Magdeburg l Silvio Schulle, Präsident der Wasserball Union Magdeburg (WUM), war nach der gelungenen Saisonpremiere gegen die Berliner zufrieden. Dazu trugen auch die letzten drei von seinem Sohn Lukas erzielten Tore der Partie bei. Schulle junior ist nicht nur naturgemäß Lieblingsspieler des WUM-Chefs, sondern als Kapitän auch Führungsspieler im Team der Elbestädter.

WUM-Präsident zufrieden

„Ja, ich bin zufrieden. Man muss bedenken, sicherlich ist es die alte Truppe, aber wir haben mit dem Trainer einen neuen Mann am Beckenrand, der ab und zu auch noch mit ins Wasser steigt. Das erste Spiel ist immer schwierig, die Truppe muss sich ja erst richtig finden“, so der Präsident.

„Eigentlich wollte ich Pavle Japaridze schon letzte Saison als Trainer haben, er ist dann jedoch nach Hamburg gegangen“, bekennt Schulle. Anfang Januar hat er dann mit dem Georgier telefoniert und ihn für die neue Saison nach Magdeburg gelotst. Eigentlich als Spieler. Doch dann schmiss Holger Dammbrück hin, und aus dem WUM-Spieler Japaridze wurde der WUM-Trainer Japaridze.

Georgisches Netzwerk

Den Kontakt stellte der frühere WUM-Center Iljia Butikashvili her, ein Landsmann des 36-jährigen früheren georgischen Nationalspielers Japaridze. Butikashvili arbeitet und lebt mittlerweile in München, schied bei der WUM ebenso aus wie Christian Schlanstedt, Holger Dammbrück, Thomas Postera und Henning Deike. Durch den Einbau mehrerer Schüler aus dem eigenen Nachwuchs sank das Durchschnittsalter auf 24,5 Jahre.

„Die Mannschaft hat Pavle gut aufgenommen. Er wird respektiert. Was er sagt, wird auch gemacht“, weiß Schulle. Der neue Trainer ist noch fit genug, mitzuspielen, traf auch gleich gegen Schöneberg. Allerdings sind für WUM-Präsident Schulle längst nicht alle Personalplanungen aufgegangen. So sollte auch ein georgischer Junioren-Nationalspieler nach Magdeburg kommen, der dann trotz sicheren Studienplatzes zurück nach Tiflis ging. Auch mehrere Spieler aus Laatzen sollten im Sommer an die Elbe wechseln. Das zerschlug sich ebenfalls.

WUM mit ehrgeizigen Zielen

Dennoch haben die WUM-Verantwortlichen ehrgeizige Ziele. „Wir wollen unter die ersten drei. Dabei muss man sehen, wie die Mannschaft durch die Saison kommt, ob es viele Ausfälle gibt. Zudem ist der neue Modus mit Doppelspieltagen für uns eigentlich tödlich, wird doch der ein oder andere mal fehlen“, blickt Schulle voraus. Die Ansetzung von Doppelspieltagen ist dem Fehlen von Schiedsrichtern geschuldet.

Kein Risiko eingehen

Mittelfristig möchte der WUM-Boss wieder in die Bundesliga zurück. Dazu ist jedoch mindestens ein Budget von 70.000 bis 80.000 Euro nötig. „Im Moment haben wir nicht mal die Hälfte“, sagt Schulle, hofft aber auf neue Sponsoren. „Das geht aber nur über den Bekanntenkreis, über Sachleistungen wie zum Beispiel Wohnungen“, weiß der in der Immobilienbranche Tätige. Im Moment wäre das eher ein Abenteuer, und der Präsident wird kein Risiko eingehen.

„Wenn die Finanzen nicht hundertprozentig stehen, brauchen wir darüber gar nicht nachdenken“, so ein durchaus realistischer WUM-Präsident.