Magdeburg l Mit 50 Kilometern pro Stunde den Jahrtausendturm im Elbauenpark hinab. Dieses ungewöhnliche Duell lieferten sich am Mittwoch Handballer vom SC Magdeburg und die Fußballer des 1. FC Magdeburg.

Wer ist schneller an der Zipline?

Zu Gast im Elbauenpark ging es diesmal nicht darum, wer den Ball häufiger per Hand oder Fuß ins gegnerische Tor bugsiert, sondern wer den schnelleren Überflieger in den eigenen Reihen hat. Die Profis Christoph Steinert und Daniel Pettersson, als Vertreter der Bundesliga-Handballer, duellierten sich mit den FCM-A-Junioren Julian Weigel und Yannick Schimmelpfennig an der ElbauenZip. Im Raum stand die Frage, wer die über 400 Meter lange Seilrutschen-Abfahrt am schnellsten bewältigt.

Die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg (MVGM) hatte aus gutem Grund zu diesem außergewöhnlichen Duell geladen: Die Erlöse aus dem Verkauf von Sitzschalen der MDCC-Arena im März und Juni an FCM-Fans wurden nämlich in diesem Zuge an die Vereine übergeben.

44 000 Euro für Nachwuchs

„Beide Aktionen waren überaus erfolgreich, so dass jeweils 22 000 Euro für beide Nachwuchsabteilungen zusammenkamen“, erklärte MVGM-Geschäftsführer Steffen Schüller stolz. Doch bevor es zur Scheckübergabe kam, stand für die vier Akteure zunächst noch die brisante Fahrt an.

War die Stimmung am Boden noch sichtlich gelassen, so stieg die Nervosität bereits während des langen Anstiegs. Der hatte sich allerdings mehr als gelohnt. „Der Blick von hier oben ist grandios. Die Aussicht auf die ganze Stadt ist echt toll“, schwärmte Pettersson, der auch unmittelbar vor der Abfahrt sein gewohntes Grinsen trug.

Steinert mit Vorteilen

Auch Kollege Steinert erfreute sich am Anblick in 45 Metern Höhe: „Seitdem ich zurück in Magdeburg bin, lerne ich die Stadt nochmal neu kennen. Für mich ist das super spannend. Da kann so ein Blick von oben sicherlich nicht schaden.“ Kurz danach ging es für den Rückraumspieler schon los. An der Seite von Julian Weigel, U-19-Kapitäns des FCM, schoss „Steini“ die Seilrutsche mit knapp acht Prozent Gefälle begleitet vom sausenden Geräusch der Seilrolle regelrecht bergab.

Bei Yannick Schimmelpfennig, der anschließend gegen Rechtsaußen Pettersson fuhr, löste der Anblick der schnellen Abfahrt schon leichtes Unbehagen aus. „Höhe ist eigentlich gar nicht so meins“, verriet er erst, nachdem er von Kletterpark-Geschäftsführerin Kathrin Henning bereits eingehängt wurde. „Ich hoffe nur, dass ich auch unten ankomme“, lachte der A-Junioren-Kicker, kurz bevor er sich in die Tiefe stürzte.

Unbeschadet kamen alle vier nach der knapp einminütigen Abfahrt grinsend ins Ziel, am schnellsten von allen Christoph Steinert. Der hatte jedoch auch nicht nur den physikalischen Wettbewerbsvorteil als größter und schwerster Teilnehmer, sondern kannte als einziger auch schon das Gefühl einer solchen Seilrutschenfahrt.

Die wahren Sieger blieben letzten Endes aber die beiden Vereine, vertreten durch SCM-Geschäftsführer Marc Schmedt und dem Leiter des FCM-Nachwuchsleistungszentrums, Thomas Hoßmang, die sich über das Geld freuten.