Haldensleben l Der große Platz im Waldstadion, gewässerter feiner Rasen und Unterstützung aus der Verbandsliga-Mannschaft – eigentlich war das ein klares Plus auf Haldenslebener Seite. Davon sah der neutrale Beobachter aber 30 Minuten lang nichts. Wulferstedt begann stark, war die aktivere Mannschaft und ließ die Gastgeber zur Unzufriedenheit ihres Trainers Nico Bremse nicht ins Spiel kommen. Der HSC reagierte überwiegend und das teils ungeschickt.

In der elften Minute muss Germania eigentlich schon führen. Von der Grundlinie spielte Elle auf Reimann am kurzen Pfosten. Reimann legte auf den einlaufenden Herzberg zurück, dessen wunderbarer Schuss von Helmecke ganz stark aus dem Winkel gefischt wurde. In der 14. Minute ein erster ernstzunehmender Gegenstoß des HSC über Niclas Müller, der völlig harmlos verzog. Nach einem Rückpass auf Torhüter Helmecke schoss dieser Wulferstedts Reimann an. Der Abpraller landete neben dem Tor (23.). Dann die zweite Großchance der Gäste: Reimann wurde stark freigespielt, sein Schuss aber noch abgefälscht (26.).

Appelle zeigen Wirkung

Ab der 30. Minute zeigten die häufigen Appelle von Trainer Bremse an seine Jungs Wirkung. Der HSC II wurde stärker, aber nicht gefährlicher. Stattdessen vor der Pause die dritte Wulferstedter Großchance: Herzberg bediente Elle. Die Bahn war frei, Elle´s Schuss konnte Helmecke gerade noch abwehren. Der Ball blieb heiß, Reimann konnte nachsetzen, schoss aber aus vier Metern einen Gegenspieler an.

Die Wulferstedter Fans trauerten den vergebenen Chancen nach und waren etwas skeptisch in Ausblick auf Halbzeit zwei. Floralb Daxha und Felix Kaschlaw machten sich schon warm und kamen in der 50. Minute. Ein klares Zeichen der Heimmannschaft, die jetzt das Spiel bestimmen und gewinnen wollte. Einige Anlaufzeit brauchten die Neuen. In der 59. Minute klärte René Jahn stark gegen den im Lauf befindlichen Daxha. Es gab Eckstoß für den HSC II. Dieser wurde zum direkten Konter in Überzahl. Ein schöner öffnender Pass hinaus auf Herzberg, Reimann lief mit, wurde genau im richtigen Moment von Herzberg angespielt und schob flach an Helmecke vorbei zum 1:0 ein (60.).

Abwehr wird gefordert

Haldensleben erhöhte den Druck. Jetzt war Wulferstedt in der Abwehr gefordert. Ihr gutes Stellungsspiel und zwei Mal knappes Abseits kamen den Germanen gelegen. Die Wulferstedter Wechsel (Charwat und Dreyer kamen) verliehen noch mehr Entschlossenheit. Nach vorn ergaben sich Räume. Eine hohe Flanke von Charwat nahm Dreyer direkt. Der Ball flog als Bogenlampe an das Lattenkreuz (67.).

In der Schlussphase blieben die besseren Chancen auf Gästeseite. Der HSC verkrampfte unter dem Druck, den Ausgleich erzwingen zu wollen. Dreyers Schuss ging knapp neben das Tor (76.). Eine Elle-Flanke kam maßgeschneidert für Reimann, der auch gegen die Laufrichtung des Keepers, aber auch am Tor vorbei köpfte (83.). Ähnliches in der 90. Minute. Der frische Breitenbach spielte in die Mitte, wo Reimann den Ball aus zwölf Metern zu zaghaft über das Tor hob. Mehrfach verpassten die Germanen also die Entscheidung. Umso mehr ist dieser erste Saisonsieg verdient und die Stimmung beim abendlichen Oktoberfest war bestens.

Tor: 0:1 Reimann (60.)