Wulferstedt l Mit dem 3:0-Heimsieg gegen die ZLG Atzendorf wurden die Kredite getilgt, die in den letzten Wochen durch ärgerliche Punktverluste (Quedlinburg, Hötensleben) offen standen. Mannschaft und Fans mussten aber bis in die Schlussphase bangen, denn nach einem „Torklau“ in der ersten Halbzeit blieb das Spiel unnötig lange offen, ehe Jahn und Reiser mit ihren beiden Toren in der Schlussphase für klare Verhältnisse sorgten.

Atzendorf stärker erwartet

Atzendorf wurde etwas stärker erwartet. Die Gäste hatten laut eigener Auskunft mit dem Wulferstedter Spielsystem Probleme, wovon besonders ihre Abwehr betroffen war. Torjäger Tolle wurde bestens neutralisiert. Das rechtzeitige 1:0 in der 20. Minute durch Hannes-Willy Grzenda war demnach folgerichtig. Es war sein erstes Saisontor.

Wulferstedt war jetzt sicher im Spiel. Dilges scharfer Schuss und Reisers Kopfball flogen knapp vorbei. Atzendorf wollte auch in Rückstand nichts riskieren, setzte nur auf Konter. Dann die Szene, welche die Diskussionen am gesamten Samstag beherrschte: ZLG-Torhüter Fieser hatte den Ball gefangen und die vorherige Angriffssituation damit beendet. Wulferstedts Breitenbach wandte sich vom Tor ab. Fieser wollte durch einen Abwurf den neuen Spielzug einleiten. Der Ball war nass und er rutschte ihm ab.

So traf Fieser aus rund fünf Metern Breitenbachs Hinterkopf, von dem der Ball im hohen Bogen ins Tor abprallte. Schiedsrichter Griebel wollte gerade auf Tor entscheiden, doch Assistent Fred Heinrich hatte die Fahne oben, mit der späteren Begründung, es habe noch keine neue Spielsituation vorgelegen. Der Schiedsrichter verließ sich hier auf seinen Assistenten, beging aber dadurch in den Augen aller Wulferstedter „Torklau“. Atzendorf blieb dadurch im Spiel und konnte weiter hoffen, zumal alle guten Aktionen der Wulferstedter bis zur Pause nichts Zählbares brachten.

Laufarbeit zehrt an den Kräften

Dabei blieb es auch lange in der zweiten Halbzeit. Wulferstedt wollte nachlegen, doch Atzendorf wehrte sich jetzt effektiver. Reiser (62.) und Schütze mit zwei gefährlichen Schüssen (70., 75.) blieben erfolglos. Die hohe Laufarbeit auf rutschigem Untergrund zehrte zusätzlich an den Kräften. Die Gäste spürten das und zeigten eine entschlossenere Körpersprache.

Dann endlich sah René Jahn die Lücke und zog straff zum 2:0 ab (83.). Seine ruhige Reaktion verriet, welche Last da gerade abfiel. Nach schöner Vorarbeit von Stadler köpfte Yves Reiser dessen Zuspiel genau an den Innenpfosten und es stand 3:0 (87.). Der Spielstand wird den Verhältnissen in diesem Spiel gerecht, was auch Atzendorf anerkannte. Das Schiedsrichtergespann aus Dessau bot eine sehr gute Leistung – trotz der Fehlentscheidung in der ersten Halbzeit.

Germania Wulferstedt: Beisch – Ilsmann, Dilge (73. Kassebaum), Brunke, Charwat, Rzehaczek, Grzenda, Jahn (84. Dreyer), Breitenbach (69. Stadler), Reiser, Schütze.

Torfolge: 1:0 Grzenda (20.), 2:0 Jahn (83.), 3:0 Reiser (87.).

Schiedsrichter: Chris-Keneth Griebel, Pascal Platte, Fred Heinrich.

Zuschauer: 132.