Oschersleben l  Das alleine wird die Klare-Elf vor große Aufgaben stellen. Das lief alles andere als geplant für die Oschersleber in der zurückliegenden Saison. Dabei fing alles so gut an. Trotz der starken Gegner zu Beginn holten sie insgesamt neun Siege in der Hinrunde, darunter auch einen 2:1-Erfolg gegen den Ummendorfer SV, und schlossen diese schließlich mit dem dritten Tabellenplatz ab. Mit diesem Erfolg ging es in die Winterpause, wo auch gleich die Probleme begannen.

Keine ordentlichen Trainingsmöglichkeiten ließen die Moral und die Motivation der Spieler auf einen Tiefpunkt fallen. „Wir standen zum Teil mit nur neun bis zehn Spielern in der Halle, in der wir sowieso schon nicht richtig trainieren konnten, aber so war das schier unmöglich“, erinnert sich Trainer Thomas Klare. So ging es mit mäßig guter Form der Spieler in die Rückrunde.

Erlebten die Zuschauer in der Hinrunde eine flexible, gut stehende und angriffslustige Mannschaft, so war sie nun wie ausgetauscht. Das schlug sich natürlich auch auf die Ergebnisse nieder. Nur einen einzigen Sieg holte das Team und musste neun Niederlagen hinnehmen. Dank der guten Leistung in der ersten Halbserie sicherten sie sich dennoch den siebten Tabellenplatz.

Fiasko im Pokal

War das schlechte Abschneiden bei den Meisterschaftsspielen noch nicht genug, so schied der OSC im Halbfinale des Kreispokals gegen den SV Angern aus, was bis heute auf Fassungslosigkeit im Verein stößt: „Das war das Allerschlimmste, auch für den Verein. Diese bittere Enttäuschung hält bis heute an. Das große Ziel war es, das Finale zu Hause zu bestreiten, und das haben wir nicht erreicht. Sehr ärgerlich.“

Kader sehr klein

Auch in der kommenden Saison müssen sich die Oschersleber großen Herausforderungen stellen – mit einem extrem kleinen Kader. So verließen Floralb Daxha, Kevin Riedl, Christian Schütze und Lucas Lange den Verein. Matthias Schulze hatte seine Karriere beendet. Es verbleiben gerade einmal 18 Spieler, wobei die Zukunft von Peter Jordan noch unsicher ist. Nach Abzug der Ersatztormänner bleibt dann ein Kader von 14 Feldspielern. „Diese Kadersituation ist für mich einzigartig. So was habe ich zuvor noch nicht erlebt. Eigentlich wollte ich nicht mehr aufs Feld gehen, doch bei der aktuellen Situation wird mir nichts anderes übrig bleiben“, ahnt Klare, dass er wieder selbst die Töppen schnüren muss.

Bei dieser Ausgangssituation hält sich der Verein bei seinen Zielen sehr zurück. Für ihn heißt es in erster Linie, die Klasse zu halten, denn schon das wird für die Klare-Elf schwer genug werden. Dabei hat der Coach zwei Mannschaften auf seinem Zettel stehen, gegen die es besonders schwer werden wird, Punkte zu holen. Zum einen wäre das die SG Germania Wulferstedt (erreichte Platz vier) und zum anderen der SV Eintracht Osterwieck (erreichte Platz zwei). „Beide Teams werden in der aktuellen Saison ein große Rolle spielen und ich sehe sie am Ende auch ganz vorne mit dabei“, analysiert Klare. Bei den übrigen Teams scheint alles möglich zu sein.

Die Stimmung in der Mannschaft ist trotz der angespannten Personalsituation gut. Die Spieler freuen sich auf die Saison und die Ergebnisse der Testspiele stimmen den Trainer positiv. Vor allem bei der Technik und der Laufbereitschaft wurden große Fortschritte erzielt. In der Absprache und Kondition muss noch angesetzt werden, doch ist Klare sich sicher, dass das bis zum ersten Punktspiel geschehen sein wird.