Bebertal l Auch die Wettkämpfe der Armwrestler wurden europaweit gestrichen. Das zwingt den Bebertaler Matthias Schlitte zu einer sehr ausgedehnten Wettkampfpause.

Das erste internationale Turnier des Jahres fiel Minuten vor der geplanten Abreise ins Wasser. Mitte März stand der Große Preis der Niederlande als Saisonauftakt für den Mann aus der Hohen Börde auf dem Programm, doch die örtlichen Behörden entzogen einen Tag vor Beginn die Genehmigung.

Barleber Boxnacht verschoben

„Die Form stimmte und das Turnier sollte eigentlich als erste Standortbestimmung für die kommende Deutsche Meisterschaft in Frankfurt (Oder) dienen. Leider kam es nun anders. Ursprünglich war auch für den 2. Mai im Rahmen der Barleber Boxnacht wieder ein echtes Heimspiel geplant“, so Schlitte zur ursprünglichen Agenda. Während die Barleber Boxnacht bereits für den 10. Oktober einen neuen Termin hat, gibt es für die Deutsche Meisterschaft noch kein Ausweichdatum.

„Ich freue mich erst mal, dass Organisator Andreas Günther schon eine Alternative gefunden hat und wir am 10. Oktober wieder um den Grand Prix von Sachsen-Anhalt kämpfen, das gibt Motivation und Mut“, freut sich Matthias Schlitte auf das Heimspiel im Herbst.

Training im Keller

Doch bevor es in der Heimat spannend wird, geht es zunächst in die Ferne. Wie es aussieht, wird die Armwrestling-Saison 2020 mit einem echten Paukenschlag starten. Sollte sich die Situation wieder entspannt haben, wird Schlitte bei der Europameisterschaft in Kiew/ Ukraine Anfang Juni sein Saison-Debut feiern. Bei der vergangenen EM in Griechenland verpasste das Kraftpaket das Podest nur knapp und landete auf Rang vier. Diesmal soll es besser laufen, obwohl das Training unter erschwerten Bedingungen stattfindet. Während das Leistungszentrum des VfL Wolfsburg, bei dem Schlitte seit 2004 trainiert, geschlossen ist, befindet sich der Sportler im „Homeoffice“.

„Mir geht es wie vielen Arbeitnehmern im Landkreis. Während sie zu Hause arbeiten, trainiere ich zu Hause“, meint Schlitte mit einem Augenzwinkern. Aufgrund des engen Körperkontakts fällt das Sparring mit seinen Teamkollegen momentan aus. „Nach der Absage der Niederlande und der Deutschen Meisterschaft war ich etwas im Tief, aber das ist Vergangenheit. Ich werde mich im heimischen Gym auf die EM bestmöglich vorbereiten, um topfit nach Kiew zu reisen – mit oder ohne Sparring“, zeigt sich der Bebertaler kämpferisch. Schließlich hat sich der 11-fache Deutsche Meister im Keller seines Elternhauses auf 40 m² mit Seilzügen, Armwrestlingtischen und Hanteln ein eigenes Leistungszentrum eingerichtet, in welchem er nun die sechswöchige Vorbereitung aufnimmt.