Wulferstedt l Es war eine der schwächeren Leistungen der Linzert-Elf. Entscheidend sind aber die drei Punkte, die angesichts der Chancenvorteile auch verdient waren. Vorher zweimal schön gespielt ohne viel Ausbeute, war jetzt eben mal ein dreckiger Sieg fällig. Germania Wulferstedt konnte bis auf den verletzten Dreyer aus dem Vollen schöpfen. Zusammen mit dem eindeutigen Fokus, gegen Schwanebeck den ersten Saisonsieg einzufahren, nicht die schlechtesten Voraussetzungen.

Im Spiel regierte dann aber Kampf und Krampf. Bei den Gästen war zu erwarten, dass sie ihre Chance im körperbetonten, willensstarken Einsatz suchen würden. Die Germanen ließen sich dieses Spiel aufzwängen. Ohne die eigenen Stärken durchsetzen zu können, wurde im letzten Drittel oft zu umständlich agiert und vieles dem Zufall preisgegeben. So blieben echte Torchancen für Wulferstedt noch Mangelware beziehungsweise waren gerade in der ersten Halbzeit von Einzelaktionen abhängig.

Spiel auf niedrigem Niveau

Echter Spielfluss wollte nicht aufkommen. Ganz extrem war das in den letzten zehn Minuten vor der Pause, als das Spiel häufig unterbrochen war. Ein Aufreger war das Foulspiel des herausstürzenden Keepers Qaderi am sich den Ball vorbeilegenden Sebastian Stadler genau an der Strafraumgrenze. Der Torhüter bekam die Gelbe Karte, weil wohl noch ein Mitspieler auf gleicher Höhe hätte eingreifen können. Der viel versprechende Freistoß genau am Sechzehner wurde straff in die Mauer geschossen (43.).

Wulferstedt engagierter

In der zweiten Halbzeit war Wulferstedt um ein besseres Niveau bemüht. Zwischen jetzt immer wieder schön vorgetragene Spielzüge mischten sich aber immer noch zahlreiche Fehlpässe. Die bis dahin beste Kombination ließ Stadler plötzlich ganz frei vor Qaderi auftauchen, doch aus spitzer werdendem Winkel schoss er wuchtig über das Tor (48.). Auf der Gegenseite wischte Beisch einen Kopfball von Dries Barner über die Latte (50.). Durch Zufall prallte der Ball genau im richtigen Moment in den Laufweg von Jahn. Der zog aus dem Lauf ab, doch auch hier fehlte der magische Schluck Zielwasser (52.). Als sich der eingewechselte Herzberg geschickt vor den Verteidiger schob und im Laufduell von hinten einen Stoß bekam, fiel er und Schiedsrichter Reider entschied auf Strafstoß. Kapitän Martin Ilsmann übernahm die Verantwortung, konnte aber vom Punkt aus den glänzend reagierenden Qaderi nicht überwinden (72.). Sollte es wirklich keinen Sieger geben?

Jahn sorgt für Siegtreffer

Wulferstedt wehrte sich mehr gegen diesen Eindruck und wurde belohnt. Ein Eckstoß von René Jahn kam wie gemalt für Daniel Brunke. Der konnte am langen Pfosten schön Maß nehmen und köpfte den Ball wuchtig in den Winkel zum gefeierten 1:0 (74.). In der Schlussphase wurde es wieder aufregend. Wulferstedt drängte auf das 2:0. Als es im Gäste-Strafraum brannte und der bereits geblockte Ball genau vor dem Fuß von Ilsmann liegen blieb, wollte dieser ihn aus sechs Metern rein schießen. Ein auf dem Boden liegender Spieler klärte den Schuss mit der Hand. Diese Aktion wurde zum Entsetzen der Germanen nicht gepfiffen.

Einen Flachschuss von Jahn aus 20 Metern lenkte Qaderi noch um den Pfosten (86.) und eine Eingabe von Stadler fast von der Grundlinie segelte genau zwischen den Pfosten über der Torlinie entlang, Herzberg verpasste den Ball am zweiten Pfosten knapp (88.). Aufgrund der Vorteile in der zweiten Halbzeit ein verdienter Sieg der Germanen, die nach zwei achtbar bespielten Schwergewichten in der Liga und zwei Siegen gegen Landesklassisten im Pokal jetzt von einem gelungenen Saisonstart sprechen können.

Statstik

Wulferstedt: Beisch – Ilsmann, Dilge Brunke, Grzenda (60. Mann), Charwat, Rzehaczek, Breitenbach (46. Herzberg), Stadler, Reimann (83. Behrens), Jahn

Tor: 1:0 Brunke (74.)

Schiedsrichter: Dirk Reider, Friedrich Lorenz, Thomas Pröttel

Zuschauer: 162