Wulferstedt l Den ersten echten Favoritensturz dieser Fußball-Landesklasse-Saison erreichte Wulferstedt mit dem 2:0-Sieg gegen Langenstein. Der sehr selbstbewusst angereiste Tabellenführer verzweifelte an den perfekt eingestellten Germanen.

Nach Abpfiff eines emotionalen Spiels entglitten bei verärgerten Gästen über die erste Saisonniederlage, besonders dem cholerischen Torhüter Daniel Robinson, völlig unnötig die Nerven.

Langenstein strotzte vor Zielstrebigkeit. Die Körper– und Gestensprache direkt vor Anpfiff verriet das Selbstvertrauen der Vorharzer. Beim Auflauf der Akteure war dennoch der faire Respekt beider Seiten voreinander auffällig. Es war sofort Geschwindigkeit auf dem Platz. Langenstein spielte konsequent über die Außen, setzte immer wieder über rechts Max Staat ein und suchte vorn Topstürmer Raik Rothe, der von der bestens organisierten Abwehr quasi kaltgestellt war.

Stadler mit der Wulferstedter Führung

Ab der zehnten Minute war auch Wulferstedt gut im Spiel, das Passspiel wurde immer sicherer, die Angriffe bekamen ein Gesicht. Es mangelte aber noch am finalen Pass oder einfach mal am selbstbewussten Abschluss.

Daniel Robinson hatte seinen Anteil am 1:0 Wulferstedts. Schütze legte den Ball zunächst auf Charwat raus, der flankte in den Strafraum und Robinson zeigte beim aufsetzenden Ball keine eindeutige Reaktion. Im Rücken spekulierte Stadler richtig und gab dem Ball mit der Stirn die Richtungsänderung ins Tor (20.). Wulferstedt fühlte sich in der Gäste-Hälfte immer wohler. Der Ball sprang wieder im Strafraum, unerwartet kam Schütze aus spitzer Position zum Schuss, aber Robinson reagierte stark (24.). Zumindest eine erwähnenswerte Chance der Gäste war der gefährliche Abschluss von Brüser, bei dem Oli Mantke glänzend reagierte (32.).

Die zweite Halbzeit begann mit der ernsten Verletzung eines Langensteiners. Martin Ilsmann spielte gegen Max Eichstaedt fair den Ball von hinten. Der Langensteiner wurde aber auch getroffen und fiel sehr schmerzhaft. Nach Behandlung auf dem Platz wurde Eichstaedt von Wulferstedtern unter anerkennendem Applaus der Langensteiner Zuschauer mit der Trage vom Platz transportiert. Wenig später war der Krankenwagen vor Ort. Wulferstedt wünscht Max Eichstaedt gute Besserung. Die fünfminütige Verletzungspause hatte später sieben Nachspielminuten zur Folge. Langenstein reagierte trotzig nach dem Motto „Jetzt erst recht“.

Torhüter Mantke der Teufelskerl

Die Gäste schliffen nochmals ihr Profil. Wulferstedts Torhüter Mantke stand immer häufiger im Mittelpunkt und wuchs über sich hinaus, von Kevin Zimmermanns unüberwindbarer Leistung ganz zu schweigen. Yves Reiser legte in dieser Phase das 2:0 nach.

Nachdem er Robinson im ersten Abschluss noch robust anschoss, blieb er am Ball und drosch das Leder eiskalt in die lange Ecke (62.). Mantke war wieder gegen Brüser gefordert (75.). Eine unglaubliche Reaktion gelang ihm, als er bei einem Schuss aus drei Metern geistesgegenwärtig die Hand hochriss und den Ball gegen die Lattenunterkante lenkte (77.). Langenstein gab nie auf und glaubte bis zum Abpfiff an sich. Rothe traf noch das Lattenkreuz (89.).

Robinson sieht Gelb-Rot

Die lange Nachspielzeit neutralisierte Wulferstedt durch taktisches Geschick. Langenstein hatte in Schiedsrichter Neumann den Sündenbock ausgemacht. Für wiederholtes unbeherrschtes Auftreten sah Robinson noch Gelb-Rot.

Germania Wulferstedt: Mantke – Ilsmann, Zimmermann, Charwat, Dilge, Rzehaczek, Bunge (78. Grzenda), Dreyer, Stadler (90.+6 Kassebaum), Schütze, Reiser (90.+4 Haberland).

Tore: 1:0 Stadler (20.), 2:0 Reiser (62.).

Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für Daniel Robinson (90.+8, Langenstein, wiederholt unbeherrschtes Verhalten).

Schiedsrichter: Steffen Neumann, Mike Feller, Hans-Jürgen Winterfeld; Zuschauer: 139.