Wulferstedt l Während der OSC seine überraschend schlechte Rückrundenbilanz (Tabellenletzter, sechs Punkte) nicht verbessern konnte, wurde der Saisonabschluss für Wulferstedt mit einem Sieg beim großen Nachbarn mit dem sensationellen vierten Platz belohnt, weil auch Seehausen in Darlingerode verlor.

Wulferstedt verdiente sich diesen Sieg durch eine überragende erste Halbzeit. Hier führten die Germanen den verunsicherten OSC auf dessen eigenem Rasen überwiegend vor.

Aufreger in Minute 5

Der erste Aufreger in der fünften Minute: Herzberg bedrängte erfolgreich den überraschten Rasch, brach mit dem Ball durch. Rasch machte sich hinterher, behakelte Herzberg noch vor Erreichen des Strafraumes. Der Germania-Stürmer war so nicht aufzuhalten, doch im Strafraum ging dann Keeper Rothämel nur in den Mann – in den Augen der Wulferstedter ein klares Foulspiel und eigentlich Rot. Der Pfiff des Schiedsrichters brachte aber nicht den erwarteten Elfmeter. Er gab für das Hakeln vor dem Strafraum Freistoß und Rasch die Gelbe Karte. Den Freistoß setzte Reimann knapp vorbei.

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Anschließend sahen die 113 Zuschauer eine stabile Wulferstedter Mannschaft mit Ballkontrolle, während beim OSC die Verunsicherung wuchs und der Club sich im heimischen Stadion mit der Konterrolle zufrieden gab. Fehlpässe häuften sich beim Gastgeber. Völlig überraschend fiel in dieser Phase das 1:0 für den OSC: Florab Daxha war mit einem Sonntagsschuss in den Winkel erfolgreich (22.). Der OSC-Stürmer verstärkt in der kommenden Saison den Verbandsligisten Haldensleber SC.

Wulferstedt erhöht Druck

Wulferstedt ließ das Gegentor nicht lange auf sich sitzen, erhöhte den Druck. Charwats Gewaltschuss aus dem Hinterhalt hielt Rothämel mit toller Reaktion (25.). Reimann traf den Pfosten (27.). Als Herzberg schön Reimann frei spielte, spitzelte dieser den Ball an Rothämel vorbei zum Ausgleich ins Netz (29.). Bis zur Pause wurde das Spiel dann hitziger. Der OSC stieg einige Male recht rasant ein, was aber im Rahmen des Derbycharakters blieb und nie die Grenze zur Unfairness überschritt.

In der zweiten Halbzeit verflachte das Spiel zu beiden Seiten. Zunächst hatte Dreyer für die Gäste die riesen Chance zur Führung. Rothämel reagierte aber gegen den frei vor ihm auftauchenden Dreyer grandios (48.).

Wenig Sehenswertes spielerisch

Spielerisch war es von beiden Seiten dann eher Magerkost. Wulferstedt fand die Vorteile der ersten Halbzeit nicht mehr wieder, aber die Geschlossenheit, um den OSC im Zaum zu halten, hatte Bestand. Der zur Pause eingewechselte Riedl konnte die größte Chance für seinen OSC nicht nutzen. Als er schon Beisch umrundet hatte und aufs Tor schoss, konnte der mitgelaufene Grzenda den nicht sehr schnellen Ball noch von der Torlinie kratzen (75.). Oschersleben spürte jetzt, dass doch was drin ist und hatte in der Schlussphase mehr vom Spiel. Als sich Wulferstedt in Gedanken schon mit dem Unentschieden anfreundete, doch noch diese Szene: Eric Mann wurde nahe der Mittellinie gefoult. Er lief nach vorn in den Strafraum. Charwat trat den Freistoß und Mann selbst traf den Ball so kurios mit dem Kopf, dass er für Rothämel unhaltbar ins lange Eck rollte (85.). Gleich darauf wollte der OSC für eine strittige Aktion mit Daxha im Strafraum Elfmeter haben, Schiedsrichter und Assistent waren aber anderer Meinung. So blieb es beim knappen und anhand der zweiten Halbzeit etwas glücklichen Gäste-Sieg, der richtig Laune für die mannschaftsinterne Feier hinterher im Bruch-Stadion machte.

Statistik

Oscherslebener SC: Rothämel – Daxha, Wulf, Modler, Zabel, Rode, Rasch, Jordan, Westphal (46. Riedl), Fahr (80. Abdullah), Brunner

SG Germania Wulferstedt: Beisch – Ilsmann, Dilge, Brunke, Charwat, Rzehaczek, Grzenda, Dreyer (54. Reschke), Stadler, Herzberg, Reimann (76. Mann)

Torfolge: 1:0 Daxha (22.) 1:1 Reimann (29.), 1:2 Mann (85.)

Schiedsrichter: Thorsten Ebeling, Michael Damke, Mattes Schulze

Zuschauer: 113