM war wieder einmal Verlass. Aus gut acht Metern zimmerte Schulle den Ball ins linke Toreck. Sein siebter Treffer brachte die Magdeburger drei Minuten vor Schluss mit 11:10 in Front. Sein letztes Tor war somit das entscheidende.

In einem Spiel auf Augenhöhe holten die Magdeburger, auch mit etwas Glück, ihren dritten Saisonsieg. „Beiden Mannschaften muss man ein großes Kompliment machen. Es war ein schnelles und bis zum Abpfiff spannendes Match, in dem man beiden Teams die Freude am Wasserballspielen angemerkt hat. Das war Werbung vom Feinsten“, resümierte WUM-Chef Silvio Schulle.

Lukas Schulle blickte indes schon wieder ein bisschen voraus. „In Vorbereitung auf den nächsten Spieltag müssen wir das Augenmerk darauf richten, die Fehler in der Abwehrarbeit weiter abzustellen und das Umkehrspiel konsequenter anzugehen. Auch die Rausstellungen müssen wir minimieren“, analysierte er, merkte aber auch an: „Jetzt freue ich mich erst einmal über den Sieg und das fantastische Publikum, das uns nie im Stich gelassen hat.“

Die Partie kann bei Sportdeutschland.tv im Re-Live noch einmal in Ruhe angesehen werden.

 

WUM: Böer, Hagendorf, Bard, Lehnert (1), Lindner, Wolfgram, Block (2), Schulle (7), Händel (1), Hanke, Rodenbeck, Schermer, Klotzsch