Haldensleben l Die Wege trennten sich aufgrund der Corona-Pandemie und des Angebotes aus Westerhausen vorzeitig.  Sportlich lag das Team auf Kurs, bestätigte die Leistung der Vorsaison und hätte mit dem Einzug ins Pokalfinale die Entwicklung krönen können. Nun steht mit Marko Fiedler der nächste Neubeginn im Waldstadion an.

HSC nach dem LM-Titel mit Höhen und Tiefen

Bereits nach dem Landesmeistertitel und dem Aufstiegsverzicht in die Oberliga 2012/13 musste sich das total neu zusammengestellte Team erst einmal finden, um in der höchsten Spielklasse von Sachsen-Anhalt bestehen zu können. Trainer Roland Zahn brachte in den folgenden zwei Spielzeiten mit Spielern, die zum größten Teil eine Klasse überspringen mussten, alles wieder auf den Weg. Trainer Tom Krüger beendete dann die Saison 2014/2015 mit Platz acht. Der Haldensleber SC war wieder in der Liga angekommen. Anschließend übernahm Trainer Thomas Schulze für ein Jahr (2015/16) die Geschicke des HSC und landete am Ende auf Platz vier.

Nur eine halbe Spielzeit (2016/17) dauerte die Amtszeit von Trainer Daniel Fest, der mit seiner Mannschaft aber nur zwei Spiele verlor. Ingo Herrmanns übernahm im Winter die Verantwortung und hatte zu Beginn der Saison 2017/2018 gleich Sorgenfalten im Gesicht, denn etablierte Verbandsligakicker wie Thomas Gießmann, Tobias Herrmann, Rene Hasse, Carsten und Christian Madaus, Paul Schipke, Niklas Folkens, Sebastian Wojtzyk sowie verletzungsbedingt Robin Schütte und Chris Markstein standen ihm nicht zur Verfügung. Durch eine starke Rückrunde stand am Ende noch Platz elf zu Buche.

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Die erste Saison (2018/19) von Neutrainer Marco Wagner und Co-Trainer Stephan Kobert brachte den achten Tabellenrang. In die aktuelle, vorzeitig beendete Spielzeit startete die Wagner-Elf mit viel Selbstvertrauen. Es war die von noch keinem anderen Börde-Team auch nur annähernd erreichte 17. Verbandsligasaison, die zwölfte nacheinander.

Wagner stabilisiert den HSC

Angesichts nur eines Spielerabgangs hatte man sich mit vier externen und weiteren drei integrierten Nachwuchskräften breiter aufgestellt. Eine recht erfolgreiche Testspielserie endete mit einer knappen Niederlage gegen den Regionalligisten Germania Halberstadt. Mit großer Willensleistung bis ans Limit, taktischer Disziplin und mannschaftlicher Geschlossenheit wurden die Auftakthürden mit 15 Zählern bravourös gemeistert. Letztendlich sorgte aber die am letzten Spieltag des Jahres erreichte positive Auswärtsbilanz dafür, dass der HSC mit relativ überschaubarer Torausbeute (19) vor der Winterpause immerhin 26 Punkte verbuchte.

Nach Landespokalsiegen bei TuS Magdeburg, zu Hause gegen Elster und dem überraschenden 1:0-Sieg daheim gegen Oberliga-Aufsteiger 1. FC Merseburg steht der HSC wie 2012 im Halbfinale des Landespokals. Als Wunschgegner wurde aus der Landesliga-Süd der SV Lüttchendorf ausgelost.

Austragung des Halbfinale noch offen

Das zweite Halbfinale bestreiten Germania Halberstadt und der 1. FC Magdeburg. Niemand weiß zur Zeit jedoch, wann diese Halbfinals und das Endspiel ausgetragen werden. Damit bleibt die Chance, mit dem Finaleinzug, eine Wiederholung des bislang größten Erfolgs der Vereinsgeschichte aus dem Jahr 2012 zu erreichen. Die Elf von Trainer Marco Wagner beendete in der aktuell abgebrochenen Corona-Saison 2019/2020 durch die Quotientenregelung den achten Tabellenplatz.

Was beendet wurde?

Beendet wurde nach 20 Begegnungen die für den Haldensleber SC zu fast zwei Drittel absolvierte 17. Verbandsliga-Spielzeit. Damit entfällt ein zum Abbruch-Zeitpunkt ebenso respektabler, wie auch aussichtsreicher achter Tabellenplatz im Hinblick auf das Saisonziel einer einstelligen Platzierung. Mit bis dahin erspielten 29 Zählern und noch ausstehenden zwölf Partien hätte es wohl auch noch zur angestrebten höheren Punktausbeute gegenüber dem Vorjahr (43) gereicht. Gekappt sind damit eine leicht positive Gesamt-, wie auch Heimbilanz sowie Tordifferenz, an welcher zuzüglich bisher absolvierter Landespokal-Partien folgende Akteure zählbar beteiligt waren: Lucas Krüger (7 Tore /+1 Pokaltreffer), Tim Girke (7/+1), Rene Hasse (3/+3), Felix Kaschlaw (3/+1), Domenik Siegmund (1/+1), Danny Hevekerl (1/+1), Benjamin Sacher (1/+1) sowie Floralb Daxha, Sergio Cristovao, Eugen Schunaew und Kevin Zimmermann (je 1 Tor).

Beendet wurde auch nach zwei durchaus erfolgreichen Jahren die Amtszeit von Trainer Marco Wagner, der im Verbund mit seinem Co-Stephan Kobert maßgeblich am Profilgewinn und Erfolgskurs der Mannschaft mitwirkte und nun zum Liga-Rivalen nach Westerhausen wechselt.

Was bleibt?

Dem Trainergespann gebührt ausgesprochener Dank dafür, dass dem Verbandsligisten die große Hoffnung auf das Erreichen des Landespokal-Finales 2020 erhalten blieb.

In diesem Wettbewerb behauptete sich der HSC unter den vier erfolgreichsten Mannschaften Sachsen-Anhalts und damit auch als klare Nummer eins im Bördekreis, denn ab der zweiten Hauptrunde war die Mannschaft regional allein auf weiter Flur unterwegs.

Erhalten bleibt dem HSC auch die Hoffnung auf vollständige Genesung der Verletzten Denny Hevekerl, Max Stadler, Domenik Siegmund, Eugen Schunaew, Sergio Cristovao und Florian Switala. Für die neue Spielzeit steht zwar ein neues Coaching-Gespann an der Seitenlinie, aber hoffentlich mit unveränderten Teamgeist und Zusammenhalt der Mannschaft, für eine erfolgreiche 18. Saison in Sachsen-Anhalts Elite Liga. Unbenommen bleibt dem HSC weiterhin die Behauptung eines hervorragenden fünften Ranges in der seit 1995/96 geführten ewigen Verbandsliga-Tabelle als gleichzeitig unangefochtene Nummer eins sowohl des vormaligen Ohre-, als auch des jetzigen Bördekreises über diese lange Distanz. Letztlich auch hinsichtlich jahrelanger vorbildlicher Nachwuchsarbeit mit D-bis A-Juniorenteams in der Verbandsliga sowie einer U 23 Mannschaft auf Landesebene.