Wernigerode l Nach einer guten ersten Halbzeit brach der SV Hötensleben im zweiten Durchgang des Punktspiels bei Germania Wernigerode ein und unterlag folgerichtig 2:4.

SV Hötensleben übernimmt Initiative

Bei frostigen Temperaturen und eisigem Wind übernahm der Gast aus dem Bördekreis nach einer kurzen Abtastphase sofort die Initiative. Von hinten heraus wurden die Bälle immer wieder zügig und genau über die entsprechenden Anspielstationen in die torgefährliche Zone gebracht und so für Torgefahr gesorgt. Bereits in der vierten Minute kam Andreas Meßner erstmals zum gefährlichen Torabschluss, als er das präzise Zuspiel seines Mitspielers Fabian Kittel direkt verwertete. Das Leder strich nur knapp am Pfosten vorbei.

In der zehnten Minute eine folgenschwere Fehlentscheidung des Unparteiischen, der dem SV Hötensleben einen glasklaren Elfmeter verweigerte, als Andreas Meßner im Wernigeröder Strafraum von seinem Gegenspieler mit beiden Händen umgerissen wurde. Auch aus Wernigeröder Sicht hätte es Strafstoß geben müssen. Fast im Gegenzug wurde das Foulspiel eines Hötensleber Abwehrspielers mit Freistoß circa einen Meter vor der SVH-Strafraumgrenze bestraft. Trotz Mauerbildung wurde der Ball direkt verwandelt. Dieser Treffer schien nicht ganz unhaltbar.

Ausgleich durch Hötensleben

Die Gäste ließen sich davon aber nicht beeindrucken, sondern spielten weiter geordnet nach vorn und kamen zu weiteren Torchancen, die jedoch nicht erfolgreich abgeschlossen wurden. Zum einen fehlte das Quäntchen Glück und andererseits zeichnete sich der gute Wernigeröder Schlussmann mehrfach aus. In der 33. Minute gelang den Gästen der hochverdiente Ausgleich durch Björn Ohnesorge, der nach einem schnellen Konter über die Außenbahn von Tobias Kittel schön bedient wurde und den Ball platziert flach ins lange Eck schob.

Wie aus dem Nichts kamen die Hausherren in der 37. Minute zur erneuten Führung. Ein relativ harmloser Flankenball in den Hötensleber Strafraum konnte, trotz nomineller Überzahl an SVH- Spielern, nicht entscheidend geklärt werden, weil es an der Zuordnung und Konsequenz mangelte. Die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich der Gäste vergab in der 44. Minute Dustin Brömse, der, freistehend und unbedrängt, einen vom Torpfosten zurückspringenden Ball nicht im leeren Tor unterbringen konnte, zumal der Torhüter nicht mehr eingreifen konnte.

Die Gäste boten in der ersten Halbzeit jedoch eine gute Mannschaftsleistung, in welcher der Youngster Fabian Kittel positiv auffiel, da er mit seiner resoluten Zweikampfführung und seinen präzisen Zuspielen immer wieder Akzente setzte.

Müdes Gekicke

Wer nun glaubte, der SV Hötensleben, würde an diese Leistung in der zweiten Hälfte anknüpfen, um das Ergebnis noch zu drehen, wurde arg enttäuscht. Was die Brömse-Schützlinge nach dem Seitenwechsel fußballerisch ablieferten, hatte mit Landesklasseniveau wenig zu tun. Ideenlos, ohne Laufbereitschaft, dafür mit einer Vielzahl von Fehlpässen sowie zerfahrenen und überhasteten Aktionen im Spielaufbau führten dazu, dass der SVH in Halbzeit zwei nur noch eine klare, torgefährliche Aktion zustande brachte, als Steffen Zachers Distanzschuss vom Wernigeröder Keeper an die Latte abgefälscht wurde (73. Minute). Ansonsten war es ein müdes Gekicke, was von beiden Teams geboten wurde.

Dass die Gastgeber trotzdem noch zu zwei Trefffern kamen, war nicht Ausdruck deren Spielstärke, sondern das Ergebnis des leichtsinnigen und fehlerhaften Abwehrverhaltens des SVH.

Nach den Gegentreffern wurde bei den Gästen leider auch der unbedingte Wille und das Aufbäumen um eine Ergebniskorrektur vermisst. Das zweite Tor der Hötensleber erzielte in der 90. Minute Andreas Meßner. Es war leider nur noch Ergebniskosmetik.

SV Hötensleben: Weiss - Doerge, Brömse, Meßner, Zacher, Ohnesorge, Tobias Kittel, Peine, Fabian Kittel, Hartmann, Künne.

Torfolge: 1:0 Seil (19.), 1:1 Ohnesorge (33.), 2:1 Seil (37.), 3:1 Steiner (70.), 4:1 Golz (85.), 4:2 Meßner (90.)

Schiedsrichter: Frank Schinke (Bernburg); Zuschauer: 42