Wulferstedt l Die Brisanz dieser Testbegegnung lag eindeutig im vollzogenen Trainerwechsel. Hätte es ohne diesen das Testspiel überhaupt gegeben? Zweifelhaft, ob sich der HSC sonst nach Wulferstedt verlaufen hätte.

Noch vor acht Wochen hatte Marco Wagner mit seiner „alten Liebe“ Germania im Kreispokalfinale um den Titel gekämpft. Die Rückkehr als Verbandsligatrainer an die Seitenlinie seines Heimatsportplatzes, gemeinsam mit Zimmermann und Stadler als Ex-Germanen, befeuerte nicht nur die Neugier von rund 120 Zuschauern.

Wulferstedt spielt gewitzt

Die Visitenkarte des Haldensleber SC war dann aber nicht knitterfrei. Denn bei großer Leistung der Heimelf, von André Linzert gut eingestellt, blieben die besseren Chancen auf Wulferstedter Seite. Auch spielte Germania streckenweise mutiger. So blieb der zwei Klassen höher angesiedelte Gegner hinter seinen Erwartungen zurück. Ein eigener Treffer blieb dem Favoriten verwehrt. Ein Wulferstedter Eigentor sorgte für Traditionspflege des HSC, der nun ein weiteres Testspiel mit dem Minimalergebnis von 1:0 gewann.

Gute Organisation und der unbedingte Wille hatten auf Seiten der Wulferstedter schon Pflichtspielcharakter. Die physischen Vorteile der Ohrestädter, die ein recht hohes Tempo ansetzen, wurden durch gutes Verschieben, Zweikampffreude und hohe Laufbereitschaft neutralisiert. Nach gut 15 Minuten hatten die Zuschauer Mühe, einen Klassenunterschied zu erkennen. Eine schöne Jahn-Flanke konnte Christian Reimann nicht verwerten (8.). Als der HSC ungenau klärte, zielte der schussbereite Philipp Charwat nicht genau genug (12.). Die beste Aktion hatte Wulferstedt nach dem öffnenden Pass von Till Breitenbach auf Jahn, dessen satter Linksschuss haarscharf am langen Pfosten vorbeistrich (28.). Dann zögerte Breitenbach in aussichtsreicher Position mit dem Abschluss, er hatte noch einen Gegenspieler vor sich. Beim Versuch, diesen zu umspielen, gelangte der Ball zu Robert Dreyer, dessen Abschluss dann zu harmlos für Switala war (33.). Beisch im Germania-Tor hatte weniger zu tun als erwartet. Er musste sich bei einem Flachschuss von Girke und einem gemeinen Aufsetzer von Tolle konzentrieren (10., 26.).

In der zweiten Halbzeit spürte man, dass beide Teams neue taktische Ansagen mit auf den Weg bekommen hatten. Die Vorteile der Wulferstedter waren jetzt etwas aufgebraucht. Man konzentrierte sich darauf, nichts zuzulassen. André Linzert brachte in Abständen die Spieler, die er noch zur Verfügung hatte. Der HSC dagegen wechselte in der 61. Minute fünffach. Ein Abstimmungsfehler mit Torhüter Leon Thiepold verursachte dann das Eigentor durch Grzenda (66.).

Wulferstedt investiert viel

Bis zum Ende hin versuchte Wulferstedt nochmal alles und ging auch konditionell bis an die Grenze. Ein Treffer wäre durchaus drin gewesen. HSC-Keeper Uhlmann musste sich bei einer Kopfballverlängerung seines eigenen Spielers strecken, um den Ball über die Latte zu wischen (82.).

Wulferstedt hat noch eine Woche länger Zeit bis zum Pflichtspielauftakt. Für Haldensleben fiel die Generalprobe vor dem jetzt anstehenden Saisonstart in Sangerhausen sicherlich etwas anders aus als erwartet.

Statistik

 

Wulferstedt: Beisch (46. Thiepold) – Ilsmann , Fabian Dilge, Grzenda, Brunke, Charwat, Reimann, Dreyer, Jahn, Rzehaczek, Herzberg (Breitenbach, Dannenberg, Felix Dilge, Todorov)

Haldensleben: Switala (46. Uhlmann) – Schunaew, Kessler, Girke, Stadler, Schiefer, Kania, Lipowski, Hübner, Duda, Zimmermann (Tolle, Siegmund, Krause, Rosenbach, Maiberg, Wille)

Tor: 0:1 Grzenda (Eigentor, 66.)

Schiedsrichter: Benjamin Lanzki

Zuschauer: 120