Wulferstedt l Gegen die beste Abwehr der Liga erzielte Germania vier Tore. Dabei wurde ein 0:3-Rückstand innerhalb von zwölf Minuten aufgeholt. In der Nachspielzeit teilten sich beide Seiten nochmals einen Treffer zum gerechten Endstand.

Experimente kennt man aus dem Physikunterricht. Der neue Trainer Stefan Mohr experimentierte am Freitagabend auf dem grünen Rasen. Mit einem mutigen 4-3-3 sollte der USV überrascht und zu langen Bällen gezwungen werden. Spielführer Martin Ilsmann dirigierte wie gegen Schwanebeck die Viererkette. Dieser Plan zündete nicht wie erhofft. Ummendorf begann gleich mit zwei Eckstößen. Gegenüber die nächste Ecke für die Hausherren. Danach verteiltes Spiel, in dem Wulferstedt gut mithielt.

Wulferstedt nutzt keine Chancen

Nach einem Stellungsfehler von Ilsmann führte Ummendorf mit der ersten Chance. Der Ball konnte von Sommermeyer vor dem Tor quergelegt werden, am zweiten Pfosten brauchte Marschke nur noch einzuschieben (11.). Ein Konter in Überzahl über Charwat endete mit dankbarem Abschluss für Deumeland (15.). Gefährlicher war der USV. Nach einer Ablage schoss Patrick Burger haarscharf vorbei (19.). Als die Kette der Germanen völlig ausgehebelt werden konnte, sah Marschke nur noch den entgegenkommenden Beisch vor sich. Marschkes Heber über Beisch hinweg landete an der Latte, Max Köhler staubte ab – 2:0 (28.). Wulferstedt musste reagieren, stellte jetzt um. Es half aber noch nichts. Auch fahrlässig wurden die recht guten Chancen vergeben. Stadler lief halbrechts allein auf Deumeland zu und schoss ihn an (30.). Anders der USV: Einen Dropkick versenkte Marschke wie einen Strich unhaltbar im langen Eck (40.). Mit dem 0:3 schien die Messe schon gesungen. Wenn nur Wulferstedt die Chancen besser genutzt hätte. Herzberg spielte den Ball durch den Strafraum zum entblößten zweiten Pfosten, wo Stadler das fast leere Tor nicht traf (43.).

Wulferstedt besserte in der Pause weiter nach, hatte nichts mehr zu verlieren. Ilsmann rückte jetzt in die Zentrale. Die Folge: Dauerdruck auf Ummendorf, der von Minute zu Minute wuchs. Von den Verhältnissen auf dem Rasen hätte man jetzt die Tabellenplätze tauschen können. Stadler lief wieder allein auf Deumeland zu, der stark parierte (47.). Herzberg war frei durch, scheitere auch am Keeper (53.). Ein Jahn-Freistoß wurde um den Pfosten gekratzt (63.). Der eingewechselte Dreyer nagelte den Ball an das Lattenkreuz. Den Nachschuss von Ilsmann lenkte Deumeland an die Latte. Herzberg drückte den Ball mit großem Willen ins Netz (1:3, 71.). Wulferstedt merkte, dass mehr drin war. Ummendorf dürfte diese Gegenwehr selten erlebt haben. Dieses Verteidigen auf Knopfdruck war der Tabellenführer nicht mehr gewohnt, und das rächte sich.

USV war am Rand der Niederlage

Herzberg zielte genauer, der Ball schlug neben dem Pfosten zum 2:3 ein (75.). Ein Charwat-Freistoß wurde von der Mauer aufgehalten, aus dem Hinterhalt zog der eingewechselte Dannenberg satt ab. Die „Granate“ war für Deumeland verdeckt, es gab nichts zu halten (3:3, 83.). Das Pendel schlug eindeutig in eine Richtung aus, der USV war am Rand der Niederlage. Aber externe Einflüsse hemmten den Lauf des Spiels zugunsten des USV. Szene an der Eckfahne: Ilsmann kam ins Straucheln und fiel auf die Beine von Max Köhler, der seine Beine dann nicht stillhalten konnte.

Der Schiedsrichter erkannte zum Entsetzen auf Foul und schickte Martin Ilsmann mit Gelb-Rot vom Platz, Köhler sah gelb. Es war unfassbar, dem USV gelang mit einem durchrutschenden Ball tatsächlich die erneute Führung in der Schlussminute (90.).

Doch eine Antwort hatte Wulferstedt noch: Bei einer Vollversammlung am Sechzehner des USV reagierte Hannes Grzenda am Schnellsten und hob den Ball über alle hinweg zum 4:4 ins Tor (90.+2). Der Jubel war ungebrochen. Danach pfiff der Schiedsrichter nicht mehr an.

Statistik

SG Germania Wulferstedt: Beisch – Ilsmann, Dilge (79. Dannenberg), Charwat, Brunke, Rzehaczek, Grzenda, Jahn, Stadler (68. Dreyer), Reimann, Herzberg

Ummendorfer SV: Deumeland – Heimrath, C. Burger, Keber, F. Köhler, Marschke (67. Ohnesorge), P. Burger (79. Stürzebecher), M. Köhler, Strauß, Sommermeyer, Krause

Tore: 0:1 Marschke (11.), 0:2 M. Köhler (28.), 0:3 Marschke (40.), 1:3, 2:3 Herzberg (71., 75.), 3:3 Dannenberg (83.), 3:4 F. Köhler (90.), 4:4 Grzenda (90.+2)

Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für Martin Ilsmann (88.);

Schiedsrichter: Fabian Siebert, Dirk Rittweger, Wolfgang Siebert;

Zuschauer: 234