Halberstadt l Spiele mit Halberstädter Beteiligung sorgen derzeit für Furore, wobei der VfB Germania II bereits das zweite Mal eher passiv beteiligt war. Da gab es die kurzfristige Spielabsage beim SV Langenstein, gefolgt von dem 6:5-Erfolg in doppelter Unterzahl gegen Eintracht Osterwieck. Vorläufiger „Höhepunkt“ war nun am Sonnabend der Spielabbruch nach der ersten Halbzeit.

VfB-Trainer Hannes Deicke führte noch weit nach Einbruch der Dunkelheit Telefonate diesbezüglich, ein Rückblick auf die gespielten 45 Minuten fiel darum auch etwas anders als gewohnt aus. In der ersten Halbzeit war der Gastgeber spielbestimmend, zeigte mit seiner jungen Mannschaft eine ordentliche Leistung. Lohn war das 1:0 durch Leon Pust nach schöner Einzelleistung (27.).

Schiedsrichter Steppan im Fokus

Nur drei Minuten später kippte das Spiel dann allerdings in eine gänzlich andere Richtung. Wegen Schiedsrichter-Beleidigung musste OSC-Routinier Manuel Zabel vom Platz. Schon vorher hatte es diverse verbale Kommentare und Zwischenrufe von Oscherslebener Seite gegeben. Nach Absprache mit seinem Assistenten Patrick Büscher entschied sich der junge Referee Eric Steppan so für den Platzverweis.

Germania-Trainer versucht zu beschwichtigen

Bis zum Pausenpfiff blieb es emotionsgeladen und kampfbetont. „Aber nicht unfair“, bemerkte VfB-Coach Deicke. Entscheidend für den Abbruch soll dann der Weg in die Kabinen gewesen sein. Nach weiteren verbalen Äußerungen fühlte sich der Schiedsrichter nicht mehr in der Lage, das Spiel fortzusetzen. „Ich habe versucht mit allen zu sprechen, wir wollten einen Spielabbruch verhindern“, schildert Deicke das Geschehen in der Pause. „Die Idee war, dass der Linienrichter einspringt. Das wollten die Unparteiischen nicht.“

So wird diese Begegnung ein Fall für das Sportgericht. Weil das Thema Fußball-Schiedsrichter seit Wochen ein sehr sensibles ist, betonte Hannes Deicke vom VfB Germania: „Es ist absolut nicht vergleichbar mit den Szenen, die derzeit aus dem Berliner Raum überall zu sehen sind. Man muss beachten, dass es ein junger Schiedsrichter war. Ein älterer hätte wahrscheinlich Rote Karten verteilt, ihm fehlt diese Erfahrung noch, das ist ihm zugute zu halten.“ Völlig unabhängig davon hofft er auf drei Punkte am Grünen Tisch. „Ich bin guter Dinge, alles andere wäre eine Farce.“

OSC-Trainer entschuldigt sich

Thomas Klare, Spielertrainer des OSC, ordnete den Fall ganz ähnlich ein: „Ich sehe es genauso wie mein Halberstädter Kollege. Wir haben uns alle nach dem Spiel noch unterhalten und waren bemüht, die Wogen zu glätten. Das ist uns leider nicht gelungen. Uns allen tut es leid, dass es so gekommen ist, gerade weil der Schiedsrichter noch sehr jung ist.“ Vom Seiten des Landesverbandes wartet man nun den Sonderbericht ab.