Wulferstedt l Auch die Wulferstedter Mannschaft war noch nicht gleich auf Betriebstemperatur. Der Gast aus Langenstein erwischte den besseren Start und führte zunächst verdient. Die Heimmannschaft steigerte sich aber stetig und war gerade in der zweiten Halbzeit dem neuen Tabellenschlusslicht klar überlegen. So war der 3:1-Sieg auch nicht übertrieben, sondern hätte durchaus höher ausfallen können.

Bissig in Wort und Tat, aber nie unfair, begann Langenstein als die gewohnt unbequeme Mannschaft. Beide Teams versuchten nach Ballgewinn schnell umzuschalten, es ging hin und her. Die Gäste wurden ab der zehnten Minute in ihren Aktionen zwingender. Yunus-Kevem Leventyüz verfehlte mit sattem Schuss scharf das Lattenkreuz (16.). Wenig später Freistoß vor dem Sechzehner der Germanen: Germanen-Keeper Jörg Zappe musste den rutschigen Ball zur Seite prallen lassen.

Gäste mit Glück zur Führung

Eigentlich keine Gefahr, hätte sich Max Eichstaedt nicht schon seitlich auf Höhe der Mauer positioniert. Er spekulierte richtig, eilte heran und setzte unter Mithilfe des Innenpfostens nach (0:1, 18.). Verfrühter Ausgleichsjubel in der 22. Minute: Trotz erhobener Abseitsfahne gab der Schiedsrichter zunächst das Tor von Hannes Grzenda, da er nicht Grzenda selbst, sondern den nicht an der Toraktion beteiligten miteinlaufenden Spieler im Abseits gesehen habe. Nach Rücksprache mit dem Assistenten wurde das Tor aber dann doch annulliert.

Remis zur Halbzeit

Weniger Zweifel gab es dann beim Strafstoßpfiff. Ein Langensteiner rutschte ungeschickt in Herzberg hinein, der dadurch regelwidrig am Abschluss gehindert wurde. Kapitän Martin Ilsmann versenkte den Elfmeter platziert, Torhüter Stosch war in der richtigen Ecke (1:1, 29.). Bis zur Pause arbeitete Wulferstedt an der Führung. Es war ganz allein den starken Reaktionen von Christian Stosch zu verdanken, dass Langenstein beim Nahschuss von Herzberg (32.) und Elle (45.+2) das Unentschieden in die Pause rettete.

Wulferstedt hatte das Spiel souverän im Griff. Bis zur 65. Minute spielten die Germanen die Gäste müde. Langenstein konnte zunehmend die Defizite nicht mehr kompensieren und sah sich ab der 70. Minute großem Druck ausgesetzt.

Zwar spät, aber hoch verdient kippte das Spiel zu Gunsten der Mohr-Elf. Beim gefährlichen Einsteigen gegen den Kopf von Robert Dreyer im Fünfmeterraum verwehrte der gute junge Schiedsrichter Daniel Feist noch den Strafstoß (76.). Interessant wäre hier der „Fotobeweis“ gewesen, denn der Sportfotograf lieferte das Material. Darauf durfte sich der Referee natürlich nicht einlassen, erlaubte sich aber fairerweise einen Blick nach dem Spiel. Sei es drum.

Wulferstedt belohnt sich spät

Es gab beim Langensteiner Handspiel, als eine Flanke mit der Hand abgewehrt wurde, keine zwei Meinungen. Steve Elle schoss den Handelfmeter entschlossen in die Maschen (79.). Den Deckel machte Ilsmann drauf: Nach erst abgewehrtem Eckstoß kam der Ball nochmal zu Christian Schütze zurück. Wieder zog er den Ball hinein und Ilsmann köpfte wunderschön in die Ecke zum 3:1 (84.). So war das Ergebnis ein Sieg der Mentalität. Er festigt den Wulferstedtern nach dem deutlichen Viertelfinal-Sieg letzte Woche in Hötensleben den richtig beschrittenen Weg.

Statistik

Wulferstedt: Zappe – Ilsmann, Dilge, Grzenda, Jahn, Rzehaczek, Dreyer (86. Dannenberg), Elle, Schütze, Herzberg, Reimann

Tore: 0:1 Eichstaedt (18.), 1:1 Ilsmann (FE, 29.), 2:1 Elle (HE, 79.), 3:1 Ilsmann (84.);

Schiedsrichter: Daniel Feist, Adrian Schaefer, Nils Pilz;

Zuschauer: 65