Wulferstedt l Und nicht nur das. Die Gäste waren auch dieses eine Pfund galliger, um insgesamt verdient zu gewinnen. Wulferstedt blieb nichts anderes übrig, als den Jungs von Trainer Ralf Hermann zu gratulieren, zumal die Trainer beider Mannschaften sich schon länger gegenseitig hohen Respekt zollen. Nach mäßigem Saisonstart kam Westerhausen zuletzt richtig in Fahrt. Diesen Rückenwind merkte man den Harzern an. Auch können sie die Tabelle lesen und wussten, was ein Sieg bei Germania bedeutet: nämlich beste Chancen auf die Herbstmeisterschaft. Für Wulferstedt geriet dieser Traum, einmal im Leben an der Tabellenspitze einer Landesklasse zu überwintern, nun auf Abwege. Doch es gibt Schlimmeres.

Westerhausen startete überfallartig. Die Gäste legten sich Wulferstedt nach Belieben zurecht. Lars Timpe traf hier frei vor Beisch den Ball nicht voll (3.). Aus dieser Nummer kam der Gastgeber zum Glück heile heraus, und war spätestens ab der fünften Minute mit im Spiel. Immer besser wurden die Kombinationen der Germanen, die jetzt Gleichwertigkeit errangen. Echte Chancen waren aber beiderseits rar gesät. Erst in der 26. Minute wollte „Fritze“ Reitzig nach schönem Anspiel Beisch tunneln, doch der Keeper reagierte großartig und klärte zur Ecke. Dilge bereinigte dann vor Bothe in höchster Not (28.).

In der Schlussphase der ersten Halbzeit war Wulferstedt näher an einem Treffer dran. Westerhausen musste nach Germania-Eckstoß auf der Torlinie klären, als Elzner den Ball nicht festhielt (37.). Jahns schönen Schuss aus 20 Metern hielt der Keeper mit Mühe (38.). Auch Ilsmanns Flachschuss nach Ablage des fleißigen Zabel wurde Beute des Torhüters (45.). Zwischendurch hatte Westerhausens Steffen Kittke Glück, dass er nach rüdem Einsteigen gegen Zabel noch weiterspielen durfte. Es gab nur Gelb (42.). Die Entscheidung wurde also in die zweite Halbzeit vertagt.

Die Platzverhältnisse wurden immer bescheidener, doch das Spitzenspiel blieb ansehnlich. Beide Mannschaften hielten Kampf und spielerisches Niveau in der Waage. Das ausschlaggebende Übergewicht für Westerhausen blieb nun nicht mehr verborgen. Und irgendwann erzwangen sie das Tor.

Eine „Kopfball-Kerze“ von Zimmermann war die perfekte Vorlage für einen Westerhäuser. Beisch wehrte diesen Hammer noch zur Seite ab, doch Michaelis setzte gleich nach und der Ball war drin (57.). Eicke Timpe wusch nach (62.). Das 2:0 des Ex-Oscherslebers, der als einer unter wenigen Spielern in einer Phase des Reklamierens den Kopf oben behielt und den Ball aus spitzer Position an den Innenpfosten schlenzte, war schon so etwas wie eine Vorentscheidung. Leider, muss man sagen, denn dieser Treffer war vermeidbar.

Bis zum Abpfiff verwaltete Westerhausen nun den Spielstand. Wulferstedt warf zwar noch einmal alles hinein, kämpfte und übte Druck aus. Doch es war wie gegen Hadmersleben: Es sollte kein Treffer gelingen.

Germania Wulferstedt: Beisch – Ilsmann, Zimmermann, Behrens, Dreyer, Brunke, Zabel (72. Rzehaczek), Schütze (29. Stadler), Charwat, Jahn, Dilge.

Torfolge: 0:1 Michaelis (57.), 0:2 E. Timpe (62.).

Schiedsrichter: Hendrik Strackeljan, Marcel Hosenthien, Tobias Menzel. Zuschauer: 135..