Oschersleben l Am 18. August 2018 veröffentlichte die Volksstimme einen offenen Brief von Horst Flügel (SG Empor Klein Wanzleben), der auch als Antrag an den Kreisfachverband Fußball ging und auf dem anstehenden Verbandstag am Freitag diskutiert werden soll. Wesentliche Themen darin sind die Beibehaltung der Anzahl von 16 Mannschaften in der Bördeoberliga, die Bildung von zwei Staffeln der Bördeliga mit 16 oder 14 Mannschaften nach dem Territorialprinzip und die Auflösung der 2. Kreisklasse und Bildung von vier Staffeln der Kreisklasse.

Die Sportredaktion befragte Heiko Stapel und Rüdiger Petrasch, wie sie zu diesen Vorschlägen stehen. Beide stellen sich beim Verbandstag zur Wahl, wenn es um das Präsidentenamt im Kreisfachverband Fußball geht.

Die Antworten

Rüdiger Petrasch: „Die Bördeoberliga sollte auf 14 Teams reduziert werden, die Bördeliga würde ich in zwei Staffeln zu je 14 Teams spielen lassen, die restlichen Teams in der 1. Bördekreisklasse nach Meldungen und auch territorial aufteilen. 14 Teams sind für den Spielbetrieb ausreichend. Spiele oder Spieltage an Feiertagen sollten die große Ausnahme bleiben, denn gerade das letzte Spieljahr hat es doch gezeigt, Spielausfälle bringen den Spielplan durcheinander. Da ist man dann froh, wenn man an einem Feiertag Luft hat und dann spielen kann. Die Saison musste verlängert werden, Urlaubsplanungen gerieten durcheinander. Den Vereinen fehlen Spieler, sie kommen in Zwangslagen.

Man sollte eine Lösung finden und am Volkstrauertag und Totensonntag das Fußball spielen in Sachsen-Anhalt gestatten. Es hinkt zwar ein wenig, aber selbst die Bundesliga spielt an diesen Tagen ihren Ball. Ich achte diese beiden Tage sehr, besuche meine verstorbenen Verwandten auf dem Friedhof, würde trotzdem den Ball in den Nachmittagsstunden rollen lassen. Im letzten Jahr spielten die Handballer des SCM gar eine Bundesliga-Partie in der Getec Arena. Auf meine Nachfrage im Ministerium wurde mir erklärt, es ist ja keine Freiluftveranstaltung.“

Heiko Stapel: „Ich persönlich stehe einer zweigleisigen Bördeliga positiv gegenüber, sehe aber Probleme beim fußballerischem Niveau in dieser Liga und gleichzeitig dann auch beim Unterbau. Wenn diese Fragen diskutiert werden, müssen sich alle Entscheidungsträger darüber im Klaren sein, dass dies Folgen für die derzeitige zweigleisige 1. Kreisklasse und auch auf die dreigleisige 2. Kreisklasse haben wird. Das vollkommen zu Recht angeführte Argument der hohen Fahrtkosten in der Bördeliga bedeutet auch zwangsläufig, dass in anderen Staffeln dann ein höherer Fahrtkostenaufwand anfällt, weil eine Staffel wegfällt.

Die Staffelstärke von 14 Mannschaften stellt ein derzeit vom Fußballverband Sachsen-Anhalt favorisiertes Spielmodel dar, das seine Ursachen vor allem in den witterungsbedingten Ausfällen in den letzten Jahren hat. Ob der Ansatz, mit weniger Spieltagen diesen Unbilden aus dem Weg zu gehen, tragfähig ist, wage auch ich zu bezweifeln. Das 14er Modell birgt das große Risiko, dass der Spielplan spätestens dann auseinander gerissen wird, wenn eine oder wie in der abgelaufenen Saison zwei Mannschaften in der Bördeliga zurückziehen sollten. Die Anpassung an das Spielsystem des FSA hat in den letzten Jahren ganz gut geklappt, gerade das Spielansetzungsproblem mit Vorspielen bei Mannschaften auf Landesmaßstab kann bei dem anzuwendenden Spielschlüssel gut berücksichtigt werden.

Da der Landesverband jedoch wenig Rücksicht auf die warmen Monate im Jahr nimmt, sollte der Kreisverband darüber intensiv nachdenken, unseren Sport in den Monaten auszutragen, in denen dies am besten möglich ist. Dies ist nun mal nicht der Februar oder März, sondern eher der Juni. Aus meiner Sicht kann man durchaus bis zwei Wochen vor Beginn der Sommerferien Fußball spielen und dafür auf Spiele im Februar und März nach Möglichkeit verzichten. Von Spielen im Dezember halte ich persönlich nichts, dies ist eine schöne Hallenfußballzeit. Wenn wir diesen Weg gehen, spricht nichts gegen einen 16er Schlüssel.

Die Auflösung der 2. Kreisklasse wird sich als unausweichlicher Schritt spätestens dann stellen, wenn die Bördeliga auf zwei Staffeln aufgestockt wird. Sieht man sich die Entwicklung in anderen Kreis- und Landesverbänden an, stellt man fest, dass sich der Spielbetrieb in den letzten zehn Jahren erheblich im Männer- und Frauenbereich ausgedünnt hat, hingegen im Spielbetrieb der Altherren und Senioren (Ü40, Ü50) stabil geblieben ist.

Als Beispiel hat der KFV Jerichower Land derzeit eine eingleisige Kreisliga und eine eingleisige Kreisklasse. Hier liegt auch eine der Ursachen, dass Mannschaften aus diesem Kreis seit Jahren erhebliche Probleme haben, ihre Aufsteiger zur Landesklasse fest zu etablieren. Der KFV Börde mit derzeit vier Leistungsklassen ist hier einer der letzten Kreisverbände in Sachsen-Anhalt, der dies aufrecht erhalten kann, dazu noch mehrgleisig in den beiden unteren Spielklassen.

Sollte es zu einer Veränderung in den oberen Spielklassen kommen und weiterhin Mannschaften sich vom Spielbetrieb zurückziehen, werden die Verantwortlichen darauf zu reagieren haben. Bei dem derzeitigem Spielsystem sehe ich die Reduzierung der 2. Kreisklasse auf zwei Staffeln als den nächsten anzuwendenden Schritt an.“