Klein Wanzleben l In der Fußballgeschichte des Bördedorfes nehmen die 70-er Jahre eine herausragende Rolle ein, denn eine neue Generation erreichte ungeahnte Höhen durch die Verantwortlichen um Übungs- und Abteilungsleiter Herbert Weber.

1970 stand Empor kurz vor dem Aufstieg in die Bezirksliga, aber Nachbar Wanzleben verhinderte dies, als er das entscheidende Spiel mit 2:0 gewann. Aber die Revanche erfolgte im März 1971, als in einem denkwürdigen Spiel vor 1300 Zuschauern mit 6:0 ein Kantersieg gelang. Nach imponierender Leistung erneut geschafft, sollte es aber bis 1974 dauern, ehe die „Volksstimme“ folgendes berichten konnte: „Vor genau 15 Jahren gelang einer Klein Wanzlebener Fußballelf nach der Staffelmeisterschaft der Aufstieg in die Bezirksliga.

Aufstieg in der Saison 73/74

Im Spieljahr 1973/1974 hat dies eine neue Generation erneut geschafft“. Schon im folgenden Spieljahr sorgte der Aufsteiger für Furore, so dass die Fußballwoche schrieb: „Neuling Klein Wanzleben ist die Überraschung der bisherigen Saison. Die Elf gefiel zum einen mit ihrer kraftvollen Spielweise, hat aber zum anderen Spieler in ihren Reihen, die mit dem Ball klug umgehen können.“ Abgeschlossen wurde die Saison mit einem hervorragenden vierten Platz.

Nach zwei Jahren im gesicherten Mittelfeld agierend, wurde die Bezirksliga durch die Auflösung der DDR-Ligen durch die Zuordnung von Halberstadt und Stendal noch stärker. 1978 hatte dann einige Glanzpunkte aufzuweisen, denn das Team bezwang den hohen Favoriten Stendal im Punktspiel sensationell mit 5:1 vor 1300 Zuschauern und stand gegen den gleichen Gegner auch im Pokalfinale des Bezirkes Magdeburg in Uetz. Lange konnte Empor das Spiel offen halten, so dass nach 90 Minuten (1:1) die Verlängerung her musste, in der die Altmärker noch zu drei Toren kamen.

Karow darf nicht spielen

Bitterer Beigeschmack bei der Siegerehrung, denn die Verantwortlichen des BFA Fußball hatten kein Wort der Anerkennung für die Elf aus dem Bördedorf übrig, nachdem Stendal bereits den Einsatz des zur NVA eingezogenen Dirk Karow verhindert hatte. Folgende Spieler kamen zum Einsatz: Hartig, Grobys, Bauer, Blenk, Glanz, Banse, Strickrodt, Wrüske, Meynhardt, Klosa, Burba (Lösche). Mit dem dritten Platz am Saisonende konnte Empor mehr als zufrieden sein, toppte dies aber im Folgenden noch mit dem Vizemeistertitel, wobei Experten ihnen sogar den Sprung in die DDR-Liga zugetraut hatten, aber mit dem Leistungsabfall kämpfte man mehrere Jahre um den Klassenerhalt und nach neun Jahren ging es wieder in die Bezirksklasse.