Seehausen l „Ich möchte mich bei allen Anhängern des SV Seehausen und allen, die das Spiel gesehen haben, dafür entschuldigen. Das hatte von unserer Seite nichts mit Fußball zu tun. Wenn das Spiel 0:6 ausgeht, wären wir auch noch gut bedient gewesen. Ich möchte mich aber auch vor meine Spieler stellen. Wir hatten jetzt sechs englische Wochen hintereinander, teils bis zu 13 Verletzte – das kannst du einfach nicht mehr kompensieren. Die Pampelmuse ist ausgetrocknet. Nach dem Pokalaus denken viele an andere Sachen. Das muss von den Spielern und vom Verein schnell aufgearbeitet werden.“ Seehausens Trainer Patrick Horn fand nach der 0:3-Heimpleite seiner Elf am Mittwochabend klare Worte. Statt eine Revanche für das Pokalaus nur wenige Tage zuvor zu schaffen, zog der SV Seehausen auch im zweiten Vergleich mit Germania Wulferstedt den Kürzeren und war dieses Mal sogar über die volle Distanz klar unterlegen.

Verdiente Führung

Schon in der Anfangsphase dominierten die Gäste und hätten in Führung gehen müssen. Ein klarer Handelfmeter – so sahen es beide Trainer – blieb der Germania aber verwehrt. In der elften Minute fiel dann das erste Tor. Horn: „Beim 0:1 stellen wir uns sehr schlecht an, haben eigentlich eine 3:1-Überzahlsituation, aber Sebastian Stadler macht das technisch wunderbar und schiebt den Ball dann ins lange Eck. Das Tor war schon zu diesem Zeitpunkt verdient und ein klarer Beweis dafür, was auf dem Platz los war.“

Danach konnten die Seehäuser die Partie etwas offener gestalten, versuchten sich ran zu kämpfen. Trotzdem konnten sie froh sein, dass es in die Halbzeitpause nur mit einem 0:1 und nicht mit einem 0:3 oder 0:4 ging. Gerade im Spielaufbau waren die Wulferstedter, scheinbar noch immer getragen von der Euphorie des Pokalfinaleinzuges, um Klassen besser.

Folgerichtig fiel zu Beginn des zweiten Durchgangs das längst überfällige 0:2, als die Seehäuser nach einer Ecke zwei Kopfballduelle verloren und Stefan Mohr erfolgreich war (55.). Die Wulferstedter blieben auch danach immer einem Ausbau der Führung näher, als Seehausen dem Anschluss. Das 0:3 fiel aber erst in der 89. Minute durch Max Stadler.

Marco Wagner, Trainer der Gäste zum Spiel: „Es war ein absolut verdienter Sieg von uns. Wir haben richtig gut gespielt und das trotz der personellen Ausfälle. Eine tolle Leistung haben auch unseren jungen Spieler gezeigt: Eric Mann als 17-Jähriger in der Innenverteidigung in seinem ersten Spiel und Max Stadler, der das 0:3 gemacht hat.“

 

SV Seehausen: C. Neugebauer - Reber, Siegmund, Schünemann, Marschke (67. Ott), N. Müller, Gegenwarth, Wischeropp, Hentschel, Trautwein, Strauß (52. Ferl)

Germania Wulferstedt: Beisch - Ilsmann, Grzenda, Mann, Reimann (64. Charwat), Jahn (83. Haberland), S. Stadler, Rzehaczek, Dilge, M. Stadler, Mohr

Torfolge: 0:1 S. Stadler (11.), 0:2 Mohr (55.), 0:3 M. Stadler (89.)

Schiedsrichter: Patrick Welsch - Nino Müller, Maximilian Otto, Zuschauer: 80