Seehausen l Dieser existierte unter dem DTB bis 1936 weiter.

Sportplatz-Eröffnung zeitlich unklar

Fußball wurde als „Sportfreunde v. 1925“ weiter gespielt, auch im Nachwuchsbereich. Wann der Sportplatz an der Schermker Straße eingeweiht wurde, ist nicht überliefert, aber die Veröffentlichung im „Seehäuser Anzeiger“ (Foto links unten) vom 02.06.1937 des Bürgermeisters als Ortspolizeibehörde weist vielleicht auf 1936 hin.

Spielbetrieb ab 1938

Aus einem Zeitungsartikel „Der Mitteldeutsche“ Nr. 92 vom 03.04.1938 geht hervor, dass eine Seehäuser Mannschaft zu dieser Zeit am Spielbetrieb teilnahm. Auch die Formulierungen deuten auf den Zeitgeist hin. Unter der Überschrift „Kleines Dorf – ganz groß“ stand unter anderem: „... So kann es nicht ausbleiben, dass sich unter den Mitgliedern wahre Sportgemeinschaft und kämpferischer Geist bildet. Die Frucht dieser Zusammenarbeit ist dann auch gereift: der Sportverein Eintracht Eggenstedt, hat die Fußball-Gruppenmeisterschaft errungen. Kein Spiel ging verloren. Dabei gehören recht ansehnliche Orte zur Gruppe, wie Seehausen, Kleinwanzleben II, Remkersleben, Dreileben und Großrodensleben.

Bilder

Die Mannschaft bestreitet ab 08.04.1938 die Ausscheidungskämpfe um den Aufstieg. Raue (Sportvorstand) gratulierte der Mannschaft zu ihrem großen Erfolg. Er wies darauf hin, dass körperliche Ertüchtigung zu den vornehmsten und dankbarsten Aufgaben im deutschen Volke gehört. Die Mannschaft wird am Turnfest in Breslau teilnehmen und dadurch wird die Allgemeinheit immer mehr zum Sportgedanken zu erziehen, denn ein Sportliches Volk ist ein gesundes Volk, und Gesundheit bedeutet Lebensglück.“

1938 wurde die gewaltsame Zentralisation der Sportbewegung durch die Bildung des „Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen“ abgeschlossen. Damit war auch offiziell die Sportbewegung ein Teil der nationalsozialistischen Bewegung. Dem Sport – besonders auch dem Schulsport – war nun verstärkt die Aufgabe zugedacht, die zukünftigen Soldaten gut auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Dabei wurde die sportliche Betätigung auch mit der Verbreitung des faschistischen Gedankengutes verbunden. In dieser Zeit des Nationalismus wurde der Sport für „rassenhygienische“ und staatspolitische Zwecke missbraucht.

Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges (1939- 1945) kam nach und nach der größte Teil des Sportbetriebs zum Erliegen. Nur wenige sportliche Wettkämpfe wurden organisiert, besonders in den Verbänden der Wehrmacht. Seehäuser Fußballer spielten auch als Soldaten in ihren Einheiten. Es kam wie es kommen musste, der Krieg kehrte dahin zurück, von wo er ausgegangen war. Mitte April 1945 befreiten die Amerikaner Seehausen. 172 Seehäuser kamen im 2. Weltkrieg ums Leben.